Rhein-Pfalz Kreis Mit U2 durch Nordamerika

Mannheim. Der Name deutet schon darauf hin, dass dieser Mann kein Beamter ist. Ziggy Grimm ist seit vielen Jahren im Musikgeschäft tätig und hat schon mit Stars wie den Rolling Stones und U2 zusammengearbeitet. Mittlerweile kümmert sich der 62-Jährige in der Mannheimer SAP-Arena darum, dass Konzerte pannenfrei über die Bühne gehen.

Nina Hagen schickte ihn einst von einer Tour nach Hause, weil er ein falsches T-Shirt trug. Grimm hat so viel erlebt, dass man gut und gerne ein Buch darüber schreiben könnte. Nun ist er im Veranstaltungsmanagement der SAP-Arena gelandet, sorgt dafür, dass große und kleinere Künstler in Mannheim auftreten. Wenn es so weit ist, kümmert er sich im Hintergrund um einen reibungslosen Ablauf der Shows. Mittlerweile gehört er ohne Zweifel zu den Urgesteinen des Veranstaltungsgeschäfts. Grimm sitzt in der Arena vor seiner Tasse Cappuccino. Hinter der großen Brille glänzen die Augen, wenn er von seiner Vergangenheit erzählt. Hinter jeder Antwort, die er gibt, verbirgt sich eine kleine Geschichte. „Das waren alles glückliche Zufälle, die mich ins Musikgeschäft gebracht haben“, sagt der gelernte Computerelektroniker. Er beginnt, diese Zufälle aus seinem Gedächtnis hervorzukramen. „Ende der 70er-Jahre war ich zu den großen Zeiten von Boney M. als Ton- und Bühnentechniker bei der Gruppe angestellt“, berichtet er. „Damals waren wir ein Haufen Hippies, das ganze Geschäft war neu.“ So professionell wie heute sei es keinesfalls gewesen. Grimm machte alles, er klebte sogar Konzertplakate. Nach Boney M. folgte die Selbstständigkeit als Techniker, Technischer Leiter und Produkionsmanager. Er stand dabei im Dienst mehrerer Veranstaltungsfirmen. „Ich hatte unter anderem die technische Verantwortung bei Konzerten von Künstlern wie Frank Sinatra, Luciano Pavarotti oder Placido Domingo“, erzählt Ziggy Grimm. Der Faden riss auch in den 90er-Jahren nicht ab, als er Leiter der Technischen Abteilung der Firma Köln Concerts wurde. Grimm sorgte dafür, dass hochkarätige Konzerte über die Bühne gehen konnten, darunter Open-Air-Auftritte der Rolling Stones, von Bon Jovi, Tina Turner oder Michael Jackson. „Das war dann schon eine ganz andere Liga“, schwärmt er noch heute. Teilweise fanden die Konzerte in Luxemburg statt. Das kleine Land hatte damals noch nicht viel Erfahrung mit derartig großen Veranstaltungen. Und so war Grimm mitverantwortlich dafür, dass dort die Infrastruktur für Konzerte mit über 80.000 Besuchern aufgebaut wurde. „Danach habe ich für ein paar Monate für U2 gearbeitet“, schlägt er ein neues Kapitel seines Schaffens auf. Für die irische Band kümmerte er sich um den richtigen Aufbau einer der drei Bühnen – in Europa und Nordamerika. Seine letzte U2-Tour vor seinem Wechsel zur Kölnarena, wo er ebenfalls Technischer Leiter war, stand 1998 an. 2000 folgte die Ernennung zum Technischen Direktor. 2004 war es dann so weit: Grimm wechselte nach Mannheim. Die SAP-Arena befand sich zu diesem Zeitpunkt noch im Bau. Er stand beratend beiseite und sorgt seitdem im Veranstaltungsmanagement dafür, dass die Stars in die Quadratestadt kommen. Nicht weniger interessant ist sein Bereich als Manager on Duty, der für einen reibungslosen Ablauf einer Show sorgt: Ein Veranstaltungstag beginnt für ihn gegen 8 Uhr. „Dann schnappe ich mir den Bühnenplan und schaue, ob alles Besprochene umgesetzt wird“, erzählt der 62-Jährige. Grimm kontrolliert die Position des Mischpults, damit dieses zu der Bestuhlung passt. Außerdem prüft er die Sichtlinien und ist den ganzen Tag über Ansprechperson für die Veranstaltungspartner. Am Nachmittag kümmert er sich um die Sicherheitsvorkehrungen wie Fluchtwege, Beschilderung und die Absprache mit der Polizei und dem Sicherheitsdienst. „Wenn dann die Türen aufgehen, wird es leichter“, sagt der gebürtige Heidelberger. Stressig findet Ziggy Grimm seinen Job nicht. Er liebt und lebt seine Arbeit. Sein Lohn: „Eine gute Show und zufriedene Gäste.“ Doch abends kann er trotzdem nicht gleich abschalten. „Dann sitze ich erst mal zwei Stunden da, trinke ein Glas Wein und rauche eine Zigarette.“ Grimms Verbindungen ist es auch zu verdanken, dass Eric Clapton vor Kurzem sein einziges Deutschlandkonzert in Mannheim gab. Und gibt es noch einen ganz bestimmten Star, den er nach Mannheim holen möchte? Grimm: „Ich will jeden Künstler hier haben. Das ist mein Job.“

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