Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel „Ohrenbetäubender Lärm“

Soldaten müssen das Abseilen üben, sagt die Bundeswehr.
Soldaten müssen das Abseilen üben, sagt die Bundeswehr.

Die Oberauerbacher haben eine laute Woche hinter sich. Militärhubschrauberlärm zerrte an ihren Nerven. Die Bundeswehr sagt: Ja, es war laut, und es tut uns leid, aber die Übungen müssen sein.

„Ein ohrenbetäubender Lärm, von früh morgens bis spät abends“, so beschreibt es der Oberauerbacher Ewald Hofer. Er sagt: „Das war wirklich eine extreme Belastung.“ Schwere Lastenhubschrauber seien am Mittwoch bis Mitternacht und am Donnerstag bis etwa 23 Uhr immer wieder über den Stadtteil geflogen, und das in einer Höhe von nur wenigen hundert Metern.

So schlimm sei der Lärm gewesen, dass er sogar die Polizei angerufen habe, sagt Hofer. In der Niederauerbach-Kaserne habe er niemanden erreicht. Die Polizei habe nicht weiterhelfen können, habe darauf verwiesen, dass die Hubschrauberflüge angemeldet und genehmigt seien. „Ich war selbst bei der Bundeswehr, ich weiß, dass es bei Übungen oft laut zugeht“, sagt Hofer. Dennoch: So einen Krach wie diese Woche in Oberauerbach habe er noch nie gehört. Hofer fragt auch: „Warum muss das über Wohngebieten stattfinden, warum wird nicht etwa auf den Zweibrücker Flugplatz ausgewichen?“

Soldaten am Seil abgelassen

Oberst Markus Meyer räumte auf Anfrage direkt ein, dass die Übung mit großem Lärm verbunden sei. „Es tut uns leid, dass die Bevölkerung darunter zu leiden hat.“ Von Dienstag bis Freitag seien 52 Soldatinnen und Soldaten im Fast Roping ausgebildet worden. Dabei steht der Hubschrauber an einem Punkt in der Luft, während die Soldaten sich an einem Seil (Rope) aus zwölf Metern Höhe auf den Boden ablassen. Ewald Hofer ging von mehreren Hubschraubern aus, laut Meyer war aber nur einer im Einsatz: ein mittlerer Transporthubschrauber CH53 der Luftwaffe, „der größte, den die Bundeswehr hat“, so Meyer, und: „Der ist schon sehr laut“.

Gestartet und gelandet sei der Hubschrauber jeweils vom Übungsplatz der Bundeswehr unterhalb der Mülldeponie, zwischen Mörsbach und Oberauerbach. Man habe die Wahl zwischen diesem Platz und der Kaserne. Von letzterer sei man nicht gestartet, weil der Hubschrauber immer vom Westen kommen und nach Osten fliegen müsse. Bei Starts und Landungen in der Kaserne hätte er dann die Innenstadt überfliegen müssen, sagt Meyer. So habe es die Oberauerbacher und Contwiger getroffen.

Die Flüge in den späten Abendstunden bis Mitternacht räumt Meyer auch ein. „Nacht-Übungen gehören aber eben auch zur Ausbildung, die müssen sein.“ Vor allem in den Nachstunden komme es Anwohnern oft so vor, als sei der Hubschrauber ganz nah. Die Seilübungen seien aber nördlich der Kaserne absolviert worden, über Wohngebieten seien sie gar nicht erlaubt, so Meyer.

Oberst Meyer: Flugplatz würde Geld kosten

Dass die Bundeswehr für solche Übungen nicht auf den Flugplatz ausweicht, hat laut Meyer einen einfachen Grund: „Den müssten wird dann mieten, wie jeder andere auch, und das würde Geld kosten.“ Hubschrauber-Übungen im Umfang wie die von dieser Woche gebe es ein- bis zweimal im Jahr. Insgesamt seien zehn- bis zwölfmal im Jahr Hubschrauber in der Niederauerbach-Kaserne im Einsatz. „Wir versuchen, es nicht zu übertreiben“, wohlwissend, dass die Einwohner unter dem Lärm zu leiden haben, so Meyer.

Gleichwohl bittet er um Verständnis. „Wir sind nun mal Fallschirmjäger, wir arbeiten mit Hubschraubern und Flugzeugen, und wir müssen unsere Soldaten auch richtig ausbilden.“

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