Zweibrücken Flügel-Turbo mit Geburtstagswunsch

Zweibrücken. Wenn im Haus nebenan Nationalspieler und Weltmeister Christian Schwarzer wohnt, liegt es nahe, dass es den Nachbarsjungen als Fünfjährigen zum Handball zieht. Dass aus dem Niederwürzbacher Knirps 15 Jahre später der Rechtsaußen des Handball-Drittligisten SV 64 Zweibrücken geworden ist, „das habe ich sicher nicht erwartet“, bekennt Philipp Hammann selbst. Heute spielt er mit dem SV 64 in der Dritten Liga gegen den VfL Gladbeck (18 Uhr, Westpfalzhalle).

„Da kommt was auf uns zu. Vor allem auf Jerome Müller“, sagt Hammann, der am Sonntag seinen 20. Geburtstag feiert, mit Blick auf den Tabellenelften. Max Krönung heißt der Spieler, der Müller und ihn, wenn er in der Abwehr aushelfen muss, beschäftigen wird. Krönung rangiert derzeit in der Torjägerliste hinter Müller (158 Tore) auf Rang drei. 153-mal traf der 23-Jährige bisher, gerade hat er in Gladbeck verlängert. 18 Tore erzielte der halblinke Rückraumspieler vergangene Woche gegen Krefeld. Mit dem bisher 120-mal erfolgreichen Rückraumspieler Thorben Mollenhauer hat er auf der halbrechten Angriffsseite ein fast gleichwertiges Pendant. „Ich habe Riesenrespekt vor Gladbeck“, bekennt SV-Trainer Stefan Bullacher deshalb. Mit 26:33 gegen körperlich deutlich überlegene Gladbecker verlor die SV-Truppe das Hinspiel. „Die haben unser Angriffsspiel empfindlich früh gestört“, sagt Bullacher. „Und wir haben in Gladbeck nicht gut verteidigt“, bekennt Philipp Hammann selbstkritisch. Dass er mit dazu beitragen kann, es heute besser zu machen, „das war in der Form nicht abzusehen. Ich weiß, dass ich die Chance deshalb bekommen habe, weil Kubo Balaz verletzt ist“, meint der Maschinenbaustudent, der im dritten Semester an der TU Kaiserslautern studiert, realistisch. Die Chance hat er genutzt. Dass er schon im Auftaktspiel gegen Korschenbroich seine drei Gegenstöße sicher versenkte, „hat unglaublich viel Selbstbewusstsein gegeben“, sagt er und freut sich, wenn Leute ihm nach dem Spiel zu guten Leistungen gratulieren. An der Uni hat er gerade Prüfungsstress: Die ungeliebte „Technische Mechanik“ stand am Donnerstag auf dem Plan. „Ich bin froh, wenn die Prüfungen im März vorbei sind“, sagt er. Neben Handball und Studium – Hammann wohnt weiter in Niederwürzbach – bleibe keine Zeit übrig. Er hatte schon damit geliebäugelt, den Handball studienbedingt deutlich zurückzustellen, aber nach der Last-Minute-Meisterschaft „war die Dritte Liga eine Herausforderung, und es macht richtig viel Spaß“, bekennt er. Beim SV 64 spielt er gemeinsam mit Yannic Klöckner, Jerome Müller und Björn Zintel. Noch in der E-Jugend jagten sie alle in Niederwürzbach hinter dem Ball her, trafen sich beim SV in der Jugend wieder . „Ich habe in der SV-C-Jugend gespielt, die ein Jahr, bevor die anderen drei Jungs Südwestdeutscher Meister wurden, diese Chance in Wiesbaden sang- und klanglos vergeben hat. Deshalb hat es mich besonders gefreut, dass ich am vergangenen Wochenende, genau in der Halle, in der es in der C-Jugend nicht funktioniert hat, sechs Tore erzielt habe“, verrät der 1,82 Meter große, 80 Kilogramm schwere Linkshänder. Dass es in Liga Drei ganz gut wäre, wenn er ein bisschen mehr Muskelmasse mitbringen würde, „weiß ich. Was mir an Kraft fehlt, mache ich mit Schnelligkeit wett“, sagt der Flügelflitzer, der heute wieder den Turbo anwerfen und sich einen Sieg zum Geburtstag schenken möchte. (add)

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