Fussball
Abmeldung und Einbruch: SV Herschberg sagt Bezirksliga Ade
Bereits Anfang September hatte der SVH seine erst im Sommer wieder ins Leben gerufene zweite Mannschaft nach Differenzen mit den Spielertrainern und wegen Personalmangels aus der C-Klasse zurückgezogen. Auch die ebenfalls erst seit Saisonbeginn bestehende U21 der Herschberger wurde aus dem Spielbetrieb der A-Junioren-Kreisliga genommen. Größtenteils waren deren Spieler mit denen des Herrenteams identisch. Damit nicht genug: Vorsitzender Uli Salzmann, lange Jahre Triebfeder in Sachen Fußball beim SVH, ist Mitte der vorigen Woche zurückgetreten. Aus „privaten und gesundheitlichen Gründen“, wie sein gleichberechtigter Vorstandskollege Florian Peifer auf Nachfrage mitteilte. Salzmann war nicht zu erreichen.
Nach RHEINPFALZ-Informationen hat es in einer Ausschusssitzung Mitte der vorigen Woche eine Abstimmungsniederlage für Salzmann gegeben. Dieser wollte offensichtlich eine Abmeldung der ersten Mannschaft aus dem Spielbetrieb vermeiden. Doch wurde dem Vernehmen nach mehrheitlich für eine Abmeldung gestimmt. Diese erfolgte allerdings erst am Sonntag. „Wir haben innerhalb dieser Woche mit allen Mitteln versucht, das Spiel gegen Weselberg möglich zu machen. Leider mussten wir am Sonntagmorgen einsehen, dass dies nicht möglich ist“, erläutert Peifer. Am Sonntagabend bestätigte Bezirksliga-Spielleiter Uwe Kadel die Abmeldung. „Alle Herschberger Spiele wurden bereits abgesetzt. Die Angelegenheit wird an die Sportgerichtsbarkeit weitergegeben“, sagte der Funktionär aus Reichenbach.
Mangelnde Einstellung der Spieler
„Ich hätte das gerne durchgestanden. In fünf Wochen hätte sich die personelle Situation deutlich verbessert. Aber die andere Seite des Vereins war dagegen“, sagte SVH-Spielertrainer Christian Gessner. Der in Pirmasens wohnende Coach sieht in der „teilweise fehlenden Einstellung“ seiner Spieler einen wesentlichen Grund für den permanenten Personalmangel. Dieser habe sich in den jüngsten Wochen ständig zugespitzt. Nach der Absage der Begegnung gegen Knopp/Wiesbach am 3. Oktober bekam der SVH noch für zwei Spiele eine Mannschaft zusammen, doch ausgerechnet zum Weselberger Kerwespiel seien, so Peifer, „nur sieben Spieler“, aufzutreiben gewesen.
„Es half auch niemand aus“, kritisierte Gessner die unzureichende Unterstützung innerhalb des Vereins. „Für Uli (Salzmann) tut es mir wirklich leid. Er wusch nicht nur die Trikots, wie ich jetzt erst erfahren habe, sondern er lebte den Verein“, sagte Gessner. Die Abmeldung sei „einerseits gut, andererseits aber auch schade“, denn mit viel gutem Willen und entsprechender Unterstützung hätte der Verein eine Abmeldung vielleicht doch vermeiden können.
C-Klasse oder gänzliches Aus
Für Peifer „steht die Zukunft des SV Herschberg in den Sternen“. Die Abmeldung aller aktiven Mannschaften und der A-Junioren sei ein „Riesenrückschritt“. Was bedeutet das für die nächste Saison? Fußball in der C-Klasse – laut Paragraf 25 der Verbandsspielordnung steigt Herschberg nicht nur in die A-Klasse, sondern in die unterste Spielklasse ab – oder „überhaupt kein Spielbetrieb“, so Peifer.
Zur Erinnerung: Erst vor gut fünf Jahren feierte der SV Herschberg mit der Meisterschaft in der Landesliga West den größten Erfolg seiner Vereinsgeschichte, schaffte in der Saison 2016/17 Platz neun in der Verbandsliga. Doch nach dem Abstieg in der folgenden Saison ging es mit dem SVH steil bergab. Und zu allem Unglück wurde am Wochenende noch im Herschberger Sportheim eingebrochen ...