Zweibrücken „Es ware domols annere Zeide“

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„Ma fahrd heid durch die Zweeezwanzischer Schdroß und denkd sich nix meh debei“, hört man ab und zu. An dem großen Denkmal neben dem Seniorenheim an der Saarlandstraße, gegenüber dem Rosengarten, ist es nicht anders. Die einen wissen noch, dass „de Reche Lui“, der in Zweibrücken bestens bekannte Bildhauer, auch Stadtratsmitglied, hier beim Wiederaufbau des Denkmals, mitgewirkt hat. Andere erinnern sich, dass damals, 1958, auch Maximilian Hutlett „vum Fasnarieberch“ an der Gestaltung der dortigen Bronzetafeln mitwirkte, bevor er dann zu einem bekannten Bildhauer wurde. Man wird immer wieder, jüngst bei einer Kunstausstellung im Stadtmuseum zum Rosengarten-Jubiläum, erinnert, dass vor 100 Jahren die traditionsreiche Soldatenstadt durch den Ersten Weltkrieg auf besondere Weise geprägt wurde. Vielleicht war bei der Wiedereinweihung des Denkmals am Rande des Exerzierplatzes, wobei natürlich besonders der Angehörigen des früheren 22. bayrischen Infanterie-Regimentes gedacht wurde, es bereits ein deutlicher Hinweis auf das kommende gemeinsame Europa, dass die Vorderseite der Säule zum Rosengarten hin errichtet wurde. Dabei haben die einheimischen Unternehmen Wagenbrenner und Oltsch mitgewirkt. Der Blick zum Garten hatte noch eine besondere Bedeutung: Schließlich nannte man das einheimische Stolzsymbol lange Zeit „Europas Rosengarten“. Es waren nicht wenige der früheren Soldaten, die danach enge Kontakte zu den Militärs nach Frankreich knüpften, die zuvor noch ihre Gegner waren. Über eine Grenze, die inzwischen längst schon fast vergessen ist. So setzte sich damals Alfred Diehl, den man als engagierten Vertreter der beim Wohnungsbau engagierten Zweibrücker Genossenschaft „Selbsthilfe“ kannte, sich mit viel Herz dafür ein, dass Soldaten des ehemaligen 127. Grenz-Infanterie-Regimentes, in der Nachfolge der 22er, in der St. Josephskapelle im lothringischen Ormersviller eine Gedenktafel anbringen konnten. Dies sollte auch eine Mahnung an nachfolgende Generationen sein, nun verstärkt auf die europäische Gemeinsamkeit zu setzen. Man traf sich häufig auch in geselliger Runde. Ebenso wie Diehl, sprach sich auch Ulrich Schiller, als früherer RHEINPFALZ-Redakteur bestens in der Stadt bekannt, stets bei den traditionellen Kranzniederlegungen dafür aus, dass dieses schreckliche Geschehen der beiden Weltkriege, sich nicht wiederholen dürfe. Eine Mahnung an die Lebenden, das wünschte auch der damalige Oberbürgermeister Ignaz Roth, solle das wieder aufgebaute Denkmal sein. Dass die Stadtverwaltung, welche Roth zuvor nach dem Krieg unter großen Schwierigkeiten neu installieren musste, dann in der früheren 22er Kaserne am Himmelsberg ihre Arbeit aufnahm, ist ein weiterer Hinweis auf die großen Veränderungen, die folgten. Und die Verbindungen zu den Soldaten, die Stadt ist Soldatenstadt geblieben, waren dann nicht weniger wichtig: Wie oft halfen Bundeswehrler mit, wenn es im Altenheim Bickenalb Probleme mit Hochwasser gab. Und bei verschiedenen Aktionen. an denen sich Soldaten beteiligten. fehlte nicht die zivile Frage: „Gebd’s widder guudi Erbsesupp aussem Kessel?“ Die Zeiten haben sich – Gott sei Dank, darf man wohl sagen – geändert. Und man sollte hin und wieder aus dem Blick auf ein Denkmal, wie an der vielbefahrenen Saarlandstraße, am besten gleich ein „Denk mal nach“ machen.

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