Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Anfang Dezember legt der neue OB los

Das wird ein glatter Durchmarsch mit anschließender Feier in der Weinbar zusammen mit den Genossen (von links) Sebastian Maurer,
Das wird ein glatter Durchmarsch mit anschließender Feier in der Weinbar zusammen mit den Genossen (von links) Sebastian Maurer, Gerd Maurer und Michael Deller.

Uni muss Marold Wosnitza acht Jahre beurlauben – Glückwünsche aus Partnerstädten

Anfang Dezember werde er wohl sein Amt antreten, so der designierte Oberbürgermeister Marold Wosnitza. „Erst mal muss ich Aachen in den Griff kriegen“, sagte er gestern kurz vor der Abfahrt in eben jene Stadt, in der er als Professor für Erziehungswissenschaften arbeitet. Dort muss er seine Beurlaubung für acht Jahre beantragen. Direkt im Anschluss geht’s morgen nach Mainz zur Sitzung der SPD-Landtagsfraktion. Donnerstag wird er zurück sein. „Ich muss erst mal weg, damit ich bleiben kann“, fasste er zusammen.

Noch 15 Doktoranden zu betreuen

Gelehrt hätte er in diesem Semester ohnehin nicht, sondern sich der Forschung gewidmet. Das mache eine rasche Beurlaubung wahrscheinlicher, so Wosnitza. 15 Doktoranden habe er momentan, „und die werde ich auch bis zum Ende betreuen, ich stehe bei denen ja in der Verantwortung“. Einige begonnene Projekte werde er an Kollegen übergeben. Wosnitza rechnet damit, bis spätestens 2020 mit allen Verpflichtungen an der RWTH Aachen durch zu sein. Zugute kämen ihm moderne Kommunikationsmittel, die es ermöglichen, Doktoranden auch mal etwa per Video-Konferenz zu betreuen.

Barrie gratuliert per Whatsapp, Yorktown per Facebook, Boulogne ruft an

Wie lange es genau dauert, bis die Formalien beim Arbeitgeber abgeschlossen sind, könne er nicht sagen. „Ich werde mein Amt aber auf alle Fälle noch dieses Jahr antreten“, diese Prognose könne er getrost wagen. Zur Ernennung wünsche er sich Ministerpräsidentin Malu Dreyer. „Es wäre schön, wenn sie kommen könnte.“ Sie habe am Sonntagabend neben vielen anderen auch gleich gratuliert. Er habe sich über alle Glückwünsche gefreut, vor allem auch über die unterschiedlichen Wege der Übermittlung. So habe Boulogne angerufen, Barrie habe sich per Whatsapp gemeldet, Yorktown über Facebook.

Viele wollen einen Termin beim Neuen

Auch am Tag danach zeigte sich Marold Wosnitza noch geplättet vom Ausgang der Wahl – und vom Schlafmangel. „Auf der Ernstweilerer Kerb habe ich am Sonntagabend noch lange gefeiert.“ Kurz nach eins sei er aber im Bett gewesen. Um montags um 6.05 Uhr wieder aufzustehen. Und andere Schuhe anzuziehen als die seit drei Wochen an den Füßen klebenden roten Glücks-Turnschuhe. Schwarze Schuhe trug Wosnitza gestern, aber rote Socken, immerhin, ein Geschenk seiner Partei, der SPD. Vieles muss geregelt werden, viele wollen einen Termin beim neuen Mann an der Stadtspitze. Der freut sich auf die Zusammenarbeit mit Bürgermeister Christian Gauf. „Mein Bauchgefühl sagt mir, dass wir ein gutes Team werden.“ Das Verhältnis zu Gauf sei gut, „und das war nie anders“.

Die Kaffeemaschine zieht von Aachen nach Zweibrücken

Zur künftigen Verteilung der Dezernate wollte sich Wosnitza noch nicht äußern. Er wolle erst mit Bürgermeister Gauf und dem Beigeordneten Henno Pirmann sprechen. Die Verwaltungsstruktur wolle er nicht komplett umbauen, versicherte er. Ein paar Änderungen schwebten ihm allerdings vor. Einen neuen Schreibtisch will er nicht für sein Amtszimmer. Er würde gerne den alten Ignaz-Roth-Schreibtisch, der im Rathauskeller steht, benutzen. „Das wäre für mich ein schöner Mix aus Tradition und Moderne.“ Von der Uni Aachen ins Zweibrücker Rathaus reisen wird auf jeden Fall Wosnitzas Kaffeemaschine. „Das ist meine Lebensader.“ Der 53-Jährige sprach sich gestern dagegen aus, dass der Oberbürgermeister auch Vorsitzender seiner Partei ist. „Es ist für beide Beteiligten besser, wenn da sauber getrennt wird.“ Er sei auch der OB der anderen Fraktionen, nicht nur der SPD, außerdem komme es vor, dass der OB nicht auf einer Linie mit seiner Partei ist. „Das muss dann auch möglich sein.“

Wenn's geht noch ein Urlaub

Vor dem neuen Amt habe er einen „Heidenrespekt“, wie er sagt. „Was alles auf mich zukommt, wird erst klar, wenn ich mal ein paar Wochen im Dienst bin.“ Angst mache ihm das aber nicht. „Sonst wäre ich ja nicht angetreten.“ Wenn es sich angesichts der Termine einrichten lässt, will Wosnitza vorm Amtseintritt noch Urlaub mit seiner Frau Heike Heb machen. Letztere werde übrigens als Personalratsvorsitzende der Stadtverwaltung zurücktreten, so Wosnitza. „Das müsste sie von Gesetzes wegen nicht“, aber auch hier bevorzugten beide eine saubere Trennung. Wo Heike Heb künftig im Rathaus arbeitet, werde in den nächsten Wochen geklärt.

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