Speyer Kreis will gleich zwei Warn-Apps
Im Landkreis Germersheim soll eine Warn-App für Katastrophen eingeführt werden. „Schon längst beschäftigt sich die Kreisverwaltung intensiv mit den verschiedenen Angeboten“, heißt es aus dem Germersheimer Kreishaus. Im Gespräch sind drei verschiedene Apps, also Programme für Smartphones, die die Menschen schnell vor Gefahren warnen sollen. Sie heißen „Nina“, „Biwapp“ und „Katwarn“.
Die Kreisverwaltung Germersheim wäge die Argumente für ein System genau ab, heißt es von der Behörde. So sei die Nutzung der App „Nina“ für den Landkreis kostenlos, da die Technik der Bund zur Verfügung stelle. Für „Biwapp“ beziehungsweise „Katwarn“ belaufen sich die Anschaffungskosten, je nach System, auf circa 10.000 beziehungsweise 18.000 Euro. Für die weitere Unterhaltung der Systeme müssten jährlich zwischen 2500 und 3000 Euro Steuergeld aufgewendet werden. Das Land bezuschusst die Anschaffung eines Systems mit circa 40 Prozent der Beschaffungskosten. Die Funktionalität der drei Apps sei durchaus vergleichbar. Sowohl beim Brand eines Holzgroßhandels in Landau im Sommer als auch beim Unglück in der BASF diese Woche hätten die Systeme „Nina“ und „Katwarn“ die Bevölkerung informiert. Die App „Katwarn“ nutzt zur Übermittlung der Daten das Mobilfunknetz, „Nina“ arbeitet netzunabhängig, nämlich satellitengestützt. Zahlreiche Landkreise und Städte bundesweit hätten sich noch nicht für eine App entschieden, berichtet die Kreisverwaltung Germersheim, die noch viele Lücken im App-Warnungs-Netz sieht. Beispielsweise teste Berlin derzeit das System „Biwapp“. Das an den Landkreis Germersheim grenzende Baden-Württemberg habe sich flächendeckend für „Nina“ entschieden. „Es macht aus unserer Sicht Sinn, mit den angrenzenden Kreisen – zumindest mit dem Landkreis Südliche Weinstraße – einen gemeinsamen Weg zu gehen“, heißt es. „Entsprechende Gespräche fanden bereits auf Arbeitsebene statt.“ Aus Sicht der Kreisverwaltung Germersheim seien alle drei Systeme praktikabel. Die Kreisverwaltung teilt mit: „Denkbar ist aufgrund der unterschiedlichen Datenübermittlungswegen (Satellit beziehungsweise Mobilfunknetz) sogar eine Redundanz, das heißt, die Einführung zweier unterschiedlicher Systeme als zusätzliche Absicherung.“ |tom/rhp