Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Geckos können entspannte Zweibrücker Löwen nicht ärgern

Lief am Samstag im Spiel gegen die HSG Eckbachtal wieder richtig rund: SG-Linkshänder Tom Ihl (beim Wurf), der gegen die Geckos
Lief am Samstag im Spiel gegen die HSG Eckbachtal wieder richtig rund: SG-Linkshänder Tom Ihl (beim Wurf), der gegen die Geckos aus der Vorderpfalz auf sieben Treffer kam.

Es war ein gechillter Abend mit viel „Jugend forscht“. Die aktuelle Zweibrücker Handballharmonie wurde am Sonntag kurz unterbrochen. Schuld war der Fußball.

Am Samstag feierten sie in der Westpfalzhalle gemeinsam den 31:20 (17:12)-Erfolg des Oberligisten SG SV 64/VT Zweibrücken gegen die HSG Eckbachtal, am Sonntag waren sie Rivalen. Das Zweitliga-Fußballderby zwischen der SV Elversberg und dem 1. FC Kaiserslautern sorgte dafür, dass unter anderem SG-Trainer Klaus-Peter Weinert und Abwehrchef Tom Grieser für 90 Minuten sportlich nicht viel miteinander zu tun haben wollten. Weinert, in Spiesen-Elversberg zu Hause, drückte den Elversbergern die Daumen, Grieser & Co. dem FCK. „Ich habe ihnen noch Karten besorgt“, erzählte Weinert am Samstag entspannt nach dem Abpfiff des Handball-Oberliga-Spiels.

Starke Leistung von Tom Ihl

So entspannt verlief nicht nur das Gespräch nach dem Abpfiff, sondern das gesamte Spiel. „Es war nur eine kurze Phase, in der wir zu nachlässig waren“, sagte Weinert mit Blick auf die ersten Minuten der zweiten Halbzeit. Auf drei Tore verkürzte Eckbachtal in dieser Phase den Rückstand. Dann drückten die SG-Löwen wieder aufs Tempo, nutzte die Räume in der gegnerischen Abwehr und zog von 18:15 (37.) auf 25:16 (47.) weg.

Maßgeblich beteiligt an diesem erfolgreichen Lauf war Tom Ihl. Zwei Treffer aus dem rechten Rückraum brachten das 24. und das 25. Tor für die SG-Herren. Binnen 60 Sekunden gelang ihm der Doppelschlag. Die Führung der Gastgeber gegen die mit kleinem Kader angereisten Eckbachtaler war absolut verdient. „Ja, das lief ganz gut heute“, freute sich Ihl über die eigene Leistung und den Mannschaftserfolg. Vergangenen Samstag, beim Sieg gegen die Südpfalz-Tiger war er, im wahrsten Sinne des Wortes, unrund gelaufen. „Da habe ich mir in der ersten Minute eine Zerrung geholt, verbunden mit zwei blauen Flecken. In der Folge habe ich mich mehr über den Platz geschleppt, als dass ich gelaufen bin“, erzählte der Student und freute sich: „Heute war wieder alles gut“.

Spielidee der Eckbachtaler geht nicht auf

Zum richtigen Zeitpunkt ist Tom Ihl nach monatelanger Verletzungspause wieder ganz nah dran an seinem Leistungsvermögen. Auch vom Kopf her hat er seinen Kreuzbandriss überwunden. „Das ist gut so“, freut sich der Linkshänder. Denn mit Niklas Bayer fällt bekanntlich erneut ein Linkshänder längerfristig aus, ist Ihl verstärkt gefordert und freut sich auf die Aufgaben. Denn nicht nur der Blick auf die Ergebnistafel, auch der Blick auf die Tabelle bereitete ihm Freude. Mit dem sechsten Erfolg in Serie rückte die SG auf Rang fünf vor. „Das darf gerne noch ein bisschen nach oben gehen“, sagte Ihl lachend mit Blick auf die weitere Saison.

Verletzungsprobleme kennt die Zweibrücker Spielgemeinschaft zur Genüge. Aber auch der Tabellenvorletzte Eckbachtal reiste verletzungsbedingt nur mit kleinem Kader an. Defensiv gut stehen, der SG den Spielfluss nehmen, lautete die Spielidee. Die ging nicht auf. Zwar traf Zweibrücken erst im zweiten Angriff erstmals ins Eckbachtaler Tor – durch Kapitän Philipp Hammann – aber Eckbachtal konnte selbst erst in der neunten Minute zum ersten Mal jubeln. 4:0 führte Zweibrücken zu diesem Zeitpunkt bereits und ließ keinen Zweifel daran, wer die Halle als Sieger verlassen würde.

Zweibrücker Youngster nutzen ihre Chance

Nach elf Minuten nahm HSG-Trainer Thorsten Koch die erste Auszeit, aber Zweibrücken hielt die Eckbachtaler auch in Folge auf Distanz. Beim 14:6 (23.) – ein Doppelschlag von Grieser brachte diese Führung - war der Vorsprung erstmals auf acht Tore angewachsen. SG-Coach Weinert nutzte früh die Chance durchzuwechseln. Tim Eisel hatte von Beginn an den Abwehrpart für Adam Soos übernommen. Mit Jakob Schaum und Samuel Reitz bekamen zwei weitere Youngster Spielanteile und nutzten sie: Reitz mit einem technisch wunderschönen Treffer vom Kreis zum zwischenzeitlichen 26:17 und Schaum mit einem sicher verwandelten Siebenmeter zum 31:18. „Das haben sie gut gemacht“, lobte Weinert den SG-Nachwuchs. Der hätte aufgrund der gezeigten Leistung auch längere Spielzeiten bekommen, „aber sie waren ja im Anschluss noch im Saarlandliga-Team gefordert“, erklärte Weinert.

Strafwürfe waren auch für SG-Torwart Norman Dentzer ein erfreuliches Thema am Samstag. Keinen der vier Siebenmeter im zweiten Durchgang bekamen die Eckbachtaler an ihm vorbei ins Netz. Und beim ersten Versuch von Marco Brüggemann hatte Dentzer nur Pech, dass der Eckbachtaler noch den Abpraller bekam und diesen verwandeln konnte.

So spielten sie

SG SV 64/VT Zweibrücken: Zajac, Dentzer (ab 31.) - Ihl (7), Soos (5), Wöschler (2/2) - Hammann (3), Gräber (2) - Grieser (7) – Eisel, Kroner (2), Baumgart, Eisel, Reitz (2), Schaum (1/1), Graff.

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