Nur noch vier Pässe, nachdem Zeitspiel angezeigt ist, und eine Anwurfzone statt des Anwurfpunktes: Auch der Handball in der RPS-Oberliga dürfte, wie überall, aufgrund der jüngsten Regeländerungen insgesamt wieder schneller werden.
Wenn Geld indes Tore wirft, steht der Oberliga-Meister bereits fest: der TV Homburg. Von einem Saisonetat, wie ihn die Homburger dank eines zahlungskräftigen Sponsors zur Verfügung haben, dürften sogar viele Handball-Drittligisten nur träumen. Dieses finanzielle Engagement hat es dem Klub ermöglicht, den Spieler zu verpflichten, der die meiste Aufmerksamkeit auf sich zieht: Der dreifache Handball-Nationalspieler Yves Kunkel spielt nach neun Jahren in der Ersten Bundesliga wieder Oberliga. Kunkel kehrt von der MT Melsungen ins Saarland zurück und möchte mit den Homburgern den Weg Richtung Profi-Handball gehen. Dass der 28-Jährige auch bei seiner Spielposition wieder den Weg zurück nehmen wird – vom Linksaußen zum Rückraumspieler, wie in seinen Jugendjahren im Saarland – davon gehen viele aus.
Dass das sportliche Oberliga-Niveau steigen wird, dafür stehen neben Regeländerungen und Verpflichtungen aus der Bundesliga unter anderem die beiden Drittliga-Absteiger. neben dem SV 64 Zweibrücken auch die SF Budenheim. Budenheim hat die Mannschaft um Top-Leute wie Torwart Karim Ketelaer, Torjäger Max Grethen oder Außenspieler Patrick Hess gehalten und sich mit Rückraum-Shooter Stefan Corazolla verstärkt, der aus Hochdorf kommt. Auch der Dritte der vergangenen Saison, der TV Offenbach, dürfte – die Vorbereitung verlief sehr erfolgreich – im oberen Tabellendrittel ein Wort mitreden. Die Mannschaft blieb zusammen. Mit Holger Schwab wurde ein Trainer verpflichtet, der erfolgreich in der Oberliga Baden-Württemberg arbeitete.
An der Seitenlinie wächst zudem die Zahl der A-Lizenz-Inhaber: Axel Schneider, der unter anderem erfolgreich in Budenheim arbeitete, hat die HSG Nahe-Glan (Kirn und Meisenheim sind die Vereine dahinter) in die Oberliga geführt. Zweiter Aufsteiger ist die SG Ottersheim/Bellheim/Kuhardt/Zeiskam. Mit Christian Job steht dort gleichfalls ein A-Lizenz-Inhaber an der Seitenlinie, der bereits sehr erfolgreich in Liga drei arbeitete. Beide Aufsteiger sind nicht als typische Fahrstuhlmannschaften einzustufen. Schneider, Job und SV-Trainer Stefan Bullacher konnten sich Ende August beim Lehrgang für A-Lizenz-Trainer in Düsseldorf – den leitete der Co-Trainer der deutschen Nationalmannschaft, Eric Wudtke – schon mal über die bevorstehende Saison austauschen.
Was anhält, ist der Trend zu Spielgemeinschaften. Der langjährige Oberligist TV Mülheim tritt künftig mit Urmitz als HB Mülheim/Urmitz an. Eine Saison zum Vergessen spielte vergangene Runde die SG Saulheim, entschuldigte sich dafür sogar in einem offenen Brief bei den Fans. In der Handballpause gab es aber doppelten Grund zum Jubeln und einen Motivationsschub. Niklas Kaul und Julian Weber, die beide in Jugendjahren bei der SG Handball spielten, wurden Europameister: allerdings im Zehnkampf (Kaul) und Speerwurf (Weber).
Bei den HF Illtal hat Ex-VTZ-Kreisläufer Andreas Birk das Traineramt übernommen. Beruflich mit Coaching befasst, hat er sein neues Team, zu dem auch die früheren VTZ-Spieler Yannic Klöckner und Thomas Jung gehören, schon mal mit Neuerungen wie orthopädischen Haltungsanalysen überrascht.