Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Drittligist SV 64 Zweibrücken schlägt System von Oftersheim/Schwetzingen

Sorgt für mächtig Betrieb auf der Bank und dem Spielfeld: Kevin Knieps (mit hochgerissenen Armen), der neue Kreisläufer des Drit
Sorgt für mächtig Betrieb auf der Bank und dem Spielfeld: Kevin Knieps (mit hochgerissenen Armen), der neue Kreisläufer des Drittligisten SV 64 Zweibrücken, bejubelt den Sieg gegen die HG Oftersheim/Schwetzingen.

Die Zweibrücker Wechselzone war ein entscheidender Raum für den ersten Heimsieg des Handball-Drittligisten SV 64 Zweibrücken in der neuen Saison. Dort klatschten sich regelmäßig Abwehrchef Tom Grieser und Kreisläufer Kevin Knieps beim jeweils fälligen Wechsel zwischen Abwehr und Angriff ab. Das klappt inzwischen noch besser als in den ersten Spielen.

Mit 28:26 (15:13) schlugen die Zweibrücker am Samstag die HG Oftersheim/Schwetzingen mit dem Ex-Spieler des TV Niederwürzbach, Frank Schmitt, auf der Trainerbank. Und sowohl Grieser als auch Knieps spielten stark. „Ja, das klappt schon ganz gut beim Wechsel. Aber Kevin hat heute wirklich überragend gespielt“, sagte Grieser, der einen Riesen-Anteil daran hatte, dass die Zweibrücker Abwehr den Gegner wieder unter 30 Toren hielt und in den entscheidenden letzten drei Minuten kein Gegentor mehr zuließ.

Das verhinderte auch SV-Torwart Marko Ivankovic, der seine bisher beste Saisonleistung zeigte, und 20 Sekunden vor Schluss mit einer Top-Parade gegen HG-Kreisläufer Niklas Krämer den Gästen jede Hoffnung auf einen Punkt raubte. Eine halbe Minute zuvor hatte Philipp Kockler mit seinem fünften Treffer die Weichen endgültig auf einen SV-Sieg gestellt.

SV-Team dreht nach einer Viertelstunde das Spiel

Daran hatte Kevin Knieps, der seit Saisonbeginn am Kreis des SV für neue Angriffsgefahr sorgt, großen Anteil. „Die Jungs haben das Vertrauen in mich, dass ich die Bälle bekomme. Die Kooperation, gerade mit Tim Götz, funktioniert immer besser“, sagte der technische Leiter eines Container-Unternehmens. Das Zusammenspiel zwischen Götz und dem 29-Jährigen funktionierte so gut, dass der SV-Regisseur sogar manchmal seine eigene Wurfmöglichkeit nicht nutzte, stattdessen den Kreisläufer in Szene setzte.

Auch das wichtige Wechselspiel mit Grieser, das beiden Spielern die Chance bietet, sich auf ihre Stärken zu konzentrieren, klappt. Wobei Grieser, wenn es schnell nach vorne ging, am Samstag seine Angriffschancen nutzte, den SV in der 23. Minute mit dem 9:8 nach längerem Rückstand wieder in Führung warf. „Der Wechsel geht mittlerweile flotter, das stimmt. Im ersten Spiel bin ich noch zu lange vorne stehen geblieben, habe auf Abpraller gewartet“, skizzierte Knieps, wie sich das Team spielerisch findet.

Kämpferisch ist es ohnehin da. „Die erste Viertelstunde hat ganz klar den Gästen aus Oftersheim gehört“, analysierte Stefan Bullacher. Der SV lag mit 5:8 zurück. „Dann ist das passiert, was letzte Woche in Haßloch schon passiert ist. Die Mannschaft hat Charakter, hält zusammen, kommt zurück, fightet um jeden Zentimeter und wird dann einfach belohnt“, beschrieb der SV-Trainer die spielentscheidenden Momente in Hälfte eins.

Keine glückliche Rückkehr von Tim Schaller

Zweibrücken war ab der 15. Minute das bessere Team, führte zwischenzeitlich mit vier Toren. Das 22:18 (42.) erzielte Benny Zellmer vom Siebenmeterpunkt. „Kopfleger“, gaben die Oftersheimer ihrem Keeper mit auf den Weg, fälschlicherweise. Zellmer netzte den Ball sicher tief ein. Danach war es wohl auch dem Kräfteverschleiß geschuldet – über lange Phasen musste der SV gegen sieben HG-Angreifer verteidigen –, dass in den Schlussminuten einige Chancen leichtfertig vergeben wurden, die Gäste noch mal auf ein Tor rankamen. Unterm Strich, räumte HG-Trainer Frank Schmitt ein, „waren es zwei, drei Fehler zu viel und zwei, drei freie Bälle zu viel. Und das bricht uns das Genick“.

So einen freien Wurf vergab auch Ex-SV-Spieler Tim Schaller, für den die Rückkehr an die alte Wirkungsstätte – bis auf die 100-Prozent-Quote bei drei Strafwürfen – nicht positiv verlief. Keine Punkte, geringe Spielanteile. In der 36. Minute scheiterte er frei an Ivankovic. Wie man es von der linken Seite besser macht, zeigte im direkten Gegenzug Sebastian Meister, der auf Schallers früherer Position spielte und zum 19:15 einnetzte. Es war erneut auch ein Erfolg gegen das Spielsystem mit dem siebten Feldspieler. „Da decken wir mittlerweile besser“, stellte Grieser fest.

So spielten sie

SV 64 Zweibrücken: Ivankovic (1) - Bayer (2), Tim Götz (4), Kockler (5) - Ihl (1), Zellmer (2/1) - Knieps (8/1) – Grieser (3), Hammann, Meister (1), Huber (1)

HG Oftersheim/Schwetzingen: Müller, Herb (ab. 50.) - Haase, Sauer (3), Nasgowitz (3) - Suschlik (6), Barthelmeß (4/2) - Krämer (2) – Wahl (3), Schaller (3), Kern (2), Schleidweiler

Spielfilm: 1:4 (7.), 5:8 (13.), 9:8 (23.), 11:11 (26.), 14:11 (27.), 15:13 (Halbzeit), 18:14 (34.), 22:18 (42.), 25:21 (50.), 27:26 (57.), 28:26 (Ende) - Zeitstrafen: 5:3 - Siebenmeter: 4/2 - 6/5 - Beste Spieler: Knieps, Grieser - Suschlik, Wahl - Zuschauer: 350 - Schiedsrichter: Kraaz/Plintz (HV Württemberg/HV Baden).

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