Speyer
Leichtathletik: Brezelfestlauf beim RC Vorwärts
Nico Steißlinger (Engelhorn Sports Team) in 25:29 Minuten und die Speyererin Natascha Hartl in 30:18 Minuten haben am Sonntag im Backofen Innenstadt den Brezelfeststraßenlauf über 7900 Meter gewonnen. Steißlinger entthronte mit großem Vorsprung Titelverteidiger Eric Nies vom TV Maikammer (26:37) und Triathlet Dennis Ludosan.
Nach mehreren zweiten und dritten Plätzen in der Vergangenheit lief Hartl als Erste durchs Ziel zwischen Dom und Museum. Es folgten Ultraläuferin Katharina Mühlhof (31:33) sowie Liv Pabst (31:42). Damit gehört der 33. Brezelfestlauf der Geschichte an. Zum dritten Mal richtete der RC Vorwärts ihn aus und verzeichnete mit 1323 Anmeldungen einen Rekord.
Ungläubiger Organisator
„Wir dachten, wir sehen nicht recht, als die Anmeldezahlen in den vergangenen Tagen in die Höhe gingen“, sagte Organisator Thomas Zürker: „Es ist oft so, dass sie gegen Ende zunehmen.“ Der Preis für die größte Gruppe ging an BKB & Kollegen, langjährige Gäste beim Ereignis. Auch die Diakonissen stellten eine große Gruppe.
Der Fußballverein Dudenhofen schickte seine Oberligakicker um Tolga Barin und Co-Trainer Timo Enzenhofer. Erstmals als Team trat die Klosterschule Sankt Magdalena mit zwölf Bambini und 48 Kindern über die Kurzstrecke an. „Wir freuen uns, dass wir mehr als die Hälfte aller Kinder der Klosterschule mobilisieren konnten, teilzunehmen“, sagte Timo Heimann vom Vorstand des Fördervereins.
Bewegung wichtig
„Denn gerade in der heutigen Zeit ist es besonders wichtig, dass sich die Kinder viel bewegen. Wichtig ist auch, dass dadurch die Gemeinschaft gestärkt wird“, so Heimann, auf dessen Initiative die Idee zurückgeht. Schulleiter Tito Casara brachte sich ebenfalls in die Organisation ein.
Das Fördervereinsmitglied zeigte sich von der sehr hohen Anzahl der Anmeldungen überrascht. So sei es nicht mehr möglich gewesen, alle mit einem einheitlichen T-Shirt samt Logo auszustatten. Da die kleinen Läufer aber auch in der Dommusik aktiv sind, streiften sie eben deren Hemden über, versehen mit dem Schriftzug „Team Klosterschule“.
Spannung steigt
Heimann: „Hierfür haben wir spontan Startnummernpapier zum Bedrucken gekauft.“ Sein besonderer Dank galt Domkapellmeister Markus Melchiori, der sofort dem Tragen der Dommusik-Shirts zustimmte.
Gerade ruhten sich die jüngsten Starter noch auf Campingstühlen am Dom aus, präsentierten stolz ihre glänzenden Pokale, schon formierten sich die Erwachsenen zum Hauptlauf, steuerte Lokalmatador Lars Kegler, der wieder vorne mitmischen sollte, über die Kutschergasse dem Altpörtel entgegen.
Gänsehautmoment
Doch zuvor gab es einen Gänsehautmoment. Die Athleten von Special Olympics bekamen nach dem Fitline-Fun-Run den Beifall von Aktiven und Zuschauern. Abordnungen aus Worms, Herxheim und Speyer traten an.
Dann suchte sich jeder ein schattiges Plätzchen, bevorzugt auf der Maximilianstraße, am Dom oder in der Großen Himmelsgasse hinterm Stadthaus, wo Offizielle und Trainer Kevin Hoffmann vom FVD die Ihren in Augenschein nahmen. Pünktlich um 12 setzte sich das Feld am Altpörtel Richtung Kathedrale in Bewegung.
Kickende Lieblinge
Die einen trugen ihre Vereinsfarben, die anderen das Trikot ihrer einstig kickenden Lieblinge, ob Halil Altintop vom 1. FC Kaiserslautern, Englands Frank Lampard oder gar der deutschen Nationalmannschaft. Eine Dame streifte sich das Dirndl über. Eine andere lief ganz in Schwarz, nabelfrei, aber in langer Hose und langärmeligem Oberteil mit.
Hut und Kappe, Wasserflasche, Handy oder Energygel in der Hand, Kopfhörer um den Hals, weißer Stöpsel im Ohr, was laut Streckensprecher eigentlich verboten ist, kleines Rucksäckchen auf dem Rücken, ließ der Tross das Gotteshaus erstmals rechts liegen. Ei paar legten schon einige Gehschritte hin.
Erste Überrundungen
Tröten, Plakate und Sprechchöre, Anfeuerung war allen mit Startnummer und Vornamen gekennzeichneten Läufern sicher. Bald folgten die ersten Überrundungen. Wer es sich merkte oder die Aufforderung verstand, hielt sich rechts, um die Stars der Szene innen vorbei zu lassen.
Das Gros der Teilnehmer erreichte in etwa 35 min das Ziel, schon das in Empfang genommene Getränk, die geschnappte Flasche in den Fingern, rechts und links auf den abschließenden Metern vom Nachwuchs begleitet, doch noch Zeit, in die Kamera zu winken und zu lachen, die Kopfbedeckung in der Hand oder als Mann bereits oben ohne, legte gar mancher einen formidablen Endspurt hin.
Die angekommenen Diakonissen beklatschten in ihren blauen Shirts ihre eintrudelnden Finisher. Nach 43 Minuten sperrten die Helfer die letzte Runde ab: Der (Um)Zug kommt. Wer daher verkürzt die Zeitnahme passierte, sorgte dort für Verwirrung. Die Siegerehrung mit Überreichung der Pokale und Geldpreise sowie Verlosung von zehn Liter Bier und Co für alle beendete dann den Lauf(Tag).