Römerberg
Fußball: Mechtersheim – Elversberg 3:2
Im modernen Fußball ist es wichtig, den Gegner unter Druck zu setzen. Gern sprechen Übungsleiter davon, beim Kontrahenten Stress zu verursachen. Dieser führt bekanntlich zum einen oder anderen Fehler, den es zu nutzen gilt. Stress hat der TuS Mechtersheim am Samstag vor allem sich selbst, später aber auch den Gegnern aus dem Saarland bereitet.
David Reitarow lief nach zwei Minuten auf SV-Torhüter Jonas Lucchi zu, der ruhig stehen blieb. Damit stresste er Reitarow, der anstatt seine Schnelligkeit zu nutzen und vorbeizuziehen, sich für einen Heber entschied. Dieser landete dann in den Armen des coolen Schlussmanns. Dahin war die erste Mechtersheimer Großchance.
Ruhe bewahrt
Aber es sprach in zweifacher Hinsicht für den TuS, dass er sich weder von vergebenen Chancen noch von dem zwischenzeitlichen Ausgleich der Gäste beunruhigen ließen. Erst setzten sie Elversberg während deren Aufbauspiel früh unter Druck und kamen so zur 2:0-Pausenführung nach Toren von David Reitarow (26.) und Aleksandar Biedermann (43.).
Das war ein Vorgeschmack auf Fußball, wie ihn sich Ralf Gimmy vorstellt. Den Gegner früh stressen, Ballgewinne im vorderen Drittel erzwingen, denen ein schnelles Umschaltspiel folgt. Das sah phasenweise schon gut aus. Allerdings fehlte ein ums andere Mal vor dem gegnerischen Tor die Präzision beim letzten Pass.
Böse Vorahnung
Das hat Gimmy auch gesehen, ein Eintrag im Trainingsplan für die kommenden Tage inklusive. „Wir haben in der Halbzeit darüber gesprochen, was jetzt passieren kann. Und das ist dann auch geschehen“, blickte Gimmy kritisch zurück auf die ersten zehn Minuten nach dem Pausentee.
Die Saarländer kamen mit Wut im Bauch aus der Kabine, pressten ihrerseits früh und verursachten viel Stress bei der TuS-Defensive. Und die tat ihnen den Gefallen – zweimal in zwei Minuten. Luis Kerner (51., 52.) nutzte diese Aussetzer konsequent zum 2:2-Ausgleich.
Und da war wieder das Thema Stress: Unzufriedene Zuschauer, ein motiviertet Gegner sowie Fehler im eigenen Spielaufbau. Mechtersheims Mannschaft brauchte einige Minuten zum Durchatmen. Dann lief der Motor langsam wieder warm.
Fehler ausgebügelt
Dass Kevin da Silva Arnold am Ende seinen Fehler beim Ausgleich mit dem Kopfballtor ausbügelte (77.), war wieder eine dieser Geschichten, die einfach nur der Fußball schreiben kann – beste Fußballunterhaltung an der Kirschenallee, die kollektiv das Team bis zum Abpfiff anfeuerte und nach vorne trieb.
Und die Fans verursachten vielleicht auch zu viel Stress, als eine Überzahlsituation kläglich verpuffte. Letztlich feierte der TuS Mechtersheim seinen zweiten Saisonsieg. Drei Punkte sind es jetzt auf Platz sechs. Das sollte zumindest für einen stressfreien Sonntag sorgen.