Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Beim alten Bauhaus ist vielleicht ein Neubau nötig

Umbauten geplant: links Feuerwehr-Wald, rechts Bauhaus.
Umbauten geplant: links Feuerwehr-Wald, rechts Bauhaus.

Der Bereich des alten Bauhaus-Geländes zwischen Schifferstadter und Spaldinger Straße soll bald ein neues Gesicht erhalten: mit Ergänzungswache der Feuerwehr und wiederbelebter Geschäftsnutzung nebenan. Beide Projekte haben Gemeinsamkeiten: Es soll schnell gehen, und es sind Fragen offen.

Schon weiter gediehen ist das Bauhaus-Vorhaben, das den viel längeren Anlauf hat: Der frühere Markt steht seit Jahren leer, der Betreiber-Konzern hat jedoch mit Rewe und Hammer Heimtex mögliche Mieter an der Hand. Stadt und Land mussten planerisch umsteuern, weil dort bisher nur Baumärkte zulässig waren. Nachdem Ende 2019 das zulässige Sortiment für den Textilmarkt zusammengestrichen wurde, scheinen dafür die Hürden genommen.

Keine Bürgerproteste

Jetzt muss Bauhaus das Planfeststellungsverfahren durchlaufen, für das im März die öffentliche Auslage der Pläne ohne viele Einwendungen von Bürgern über die Bühne gegangen ist, wie die Stadt auf Anfrage mitteilt: „Gemeldet haben sich fast ausschließlich Behörden und Institutionen“, so Verwaltungssprecherin Lisa Eschenbach. Nun seien noch Fachthemen wie die Gestaltung von Kreuzungen zu klären. Bauhaus-Expansionsmanager Peter Landmesser sagt: „Wir hoffen auf eine Baugenehmigung noch in diesem Jahr und wollen das Projekt dann im nächsten Jahr über die Bühne bringen.“

Aktuell werde geprüft, wie Vorgaben der Energieeinsparverordnung, des Brandschutzes und der Statik zu erfüllen sind. „Ein Strauß von Maßnahmen“, umschreibt es Landmesser. Seine zentrale Frage: Ist das alles im alten Gebäudebestand sicherzustellen oder muss neu gebaut werden? In die Planung seien Rewe und Hammer einbezogen, aber die letzte Unterschrift sei noch nicht erfolgt, betont er. Rund 4200 Quadratmeter Verkaufsfläche sind in der Summe zulässig, mehr als 6000 hat der heutige Bau. „Der Nebenraum-Bereich wäre relativ groß“, so Landmesser.

Sorge um „Wäldchen“

Klar ist: Die Pyramide am Südzipfel des Areals, zum Wartturm hin, soll fallen. Zuerst war geplant, dort Gastronomie unterzubringen, was aber aus Lärmschutz-Gründen nicht geklappt habe. Nun sollen Parkplätze und Grün entstehen. „Der Grünanteil wird auf jeden Fall deutlich höher“, so Landmesser. Der Bereich der Pyramide war auch für die neue Ergänzungswache Nord der Feuerwehr in der Debatte, die nun auf einer anderen Seite des Fläche entstehen soll. Dass dafür auf 1950 von 6344 Quadratmetern des „Wäldchens“ Bäume fallen müssen, sehen manche kritisch.

Stadtrat Luzian Czerny (Grüne) hat im Bauausschuss nachgefragt, warum die Pyramiden-Fläche verworfen worden ist. Die Antwort der Stadt stellt ihn nicht zufrieden: Wegen des Raumbedarfs der Wehr mit Zu- und Abfahrten sei das Gerätehaus bei Bauhaus „nicht mehr unterzubringen“, so Eschenbach. Es würden so viele Parkplätze wegfallen, dass die Vorhaben von Bauhaus nicht mehr genehmigungsfähig gewesen wären.“ Deshalb sei auf die städtische Grünfläche ausgewichen worden. Die Stadt selbst habe wegen der Fläche bei Bauhaus angefragt, sagt Eschenbach. Das zeige, dass sie „sehr wohl bestrebt war, die Wald-/Grünfläche nicht leichtfertig und ohne Alternativprüfung auszuwählen“.

Czerny bedauert, dass er die Größen- und Parkplatz-Zahlen trotz Anfrage nicht im Detail erfahren habe. Die nächste Möglichkeit dazu ist in der am 16. Juni geplanten Sitzung des Bauausschusses. Dann plant die Verwaltung ein „Update“: „Am Bebauungsplan wird gearbeitet.“

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