Speyer freistoss:

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Zwei Spiele gleichzeitig gucken, der Fußballclub Speyer hat’s möglich gemacht. Denn während die D-Junioren auf dem kleinen Kunstrasen den Einzug in die Verbandsliga feierten, stieg gefühlte 20 Meter Luftlinie weiter südwestlich das Vorbereitungsspiel der ersten Mannschaft auf dem Hauptfeld gegen FSV Schifferstadt. Doch ein Plätzchen zu finden, noch dazu ein schattiges bei abends über 30 Grad, um beide Felder einzusehen, ist gar nicht so einfach. Also begeben wir uns als Wanderer zwischen die Fußball-Welten. Ralf Gimmy vom Landesliga-Team trottet über den Rasen Richtung Trainerbank. Dort sitzt schon Spielleiter Klaus Scherrer mit dunkler Sonnenbrille. Die D-Jugendlichen gehen nochmal kurz in die Kabine. Die Männer wärmen sich auf, dehnen sich. Gegner Schifferstadt schleppt ein paar Bälle heran. Die Talente kommen lachend, das Trikot aus der Hose, aus dem Umkleidetrakt zurück. Gimmy läuft mit Betreuerin Gabi Kayser zurück. Die Talente winken vom Mittelkreis den Zuschauern zu. „Auf Jungs, kommt“, ruft der Betreuer von Konkurrent Offenbach: „Breiter machen“, „Schieß doch.“ Gegenüber kreist der Schifferstadter Herren-Torwart mit den Armen. Der Coach der Südpfälzer bleibt am Ball: „Hopp, druff“, „Ganz stark, Oskar“. Die Fans raunen bei einem Flugkopfballversuch. Ein violetter Wassereimer steht zwecks Erfrischung bereit. Knirpse mit Trikots von Neymar, Ribéry und Özil, Brasilien, Bayern, Barcelona und Deutschland, der Nummer 7, 8 und 11 kauern am Rand. „Steht’s 0:0?“, fragt einer von ihnen. „Ja“, kommt es zurück. Das ist falsch. Speyer führt 1:0. Bei den Nachwuchshoffnungen erfolgen die ersten Auswechslungen. Gegenüber übt der Landesligist Flanken. Die D-Junioren erhalten eine Trinkpause. Das Hauptfeld leert sich und füllt sich wieder. Anpfiff, kurz darauf Abpfiff der ersten Halbzeit gegenüber, Wiederanpfiff, Halbzeitpfiff, Abpfiff, oder umgekehrt, Wiederanpfiff, Abpfiff ... Der Fußballclub Speyer legt zurecht Wert auf seine soziale Verantwortung, nicht zuletzt verbrieft in der Zusammenarbeit mit dem Verein Anpfiff ins Leben, die auf den Säulen Sport, Schule, Beruf, Soziales beruht. Das lebt auch die Landesligamannschaft mit Trainer Ralf Gimmy an der Spitze und seinem Betreuerstab vor. Bei einem Vorbereitungsspiel entdeckt Gimmy den Berichterstatter der RHEINPFALZ unter brütender Hitze auf den Steinstufen hockend, der prallen Gegensonne ausgesetzt, ohne Fahrtwind durch etwaige Sprints auf dem Rasen. „Willst du etwas trinken?“, fragt der unwesentlich ältere Trainer den Reporter, dem er vor 16 Jahren beim Mechtersheimer Altdorffest das Du angeboten hat. „Nein, danke“, antwortet dieser. Gimmy: „Wirklich nicht?“ „Nein, lass’ gut sein.“ „Wasser kann man doch trinken.“ Unser Mann lässt sich helfen, deutet mit einer Fang-Bewegung an, sich mit der alsbald über die Bande fliegenden Plastikflasche bestechen zu lassen und hat noch die Frechheit, Richtung Feld zu rufen. „Warm isses a noch.“ Gimmy lässt sich nicht lumpen und holt Physiotherapeut Peter Bayer ins Boot. „Einen Eiswürfel für die RHEINPFALZ, sonst gibt’s einen schlechten Bericht.“ Bayer tut wie im befohlen, kramt in seinem Plastikköfferchen, eilt herbei und präsentiert stolz in der Linken einen Eiswürfel und in der Rechten ein Beutelchen mit Elektrolyteis. „Mit oder ohne Geschmack?“, fragt er und lacht. „Ich nehme an, das ist der mit Geschmack“, entgegnet unser Mann, schaut nach rechts und greift dann doch zum Elekrolyt. Unser Bericht ist natürlich wie immer neutral ausgefallen. Schlechtes gab es über die Speyerer nach dem 6:0-Sieg auch nicht zu vermelden.

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