Zweibrücken Jesus kam ohne Waffen und Armee

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Der von der Fürstenloge herunterhängende leuchtende „Herrnhuter Stern“ und die erste Kerze am Adventskranz waren, wie in den vergangenen Jahren, der optische Gruß an die Besucher, die am Samstag zur ersten Adventsmusik in die Alexanderskirche gekommen waren. Auch wenn es noch keinen Weihnachtsmarkt gab und auch keine einkaufenden Menschenmassen durch die Fußgängerzone liefen, waren immerhin 80 Gäste gekommen, um sich von einer besinnlichen und vorweihnachtlichen, knapp einstündigen Musik in die adventliche Gedankenwelt einstimmen zu lassen.

Bezirkskantor Helge Schulz muss wieder große Anerkennung gesagt werden, weil er mitten in der Vorarbeit zum großen Konzert am vierten Adventssamstag – „Magnificat“ von John Rutter – ein ausgefeiltes, vielseitiges und thematisch um die Ankunft Jesu in Jerusalem kreisendes Programm zusammengestellt hat. Gesungene und musizierte Beispiele aus dem großen Schatz geistlicher Musik mit Beispielen vom 16. bis zum 20. Jahrhundert harmonierten sehr schön miteinander. Und dadurch, dass die Gemeinde dreimal mit in das Geschehen einbezogen war und zwei bekannte adventliche Lieder sang, entstand ein geschlossener Gesamteindruck. Der Posaunenchor der Stadtmission unter Leitung von Theo Ringeisen und die Saarpfälzische Kantorei waren wie immer vorzüglich vorbereitet und eingestimmt und erfüllten die unterschiedlichen Beispiele mit viel Glanz. So erlebten die Besucher eine Fortsetzung einer sehr alten Tradition, die auf den vor fünf Jahren verstorbenen Bezirkskantor Fritz Sander zurückgeht. Ein „Festlicher Marsch“ von Thurman Douglass, vom Posaunenchor klangprächtig und schwungvoll gespielt, mündete direkt über in den Chorsatz „Singet fröhlich im Advent“ von Gottfried Neubert. Die Saarpfälzische Kantorei, in allen Stimmen sehr gut besetzt, verdeutlichte mit den Chorstrophen gewissermaßen auch das Thema dieser ersten Adventsmusik. Deren Grundton war frohmachend und machte mit dem Satz „Hosianna dem Sohne Davids“ von Michael Prätorius auch die geistliche Richtung des Abends bewusst. Denn Dekan Peter Butz bezog sich in seiner Ansprache auf die beiden adventlichen Lieder, die die Gemeinde sang. Im ersten davon, „Wie soll ich dich empfangen“, sprach er davon, dass man in Jerusalem beim Einzug Jesu in diese Stadt durchaus nicht von Freude erfüllt war. Die Menschen dort packte eher das Entsetzen. Da aber Jesus ohne Waffen und Armee kam, sondern mit der Macht der Liebe und des Erbarmens sein Reich bauen wollte, kam das zweite Lied „Macht hoch die Tür“ zum Zug. Dekan Butz ermutigte seine Zuhörer, diese Tür aufzumachen, wie es in einer Strophe des Liedes heißt, „denn meines Herzens Tür dir offen ist“. Helge Schulz spielte das „Magnificat“ des in Zweibrückens Partnerstadt Boulogne-sur-mer geborenen Organisten Alexandre Guilmant (1837-1911) und verband die reizvoll registrierten hohen und tiefen Passagen zu einem vielschichtigen Klangbild. Theologischer Hintergrund ist der biblische Text im ersten Kapitel des Lukasevangeliums. Die Posaunen spielten im Schlussteil des Abends „Tollite hostias“ von Camille Saint-Saëns klangschön und rundeten, nach dem festlichen Beginn, den instrumentalen Beitrag ähnlich festlich ab. Die Saarpfälzische Kantorei sorgte in ähnlich überzeugender und mitreißender Weise nach Gebet und Vaterunser mit Christoph Willibald Glucks bekanntem Satz „Hoch tut euch auf die Tore der Welt“ für den prächtigen vokalen Ausklang. Info Die zweite Adventsmusik gestalten am Samstag, 3. Dezember, 18 Uhr, Eva and Friends unter Leitung von Jörg Concemius. Helge Schulz spielt die Orgel.

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