Speyer AC/DC und ein „Teufelsgeiger“

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Er schneidet Grimassen, klatscht mit seinen Händen an die Fußsohlen, wirft ausgelassen den Geigenbogen in die Luft: Dominik Roesch möchte seinem Publikum etwas bieten. Als „Teufelsgeiger“ angekündigt, brachten er und seine Bandkollegen von „G.O.D. – Garden of Delight“ sehr viel Irland am Montagabend in die Sommerfesthalle in Waldsee.

Es muss eben nicht immer die Blaskapelle sein: Schon vor drei Jahren hatte „G.O.D.“ auf der Kerwe gespielt, 2016 wurde die Band noch einmal eingeladen: Alle Folk-Rock-Lieder des dreistündigen Konzerts hat Sänger und Bandleader Michael M. Jung selbst geschrieben und komponiert. Die Band mit der wechselnden Besetzung um Jung gilt als die derzeit erfolgreichste Celtic-Rock-Formation Deutschlands. Sie trat schon im ZDF-Fernsehgarten und in der Show „Lord Of The Dance“ auf, was in der Pressemitteilung stolz verkündet wird – auch wenn man das nicht unbedingt als Auszeichnung sehen muss. Die Musiker möchten Folk und Rock miteinander verbinden. Das zeigt sich an diesem Montagabend an den Instrumenten, aber auch an den Outfits: E-Gitarren, Schlagzeug und Geige, Schottenröcke, schwarze T-Shirts mit Hommagen an AC/DC und ein Stirnband, das die langen braunen Haare von Gitarrist Paul Perlejewski zurückhält. Jedes Lied des Albums „Highway To Dublin“ zeigt die rockige Seite der Band und verbindet Folk mit dem treibenden Groove von AC/DC. Man wolle, heißt es in der Vorankündigung, weder „irisches Gedudel“ noch das „krachige Gekreische“ vieler Hardrockbands bieten. Das klappt tatsächlich gut. Die Musik überzeugt vor allem durch die von Dominik Roesch hervorragend gespielte Geige; die Menschen tanzen. Allerdings sind die Liedtexte kaum verständlich, und wenn sie es einmal doch sind, dann scheinen sie auf klischeehafte Schlagworte wie „Whiskey“, „Devil Blues“, „Burning Flame“ oder „Get It Hot“ beschränkt zu sein. „Die Musik ist schon mal was anderes“, freut sich aber Susanne Kochner aus Waldsee, die direkt vor der Bühne tanzt. In der Pause erzählt der „Teufelsgeiger“ Roesch, dass er mit fünf Jahren angefangen hat, Violine zu spielen. Und der 35-Jährige aus Bensheim hat eine Ausbildung zum klassischen Geiger. Seit 18 Jahren ist er nun schon Mitglied von „G.O.D“ – also seit der Gründung.

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