Eishockey
Rezept des EHC Zweibrücken muss jetzt lauten: Einfacher spielen
„Es war wie verhext. Manchmal hab’ ich mich schon gefragt, warum der Puck jetzt nicht reingegangen ist?“, sagte Ralf Wolf, Trainer des Eishockey-Regionalligisten EHC Zweibrücken, nach der 2:5 (1:0, 1:0, 3:2)-Niederlage seiner „Hornets“ bei der EKU Mannheim. Eine Antwort hatte er, nachdem er eine Nacht drüber geschlafen hatte.
Gegner finden Schlüssel für das „Hornets“-Spiel
„Wir spielen, spielen, spielen und hätten gefühlt zehn Tore schießen können. Aber dann haben die Mannheimer ein Bully vor unserem Tor, und es steht 1:0 für die“, musste der enttäuschte Wolf in der Nebenhalle der SAP-Arena erkennen. „Es war jetzt schon das neunte Spiel gegen die Mannheimer in dieser Saison. Fünf in der Hauptrunde und jetzt vier in den Play-offs“, sagte er mit Blick auf die Halbfinalserie, in der es nun 2:2 steht. „Die Gegner, auch Mannheim jetzt, passen sich besser an unsere Spielweise an, finden den richtigen Schlüssel dafür“, stellte er fest. Die „Maddogs“ hätten beispielsweise den starken „Hornets“-Stürmer Albert Washco immer gedoppelt, das heißt fast immer mit zwei Gegenspielern attackiert.
Seine Mannschaft versuche meist, das Spiel zu machen, die Gegner warteten ab, wollten das „Hornissen“-Spiel zerstören und suchten ihr Heil in Kontern, so Wolf. Das war auch am Freitagabend in Zweibrücken im dritten Spiel der Halbfinalserie zu sehen, das die Gastgeber mit 4:3 gewannen. Zwei Drittel lang hatten die Mannheimer so gut wie nichts für das Spiel nach vorne getan. „Und wir verlieren dann an der blauen Linie die Scheibe und werden ausgekontert“, analysierte Wolf mit Blick auf das 1:2 und 2:2 am Freitag.
Eigene Leichtigkeit im Training wieder finden
Seiner Mannschaft seien die Leichtigkeit und die Konstanz abhandengekommen. „Wir spielen zurzeit zu verkrampft und zu verkopft, haben auch die Scheibe zu lange. Es muss vom Ablauf her wieder einfacher werden“, fordert er. Von der kämpferischen Einstellung wollte er seiner Mannschaft („Die haben schon echt gerackert“) mit einigen angeschlagenen Spielern in Mannheim keinen Vorwurf machen und widersprach damit Thorsten Rehfeld, dem Sportlichen Leiter des EHC, der genau das moniert hatte.
Besagte Leichtigkeit will Ralf Wolf unter der Woche im Training wieder reinbekommmen. „Wir haben unseren normalen Rhythmus mit Training am Dienstag und Donnerstag. Wir müssen jetzt vor allem ruhig bleiben. Am besten, die Spieler machen auch Facebook erst gar nicht mehr auf“, meinte er bezüglich des angespannten Umfelds rund um den Verein. Verteidiger Leon Kremer wird nach seiner Matchstrafe (Wolf: „Ich hab’ die Szene nicht gesehen, kann es von daher nicht beurteilen“) mindestens im entscheidenden Halbfinale am Sonntag (19 Uhr, Ice-Arena) gesperrt fehlen. „Wir werden jetzt gut regenerieren. Dann heißt es am Sonntag ,Visiere hoch’, und wir werden sehen, wer dann als Sieger ins Finale einzieht.“