Römerberg
Sorgen wegen steigender Kosten für Kita-Bau
Erst Mitte Juli hatte Architekt Andreas Kaupp die erste Planung für eine fünfgruppige Kita neben der Grundschule in Berghausen dem Römerberger Ortsgemeinderat vorgestellt. Damals rechnete er mit Kosten von 5,5 Millionen Euro – was das ein oder andere Ratsmitglied bereits schwer schlucken ließ. Mittlerweile sind die Kostenschätzungen abgeschlossen, und die prognostizierten Kosten sind noch mal gestiegen: auf mehr als 6,2 Millionen Euro. Laut Ortsbürgermeister Matthias Hoffmann (Grüne) ist mit maximal einer Million Euro Förderung zu rechnen.
Der neue Kindergarten in Berghausen ist auch der mit Abstand größte Posten bei den Investitionen im Entwurf für den Doppelhaushalt 2024/25, der in der Sitzung des Ortsgemeinderats am Dienstag ebenfalls vorgestellt wurde (siehe ergänzender Artikel unten): 500.000 Euro sind laut Verwaltungsmitarbeiterin Nadine Wagner für das nächste, 5,5 Millionen Euro für das übernächste Jahr eingestellt. Hinzu kommen Ausgaben für die ebenfalls geplante dreigruppige Kita in Heiligenstein mit Gesamtkosten von rund 3,6 Millionen Euro, die für die Gemeinde anfallen.
Günstigere Variante gewünscht
Die neue Kostenschätzung für die geplante Einrichtung in Berghausen einfach so durchwinken, das wollten einige Ratsmitglieder dann doch nicht. „Das passt nicht zu unserem Geldbeutel“, fand Jürgen Schall (Grüne). Er wünschte sich eine Senkung der Gesamtkosten um 10 bis 15 Prozent und plädierte dafür, die ein oder andere Investition in teure Technik zu überdenken, auch wenn dies aus ökologischer Perspektive weh tue. „Muss es immer der Mercedes sein?“, fragte Schall. Teuer käme die Gemeinde laut Architekt Andreas Kaupp nämlich zum Beispiel die geplante Wärmeversorgung mit Erdsonden. Und auch eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung schlägt mit einigen hunderttausend Euro zu buche.
Bürgermeister Hoffmann plädierte dafür, nicht nur die Investitions-, sondern auch die Folgekosten zu bedenken, die bei Lösungen, die in der Anschaffung teurer sind, eventuell niedriger ausfallen. Auch Mathias Müller (CDU) wollte angesichts des Umstands, dass man eine Kita für die nächsten Jahrzehnte baue, ein „Produkt haben, das den Standards genüge“, auch wenn es in der Anschaffung vielleicht etwas teurer sei.
Das Thema wurde schließlich wieder in den Bauausschuss verwiesen – was allerdings ebenfalls auf Kritik stieß. Ulrike Maier (Grüne) befürchtete, dass sich das Projekt, das schon seit Jahren diskutiert wird, wieder um ein halbes verschiebt. Und auch der zuständige Beigeordnete Heinz-Peter Schneider (Grüne) gab zu Bedenken, dass die Preise in der Regel nicht sinken und dass die Kita „schon längst stehen“ könnte.
