SPEYER
Fußball: FC 09 sucht Betreuer
Fußballtrainer sind nicht nur Übungsleiter mit ausgeprägten Fachkenntnissen, sondern darüber hinaus auch Organisatoren, Psychologen und Pädagogen. Vielseitigkeit wird von ihnen verlangt. Unterstützung bei ihren vielfältigen Aufgaben erhalten sie in aller Regel durch sachkundige Betreuer.
In der wegen der Corona-Pandemie vorzeitig beendeten Saison wirkte das inzwischen zurückgetretene Paar Wolfgang Utzmann und Odile Piepenhagen als Betreuer in Speyer: „Allein entscheidend für uns war das Wohlbefinden der Mannschaft, mit der wir uns, wie auch mit dem gesamten Trainergespann bestens verstanden haben“, teilten sie mit.
„Absolut ehrenamtlich, auch ohne einen Cent für die Fahrten von unserem Wohnort Rülzheim nach Speyer“, unterstrichen Piepenhagen/Utzmann. Probleme mit den Vorgängern, die sich immer wieder eingemischt hätten, keine Wertschätzung und fehlende Anerkennung seitens der Vereinsführung nannten sie als Gründe für ihren Rücktritt.
Fremdkörper
„Wir fühlten uns wie Fremdkörper im Verein, hatten praktisch keinerlei Kontakt zur Vereinsführung“, teilte Utzmann der RHEINPFALZ mit: „Von daher hat es einfach nicht gepasst, und so war es besser, aufzuhören. Schlussendlich fanden wir trotz des Abbruchs der Spielrunde mit dem Aufstieg unserer Buben einen schönen und versöhnlichen Abschluss.“
Er räumte ein, während seiner mehrmonatigen Tätigkeit für den Verein auch Fehler begangen zu haben. Als weiteren Grund gibt das Paar an, dass kein Vereinsfunktionär wegen einer weiteren Zusammenarbeit auf sie zugekommen sei.
„Offenbar waren wir nach dem Weggang von Trainer Ralf Gimmy und seinem Gespann ebenfalls Teil des eingeleiteten personellen Umbruchs“, vermuten die zuvor in Mechtersheim und nun beim SV Rülzheim tätigen fußballbegeisterten Betreuer. Piepenhagen: „Unabhängig von dem Angebot aus Rülzheim hätten wir beim FC nicht weitergemacht.“
Mittelständler
Der Pressesprecher des FC 09, Rüdiger Pfeiffer, sieht den FC 09 als mittelständisches Unternehmen mit rund 1000 Mitgliedern und über 20 Mannschaften. Er verweist auf zahlreiche Ereignisse innerhalb des Vereins, die sich seit Corona-Beginn im März dieses Jahres geradezu überschlagen hätten.
„Es gab seitdem so viele wichtige Dinge zu regeln. Das Betreuer-Thema stand deshalb ganz hinten an“, so Pfeiffer. Von Rücktritt könne aber keine Rede sein, stellt er klar: „Beide sind über unseren Ex-Trainer Gimmy zu uns gekommen und haben mehrmals betont, wenn er ginge, gingen sie auch.“
Die Vereinsführung habe deshalb keinerlei Grund gesehen, das Gespräch mit Utzmann und Piepenhagen wegen eines weiteren Einsatzes für den Verein zu suchen. Die Bedeutung von Betreuern schätzt Pfeiffer grundsätzlich sehr hoch für eine Mannschaft ein.
1000 Dinge
„Es gibt in diesem Bereich tausend Dinge zu tun. Neben vielen einfachen Verrichtungen sind Betreuer Vertrauenspersonen und im Bedarfsfall auch Seelentröster“ weiß der Funktionär. Der Verein suche deshalb eine zuverlässige Persönlichkeit mit ausgeprägter Kommunikationsstärke, freundlichem Auftreten, Teamfähigkeit, Erfahrung mit jungen Menschen.
Zudem werde Einsatzfreude, Belastbarkeit und ein hohes Maß an Flexibilität erwartet. Dabei hatte der FC 09 schon jemanden, der auch schon angefangen hatte, sich dann aber anders entschied. „Aus verständlichen Gründen, denn er hat ein professionelles Angebotes des Drittligisten SVW Mannheim erhalten“, teilte Pfeiffer mit.
FV Dudenhofen verlässt sich derweil weiterhin auf die Dienste von Thomas Hook. „Ein äußerst zuverlässiger Betreuer, der sich um Verpflegung, Trikots, fast alles rund um die Mannschaft kümmert“, sagte Florian Kober, Sportlicher Leiter beim FVD.
Neues Duo
Bei TuS Mechtersheim stehen seit neuestem Predrag Nikic und Ljubisa Mihaijlovic den Trainern zur Seite. „Beide sind alte Bekannte. Predrag spielte bei uns und trainierte die zweite Mannschaft. Ljubisa war ebenfalls bei unserer Zweiten Betreuerin“, teilte Dieter Demmerle, Sportchef und stellvertretender Vorsitzender, mit.
Auch Trainer Ralf Schmitt äußert sich hocherfreut: „Sie passen menschlich hervorragend zu uns, bringen sich toll ein und sind vollwertige Team-Mitglieder.“ Die Position des Betreuers sieht er als besonders wichtig und unentbehrlich für einen strukturierten und möglichst professionellen Ablauf rund um den Trainings- und Spielbetrieb, „ein Baustein von Vielen für eine erfolgreiche Arbeit“.
Zur Sache: Betreuer
Zu den Hauptaufgaben eines Betreuers zählt die Unterstützung des Trainergespanns, das sich insbesondere um die sportlichen Belange kümmert. Betreuer benötigen vor allem Organisationstalent und weniger die sportliche Kompetenz eines Trainers.
Sie sorgen für das Drumherum, sind die guten Geister der Mannschaft und schaffen wertvolle Freiräume für das Trainerteam, ohne Mädchen für alles zu sein. Ihre Aufgaben können von Verein zu Verein differieren. Was genau in ihren Zuständigkeitsbereich fällt, sollte in Absprache vorher klar definiert sein.
Insbesondere am Spieltag gibt es viele Kleinigkeiten zu regeln, wie Empfang der Schiedsrichter und der gegnerischen Mannschaft, Besorgen der Halbzeitgetränke sowie Transport von Materialien zum Spiel- und Trainingsbetrieb.
Je nach Bereitschaft der handelnden Person können sie auch als Zeugwart die Bestellungen von Trikots abwickeln, Sportbekleidung waschen oder auch als eine Art Teammanager fungieren. In aller Regel sind sie ehrenamtlich tätig.
Dankbarkeit des Vereins sollte daher ein wichtiger Ausdruck der Wertschätzung sein und nicht nur zur Weihnachtsfeier oder zum Saisonende in einem kleinen Präsent ausgedrückt werden, so lautet jedenfalls die Empfehlung des Fußballverbandes.