Römerberg
Mit den Lieblingsbüchern zurück in der Heimat
Anna-Nina Zettler feiert die Rückkehr in die Heimat und ihre neu gewonnene Selbstständigkeit im zitronengelben Ohrensessel. Vier Jahre ihrer Kindheit hat sie in Berghausen verbracht, den Rest in Heiligenstein. Geboren wurde sie in Speyer. Sie sagt: „Endlich wieder Zuhause angekommen.“
Angst vor der Zukunft hat die Buchhändlerin keine. Sie sprüht vor Ideen für „Anna’s Buchladen“, der sich derzeit in der Testphase befindet. Zettler öffnet ihr Geschäft schon vor dem offiziellen Startschuss dienstags bis freitags von 10 bis 17, samstags bis 13 Uhr. An den ersten Kunden hat sie bereits die Funktionalität ihres EC-Geräts und entsprechende Computerprogramme ausprobiert.
„Alles im grünen Bereich“, sagt sie. Für Donnerstag, 1. Februar, 18.30 Uhr, plant sie ein kleines Kennenlernen in ihrem Buchladen. „Ich stelle fünf Lieblingsbücher vor und jeder, der möchte, kann sein liebstes Buch mitbringen“, kündigt die Buchhändlerin die erste Veranstaltung an. Sie wünscht sich viele weitere Treffen dieser Art nach Feierabend im Laden, zusammen mit der Mediathek oder auch im Altenheim.
Erfahrungen in Buchhandlungen gesammelt
Das Risiko der Selbstständigkeit sei überschaubar, erklärt Zettler voller Zuversicht. Die Miete sei günstig, die Vermieterin überaus kooperativ, ihr Anschluss an die Genossenschaft „eBuch“ als Lieferant ideal, ist sie überzeugt, das Richtige getan zu haben. Auf der Suche nach einem Haus in Römerberg für sie und ihren Partner sei sie zufällig auf das frei stehende Ladenlokal gestoßen, erzählt die Buchhändlerin. Für den eigenen Laden sei der Verzicht aufs eigene Haus leichtgefallen, sagt Zettler. „Es fühlt sich gut an.“
Zu Hause ist Zettler seit Jahren in Mannheim, wo sie mit ihrem Partner lebt. „Pendeln ist mit dem Deutschlandticket kein Problem“, sagt sie.
Gefühlt sei sie in den Jahren vor der Geschäftseröffnung überall gewesen, lacht die Buchhändlerin, die ihre Ausbildung in der Speyerer Buchhandlung Oelbermann absolviert hat. Raus aus der Provinz hat sie den Weg in eine Buchhandlung in der Hauptstadt beschritten. „Zwei Jahre Berlin waren genug“, sagt sie und berichtet von täglichen Anrufen in Heiligenstein, wo Mutter und Vater unermüdlich als Heimweh-Tröster bereitgestanden hätten. „Ich bin ein absolutes Elternkind“, beschreibt Zettler ihre enge Verbindung zur Familie.
Fürs Buchcafé fehlt noch eine Kleinigkeit
Also zurück in die Provinz zu den beruflichen Wurzeln in die Buchhandlung Oelbermann. Zuletzt hat Zettler „super gerne“ in der Mannheimer Buchhandlung Böttger gearbeitet. Nur: Insgeheim sei die Sehnsucht nach dem eigenen Buchcafé gereift, erzählt sie von dem in der Berliner Zeit inspirierten Traum. Daraus ist nichts geworden. Die Wasserleitung fehlt in „Anna’s Buchladen“. Zettler ficht das nicht an: „Aber was nicht ist, kann ja noch werden.“
Einzigartig, besonders, ein Ort zum Wohlfühlen soll ihr Herzensprojekt werden. Der Anfang ist bereits gemacht. „Mein Papa war der Ladenbauer“, weist die Buchhändlerin auf funktionale, strahlend weiße Regale hin, in denen ein breites Sortiment auf Leser wartet – vom Kinderbuch für alle Altersgruppen über Krimis, Romane, Biografien, Koch- und Sachbücher bis zur kleinen Pfalzecke. Selbst genähte Glücksschweinchen und handgemachte Post- und Grußkarten ergänzen die kleine Welt der Literatur in Berghausen.
Termin
Eröffnung Samstag, 3. Februar, ab 10 Uhr in „Anna’s Buchladen“, Berghäuser Straße 34, Römerberg.