Saarpfalz-Kreis / Saarland
Millionenschäden im Saarland erwartet: Besuch vom Kanzler
[Aktualisiert Montag, 15.56 Uhr] In Kirrberg habe sich die Lage über die Nacht zum Samstag „deutlich entspannt“. Am Mittag konnte die Feuerwehr deshalb damit beginnen, die Keller leerzupumpen. Auch in Homburg und Kirrberg standen vereinzelt Keller unter Wasser, die ausgepumpt wurden. In Einöd musste zudem eine Person aus einem Auto gerettet werden, das in den Fluten feststeckte. Zudem musste die Feuerwehr ausgetretene Ölmengen sichern; von Blieskasteler Kollegen bekamen sie am Samstagmittag Unterstützung, um das Öl zu binden.
Über 1000 Polizei-Einsätze plus 2400 Einsätze von Feuerwehr, THW und DRK gab es am Wochenende wegen des Hochwassers im ganzen Saarland. Auch in Ottweiler im Landkreis Neunkirchen war die Lage angespannt: Dort waren einige Haushalte vom Strom abgeschnitten; der Strom musste vorsorglich abgeschaltet werden, weil die Dämme nachgaben und das Wasser in die Altstadt lief.
Der Kanzler in Bluejeans und mit Gummistiefeln im Saarland
Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), der am Samstagvormittag wegen einer Wahlkampfveranstaltung ohnehin in Saarbrücken gewesen wäre, änderte seine Pläne, und sprach mit Betroffenen unter anderem in Kleinblittersdorf. In Bluejeans und Gummistiefeln stand er inmitten von Häusern, in denen Keller und Erdgeschosse vollgelaufen sind. Er sagte: „Leider ist das ja hier nicht das erste Mal, dass wir eine große Naturkatastrophe zu bewältigen haben und deshalb werden wir natürlich schauen, was hier jetzt zu tun ist und was notwendig ist. Alle können sich darauf verlassen, dass das im besten Sinne geschieht.“
„Diejenigen, die an finanzielle Grenzen geraten, wenn es um Schaden bei Hab und Gut geht, sollen Unterstützung finden“, sagte auch die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD), die Scholz begleitete, unter Verweis auf einen noch in der vorherigen Nacht gefassten Beschluss der Landesregierung. Und sie formulierte: „Es soll niemand im Regen stehen bei dieser schwierigen Lage. Wir müssen feststellen, dass dies die schwierigste Lage ist seit dem Jahrhunderthochwasser vor 30 Jahren.“
Scholz: „Wir sehen, welche Gewalt die Natur hat“
„Wir sehen hier, welche Gewalt die Natur hat, welche Zerstörung sie anrichten kann und wie sehr wir uns immer wieder auf solche Ereignisse vorbereiten müssen“, so Scholz in Kleinblittersdorf.
Anke Rehlinger sagte, es seien bereits Vorbereitungen zu Hilfen getroffen worden. Darüber hinaus soll eine Hotline eingerichtet werden, an die sich Bürger, die vom Unwetter betroffen sind und deren Eigentum beschädigt wurde, wenden können.
Rehlinger: Noch Jahre mit den Folgen kämpfen
Man werde Jahre mit den Folgen kämpfen müssen, sagt Rehlinger. Im ganzen Saarland hat das Hochwasser nach erster Einschätzung von Rehlinger Schäden „weit in den Millionenbereich hinein“ angerichtet. Das Ausmaß der Schäden werde man erst richtig sehen können, wenn das Wasser ganz zurückgegangen sei. „Schon heute ist allerdings klar, dass wir es mit massiven Schäden an privatem Eigentum, aber auch an Infrastruktur wie Straßen, Brücken oder auch Kitas zu tun haben werden“, sagte Rehlinger am Montag der Deutschen Presse-Agentur. „Wir kämpfen seit wenigen Tagen gegen Wassermassen, werden aber sicherlich Jahre mit den Folgen kämpfen müssen.“
Auch, wenn die Lage fürs Erste nun überstanden ist, gibt es noch viel zu tun für die Anwohner und die vielen Helfer: Denn die Aufräumarbeiten werden noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Ganz aufatmen kann man allerdings noch nicht: Für Dienstag werde erneut Starkregen erwartet. „Wir hoffen auf das Beste, bereiten aber alles auch für Schlimmeres vor“, sagte Rehlinger.
