Speyer Jeder hat ein Geschick

Freuten sich über den Applaus: Hermann-Gmeiner-Schüler nach ihrem akrobatischen Auftritt auf dem Piratenschiff.
Freuten sich über den Applaus: Hermann-Gmeiner-Schüler nach ihrem akrobatischen Auftritt auf dem Piratenschiff.

„Kannst du nicht war gestern.“ Unter diesem Motto haben Schüler der Hermann-Gmeiner-Schule in Waldsee am Samstagvormittag Zirkuskunst gezeigt. In der etwa 75 minütigen Show in der zur Manege für den „Circus ZappZarap“ umgebauten Kulturhalle folgten die Auftritte der einzelnen Gruppen Schlag auf Schlag, das Publikum kam aus dem Staunen und Klatschen gar nicht mehr heraus. Drei Darbietungen haben die jungen Artisten als Abschluss einer besonderen Projektwoche absolviert.

Rund 20 Nummern umfasste das Programm. Da gab es die Artisten, die durch die Halle wirbelten, auf großen Bällen oder Wippen balancierten, mit Bällen jonglierten, Teller herumwirbelten, Diabolos bändigten oder Ringe um den Bauch schwangen. Spektakulär war der Rope-Skipping-Auftritt, waghalsig die Akrobatik an Leitern. Seiltänzer zeigten (sogar auf nur einem Bein) ihr Geschick. Wie Kometen sahen die bunten Tücher bei einem Schwarzlicht-Tanz aus. Mutige Mädchen und Jungen legten sich auf ein Nagelbrett, liefen über Glasscherben und löschten gar kleine Fackeln im Mund aus. Zwischendurch sorgte eine Gruppe von Clowns für Gelächter. Es wurde auch gezaubert, und als schließlich ein kleiner Junge in einen Kasten stieg, der anschließend von Schwertern durchbohrt wurde, war außer der Zirkusmusik nichts mehr zu hören, so mucksmäuschenstill war das Publikum. Am Ende versammelten sich die rund 200 jungen Artisten dicht gedrängt in der Manege und freuten sich über den verdienten Applaus. Möglich geworden war das alles, weil die Schule dafür den Projektzirkus ZappZarap engagiert und eine Woche zuvor eine Manege in der Kulturhalle aufgebaut hatte. Unter der Anleitung von Zirkuspädagogen lernten am Montag zunächst die Lehrer das Programm kennen und übten Programmpunkte selbst ein. Sie und die zehn Eltern, die die Woche über mithalfen, führten den Schülern am Dienstag die einzelnen Nummern vor. „Die Kinder durften in die verschiedenen Projekte hineinschnuppern“, erzählt Konrektorin Tanja Schlosser. Am Mittwoch und Donnerstag studierte jedes Kind seinen Auftritt ein und zeigte ihn den anderen Kindern. Denn während der späteren Shows waren die Schüler ja hinter der Bühne und nur dann in der Manege, wenn sie selbst an der Reihe waren. Zur Generalprobe am Freitag waren Kindergartenkinder eingeladen, denen es, wie Schulleiterin Nadine Wübbe erzählt, sehr gut gefallen hat. Finanziert wurde das Projekt durch den Kartenverkauf und durch Aktionen und Spenden des Schulfördervereins. „Es war sehr schön, aber auch deutlich anstrengender als eine normale Projektwoche“, zog Tanja Schlosser am Ende Bilanz. Denn nicht nur für die Schüler, auch für die Lehrer war das alles neu. Besonders gut fanden die beiden Lehrerinnen, dass die Gruppen klassenübergreifend zusammengesetzt waren und so das Miteinander in der Schulgemeinschaft gefördert wurde.

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