Hanhofen
Senioren dankbar für Shuttle zum Impfen
Der Ortsbeigeordnete war Projekt-Koordinator und neben Pia Claus, Manuela Hänlein, Martin Neureither, Helmut Wakolbinger, Günther Schmitt und Anne Uhl auch Fahrer. Manfred Nuber und Friederike Ebli hätten als „Reserve“ zur Verfügung gestanden. Cornelia Knebl war Ansprechpartnerin der Anfragen in Harthausen.
Der Beginn: Im Herbst 2020 beschloss der Ortsgemeinderat Hanhofen die Anschaffung eines Bürgerbusses. Bei Bedarf sollten dessen Fahrer ältere Mitbürger zu Arztbesuchen, Behördengängen und Einkäufen chauffieren. Dann war Lockdown. Nach den ersten Meldungen über die Wirksamkeit und Verabreichungsmöglichkeit von Impfstoffen gegen das Coronavirus beschloss die Verbandsgemeinde, für die Gruppe der Impf-Priorisierung eins einen Shuttleservice nach Schifferstadt einzurichten. Gesucht wurden Freiwillige. Steigleider: „Ab der zweiten Januarwoche waren wir startklar.“
Für den Transport musste ein Hygienekonzept entwickelt, mussten Masken und Desinfektionsmittel beschafft sowie im Bus ein Spuckschutz angebracht werden. Im Februar begann die Schulung der Fahrer, die sich gemeldet hatten. Weiter waren vor der Premiere am 9. März Fahrerberichte zu entwerfen, Visitenkarten zu drucken und das Angebot durch Mundpropaganda und im Amtsblatt bekannt zu machen.
Am Ende zählte Steigleider 38 Fahrten nach Schifferstadt – von Hanhofen 23, von Harthausen 13 und von Dudenhofen zwei. „Wir hätten noch deutlich öfter fahren können“, sagt Steigleider.
Kritisch sieht er das Prozedere der Impfterminvergabe und nennt das Verfahren diplomatisch „sehr holprig“. „Der Versuch, sich telefonisch registrieren zu lassen war schon für Jüngere fast unmöglich, nicht alle der über 80-jährigen haben einen Computer oder familiären Beistand“, sagt Steigleider. Einige Male habe er bei der Anmeldung „inoffiziell“ zur Seite gestanden. War es geschafft und ein Termin zugeschickt, wurde auch an Wochenenden, an Karfreitag und Ostermontag gefahren. Im Schnitt war der Bus zwei Stunden unterwegs – an der Haustür abholen, am Impfzentrum warten oder die Person zur Impfung begleiten und wieder zurückbringen.
Aktion „Hanhofen hilft“
Ganz wichtig, sagt Steigleider, sei den Leuten gewesen, ihre Dankbarkeit zu zeigen – mit Worten, einer kleinen Geldspende in die Fahrerkasse oder einer Flasche Wein. Martin Neureither berichtet: „Viele wollten nicht glauben, dass sie der Dienst nichts kostet.“ Günther Schmitt fuhr ein Ehepaar, dass sein Haus seit einem Jahr nicht verlassen hatte. Beide seien durch Krankheit vorbelastet. Der Mann saß im Rollstuhl. Schmitt begleitete beide ins Impfzentrum: „Sie wären in der Warteschlage, mit dem Ablauf, den Papieren und Formularen nicht klargekommen.“
Alle aus dem Team konstatierten bei den älteren Menschen „das starke Bedürfnis nach Kommunikation“ nach einem Dreivierteljahr Corona-Isolation . Um Danke sagen und sich wenigstens einen Augenblick unterhalten zu können, bat eine Frau Pia Claus, mit ins Haus zu kommen. „Sie ist auf sich allein gestellt, ihre Kinder wohnen nicht in der Nähe, auf den Rollator angewiesen, war sehr aufgeregt“, sagt Claus. Sie nimmt aus der Aktion die Erfahrung mit: „Es gibt im Ort einen hohen Bedarf an Hilfe.“ Sei es bei Einkäufen, im Haus, bei der Gartenarbeit oder irgendwohin zu kommen. Auch bei jungen Familien. Sie möchte daher eine Aktion „Hanhofen hilft“ Anfang September starten.