Zweibrücken Bahnhaltepunkt Rosengarten: Nein zu Rasengittersteinen

Der Parkplatz des Bahnhaltepunktes Rosengarten kann aus mehreren Gründen nicht mit Rasengittersteinen ausgelegt werden.
Der Parkplatz des Bahnhaltepunktes Rosengarten kann aus mehreren Gründen nicht mit Rasengittersteinen ausgelegt werden.

Der Parkplatz am neuen Bahnhaltepunkt Rosengarten soll im Frühjahr angelegt werden – allerdings nicht mit Rasengittersteinen. Warum die ökologische Alternative zu Asphalt an dieser Stelle nicht zum Einsatz kommen könne, erläuterte Oberbürgermeister Marold Wosnitza.

In der Einwohnerfragestunde der Stadtratssitzung am 15. November war vorgeschlagen worden, den Parkplatz an der Bahnhaltestelle am Rosengarten mit Rasengittersteinen zu versehen, anstatt ihn zu versiegeln. Dies habe viele Vorteile: Das Regenwasser könne besser versickern und dadurch Grundwasser gewonnen werden, bei Hitzeperioden würde die Umgebungstemperatur niedriger gehalten, Kleinstlebewesen und Pflanzen hätten einen Lebensraum. Außerdem würde das Kanalsystem bei Starkregen nicht überlastet und gegenüber versiegelten Flächen sehe es auch besser aus. Auf anderen Parkplätzen in der Stadt funktioniere diese Variante sehr gut.

Die Vorteile seien nicht von der Hand zu weisen, erklärt Oberbürgermeister Wosnitza, doch “die Ausgestaltung der Oberfläche muss im Einzelfall und projektbezogen immer auf ihre Sinnhaftigkeit und Anwendbarkeit hin überprüft werden“. Im angesprochenen Fall sei eine Ausgestaltung der Fläche mit Rasengittersteinen aus mehreren Gründen nicht möglich, erläuterte der OB nach Rücksprache mit Bauamt und Umwelt- und Servicebetrieb.

Versickerung soll vermieden werden

Zum einen gelten öffentliche Flächen aus Rasengittersteinen beziehungsweise aus Rasenfugenpflaster nicht als barrierefrei. Ein weiteres Argument: Weil sich unter besagter Fläche ein Regenrückhaltebecken befindet, „sind bereits 19 Prozent der Gesamtparkplatzfläche aus technischer Sicht für eine Oberflächengestaltung mit Rasengittersteinen beziehungsweise Rasenfugenpflaster nicht geeignet, weil hier schon keine Versickerung möglich ist“, führte Wosnitza aus. Überdies erfordere eine solche Oberflächengestaltung „eine sehr aufwendige Bettung des Belages mittels wasserdurchlässigem Unterbeton“.

Die Oberflächentemperatur in Hitzeperioden zu reduzieren sowie Lebensraum für Kleinstlebewesen zu schaffen, lasse sich „nur durch Begrünung des Oberflächenbelags optimal erreichen“, so Wosnitza. Diese Begrünung führe aber „im Umkehrschluss zu einem enormen Pflegeaufwand und ist auch im Bereich von Parkflächen nicht zielführend“. Damit das Niederschlagswasser flächenhaft versickern könne, müssten verschiedene Eigenschaften des anstehenden Bodens gewährleistet sein. Ein wesentliches Ausschlusskriterium für eine flächenhafte Versiegelung stellten im Boden befindliche Schadstoffe oder Altlasten dar. Wosnitza: „Da bei den im Baufeld anstehenden Aufschüttungen eine erhöhte Schadstoffbelastung vorliegt, ist eine flächenhafte Niederschlagsversickerung durch diese Aufschüttungen aus umwelttechnischer Sicht zu vermeiden.“

Auch wenn eine flächenhafte Niederschlagsversickerung in diesem Projekt „keinen gangbaren Weg darstellt“, werde die Stadt im Rahmen des Klimaschutzes versuchen „zusätzlich zu den wieder zu pflanzenden Bäumen so viele mobile Grünanlagen wie möglich aufzustellen“, fasste Wosnitza zusammen. Rodungsarbeiten zur Vorbereitung des Ausbaus wurden bereits vorgenommen; der Ausbau ist für das Frühjahr 2024 geplant.

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