Fußball
Jochen Brunners neuer Status: Schuhe am Nagel
Für Jochen Brunner, den Spielertrainer der SG Thaleischweiler-Fröschen, wird es nach dem Schlusspfiff der B-Klasse-Saison am Sonntagnachmittag sicherlich noch mal emotional. Für den zentralen Mittelfeldspieler wird damit die aktive Fußballerzeit zu Ende gehen.
Letztes Spiel
„Ich werde am Sonntag meine Karriere beenden und dazu symbolisch meine geliebten ,Copa’-Fußballschuhe an den Nagel hängen“, erzählt Brunner. Er wird bald 43 Jahre und kickt schon seit seinem sechsten Lebensjahr. Über ein Jahrzehnt davon als mitspielender Trainer. Bereits vor ein paar Wochen auf der Kommunionfeier seiner Tochter Luisa habe er es offiziell gemacht. Für alle, die es ihm nicht glauben – „und da haben mich die letzten Wochen einige alte Weggefährten angerufen und gefragt: Das machst du doch nicht?“ –, wird er sogar zum ersten Mal eine Status-Meldung über Whatsapp absenden. „Ich hab’ noch nie etwas in meinem Status gepostet. Das Bild mit den angenagelten Schuhen ist der richtige Moment für die Premiere.“ Gefühlte 1500 Kontakte habe er auf seinem Mobiltelefon, die werden es dann alle sehen und es ihm abkaufen.
Leider nicht mehr erleben wird das sein Papa, der vor zwei Jahren verstorben ist. „Er hat immer zu mir gesagt, ich soll so lange machen, wie es geht“, erinnert sich Brunner junior an die Worte des Seniors.
„Das wird komisch, auch für sie“
Der Moment ist jetzt gekommen. Es zwicke morgens nicht nur, es tue immer öfters auch richtig weh. Ehefrau Anna habe durchblicken lassen, dass es an der Zeit wäre aufzuhören. „Das wird komisch, auch für sie. Sie hat mich als Fußballer kennengelernt und war mir immer eine Unterstützung.“
Jochen Brunner, der in Reifenberg wohnt, möchte die gewonnene Freizeit nun mit seinen Lieben verbringen. Die neunjährige Luisa und ihr 13-jähriger Bruder Jonathan spielen Tennis. Da will der Papa nun auf die Spiele mitkommen, an ihrer Entwicklung teilhaben und mal selbst zum Schläger greifen. Auf Wanderungen an den Wochenenden freut sich der gebürtige Reifenberger. „Einfach mal spontan abends grillen, anstatt ins Training zu fahren oder mir Gedanken zu machen, welche Spieler ich am Wochenende zur Verfügung habe.“
Mit Rieschweiler in Verbandsliga
Gestartet ist er in der Jugend des TuS Maßweiler. Nachwuchsstationen beim FC Homburg, bei der SG Rieschweiler und beim FK Pirmasens folgten. Er war sowohl in der Südwest- als auch der Saarlandauswahl ein gefragter Juniorenspieler. In seiner Aktivenzeit schafft er es mit Rieschweiler bis in die Verbandsliga.
Nur für ein Jahr legte er mal eine Fußballpause ein. „Das war, als ich 30 wurde. Da haben wir unser Haus gebaut“, blickt er zurück, „Tobias Weis hat mich aber schnell bearbeitet und letztlich auf die Trainerschiene gebracht.“ Rieschweilers zweite Mannschaft in der Bezirksliga war seine erste Station. „Ich hab’ das immer gut hinbekommen, auf dem Platz beides zu sein, der Kumpeltyp und der respektierte Trainer.“
Körperliche Spielweise
Vieles habe er von seinen eigenen Trainern mitgenommen. Darunter sind illustre Namen wie Peter Rubeck, Ernst Buchmann, Harald Wadle, Tobias Weis oder Günter Maas.
Zu seinen Stärken als Fußballer zählt er die körperliche Spielweise, bei der er weder Material noch Gegner schonte. „Darum tut es montags ja immer so weh“, merkt er lachend an. Was ihn definitiv auszeichnet, sei sein Kopfballspiel. „Ich mache heute noch mehr Tore mit dem Kopf als mit dem Fuß.“ Diese Qualität habe er sich am eigenen Kopfballpendel angeeignet.
Duell mit Klose
„Wir haben mal mit der SGR ein Freundschaftsspiel gegen eine FCK-Auswahl gemacht. Dabei habe ich gegen den jungen, aufstrebenden Miro Klose gespielt“, sagt der gelernte Industriemechaniker und jetzige Servicetechniker der Firma Ergofit. Der spätere Weltklassestürmer habe „kein Kopfballduell“ gegen ihn gewonnen, „aber am Ende hat er trotzdem drei Treffer mit dem Fuß erzielt“.
Einen Groll hege er auf niemanden: „Ich bin ein umgänglicher Typ, bin auch in der dritten Halbzeit im Sportheim nirgends angeeckt und kann mich auf jedem Sportplatz sehen lassen.“ Keinen Vereinswechsel bereut er im Nachhinein. „Es waren alles schöne Zeiten, in der Jugend, die Verbandsliga als Aktiver oder jetzt zuletzt in Thaleischweiler. Da hatte ich 20 Spieler im Training, das war noch mal Bombe.“ Eine kleine Hintertür lässt er sich dennoch offen: „Ich habe meinen Trainerschein bis 2025 verlängert. Wenn Anfragen als reiner Trainer kommen, dann höre ich mir die zumindest an.“
LETZTER SPIELTAG IM KREIS
A-Klasse PS/ZW: FK Clausen - SC Stambach, TV/SC Hauenstein II - SVN Zweibrücken, FC Fischbach - SV Lemberg, FK Petersberg - SG Rieschweiler II, Hilster SV - SV Obersimten, Palatia Contwig - SV Hochstellerhof, SG Heltersberg/Geiselberg - SC Busenberg, TuS Maßweiler - SV Martinshöhe (alle Sonntag, 15 Uhr)
A-Klasse KUS/KL: SV Spesbach - SG Bechhofen/Lamsborn (So, 16)
B-Klasse PS/ZW West: SG Petersberg/Fehrbach II - SSV Höheinöd (So, 12.45), Palatia Contwig II - SV Großsteinhausen (So, 13.15), SV Gersbach - FC Höheischweiler, SV Hermersberg II - SV Bottenbach, SV Ixheim - TV Althornbach, SG Harsberg - SG Weselberg/Linden II, SG Rimschweiler/VB Zweibrücken II - SG Thaleischweiler, FC Kleinsteinhausen - TSC Zweibrücken II (alle So, 15)
C-Klasse Pirmasens/Zweibrücken West: SV Ixheim II - SV Battweiler II, SV Hornbach - FC Höhfröschen, SVN Zweibrücken II - SG Knopp/Wiesbach II, TuS Wattweiler - SG Wallhalben/Mittelbrunn, SG Pirmasens - SV Großsteinhausen II, FC Hengsberg - SG Thaleischweiler II, RW Höhmühlbach - SV Martinshöhe II (So, 15).