Speyer 1321 Kilometer volles Risiko

«SCHWEGENHEIM.» Mit 61 Jahren einer der ältesten Teilnehmer, erstaunte der Schwegenheimer Ex-tremläufer Alwin Gumbrecht aufs Neue, beendete er doch den von Sylt auf die Zugspitze führenden Deutschlandlauf über 1321 Kilometer nach 19 durchschnittlich 70-km-Tagesetappen als Elfter. 41 Läufer hielten durch. Über 20 gaben auf.
Gumbrecht dürfte einer der wenigen Deutschen sein, der seinen Geburtstag dem Wortsinne nach laufend verbrachte. Diesen feierte er nämlich während der zehnten Etappe, die über knapp 60 km von Bornheim-Hersel bei Köln nach Mülheim-Kärlich führte. Da kam er nach 6:48,00 Stunden auf dem zwölften Platz ein. An die 140 Stunden war er bei seinem ersten Deutschlandlauf insgesamt unterwegs, größtenteils auf Straßen mit teilweise enormem Autoverkehr. „Da war nicht etwa abgesperrt. Wir sind immer am Straßenrand gelaufen. Auf eigenes Risiko. Dafür mussten wir unterschreiben“, sagt er. Uschi und Herbert Flörchinger sowie Theo Steinbacher, alle aus Lingenfeld und wie Gumbrecht Mitglieder des TV Rheinzabern, begleiteten den Schwegenheimer Extremisten. Das heißt, sie versorgten ihn und auch andere Läufer vom Auto aus und an den Zielorten. Sie machten das so gut, dass ihr Mann am Schluss noch über die Kraft verfügte, am Zugspitz-Ziel Sonnalpin noch bis zum Gipfel hochzulaufen, obwohl das gar nicht auf dem Programm stand. Wie schon mehrmals berichtet, läuft der selbständige Schreinermeister Gumbrecht jeden Morgen und nach Feierabend zwischen zehn und 30 Kilometer, rennt dreimal in der Woche zum Lauftreff in Rheinzabern und zurück, macht öfter die Strecke Maikammer-Kalmit-Drei Buchen-Johanniskreuz-Annweiler und den Felsenwanderweg bei Rodalben. Oft legt er sonntags die 67 km zwischen Schwegenheim und dem Hermersbergerhof bei Wilgartswiesen zurück. Nach dem Mittagessen steigt er zwecks Heimfahrt zu Frau Gabrieles ins Auto. „Eigentlich aber würde ich gern auch zurück laufen.“ Über 100 Läufe zwischen 50 und 100 km sowie sechs und mehr Stunden führt die Statistik des Deutschen Ultramarathon-Verbandes zu Alwin Gumbrecht auf, über 100 Marathons obendrein. 2015 gab es eine Lücke: „Ich habe ein Jahr lang pausiert. Es gab Probleme mit dem rechten Knie“, erklärt er. Für die restlichen 2017-er Monate nennt er noch zwei Vorhaben. Den Pfälzerwald-Marathon im September und den Eisweinlauf über 65 km von Offenburg nach Baden-Baden im Dezember.