Rhein-Pfalz-Kreis
Corona bremst Sternsinger aus
In normalen Jahren würden Gruppen von Kindern und Jugendlichen rund um den 6. Januar, den Dreikönigstag, beim Dreikönigssingen mitmachen. Sie würden mit einer Sammelbüchse von Haus zu Haus ziehen und im Auftrag des Kindermissionswerks Geld sammeln für über 1400 Projekte in 96 Ländern. Sie würden ein Lied singen, einen Segensspruch aufsagen und einen Aufkleber mit der Aufschrift 20 * C + M + B *22 über der Tür anbringen. Das bedeutet „Christus mansionem benedicat“, zu Deutsch: „Christus segne dieses Haus“. Sie würden wahrscheinlich am Ende des Tages ziemlich durchgefroren aber glücklich sein und sich über die Süßigkeiten, die sie für ihre Besuche bekommen, freuen.
Aber Corona hat auch den Sternsingern einen Strich durch die Rechnung gemacht. Generalvikar Andreas Sturm hatte bereits am 8. Dezember informiert, dass im Bistum Speyer die Sternsinger-Aktion nicht in der traditionellen Form stattfinden darf. „Es müssen alternative Formen gefunden werden“, schreibt Sturm an die Pfarreien. Nur eine kleine Gruppe aus der katholischen Pfarrei Heiliger Sebastian Dannstadt, zu der auch Mutterstadt, Hochdorf-Assenheim und Rödersheim-Gronau gehören, ist tatsächlich unterwegs – mit einem ganz großen Auftritt. Die vier Kinder – aus jeder Gemeinde der Pfarrei eines – bringen am 6. Januar zusammen mit einer Begleitperson den Segen direkt in den Landtag nach Mainz.
Spenden per QR-Code
„Die Corona-Pandemie hat uns kreativ gemacht“, stellt Marion Krüttgen fest, Gemeindereferentin in der Pfarrei Heiliger Sebastian Dannstadt. Wenn die Sternsinger nicht persönlich zu Besuch kommen, dann eben virtuell. So hat Krüttgen mit vier Kindern ein kurzes Sternsinger-Video gedreht, das auf der Homepage der Pfarrei www.hl-sebastian.de angesehen werden kann. Aus jeder der vier Gemeinden ist ein Kind dabei, das das für den Ort traditionelle Sternsinger-Gewand trägt. Auch ein Krippenspiel für Kinder wurde schon aufgenommen. Außerdem hat man in der Pfarrei reichlich Erfahrung mit dem Streamen von Gottesdiensten. „So schnell hätten wir uns ohne Corona sicher nicht auf den digitalen Weg gemacht“, meint Krüttgen.
Die Haushalte, die in den vergangenen Jahren Besuch von den Sternsingern bekommen oder sich neu im Pfarrbüro angemeldet haben, erhalten einen Infobrief, in dem sich der Sternsinger-Aufkleber befindet. Wenn sie möchten, können sie sich dann die Sternsinger über die Homepage virtuell ins Haus holen und ihren Segensaufkleber selbst anbringen. Im Brief erfährt man auch die Kontonummer für Spenden, über einen QR-Code kann direkt gespendet werden. „Natürlich darf man die Spende auch im Pfarrbüro einwerfen“, erläutert Pfarrsekretärin Gabriele Scherwath.
Geld für Bildungsprojekte
Ähnlich läuft es in den anderen Pfarreien der Region. Auch in der Pfarrei Heiliger Christophorus Waldsee, zu der die Orte Altrip, Limburgerhof, Neuhofen, Otterstadt und Waldsee gehören, werden Aufkleber und Flyer in den Briefkästen derer geworfen, die sich schon im vergangenen Jahr oder neu angemeldet haben, versichert Pfarrsekretärin Daniela Trauth. Ebenso wird auch in Schifferstadt verfahren.
In Maxdorf sind die Kinder unterwegs und werfen die Segenspakete mit Aufklebern und Flyern kontaktfrei ein, wie Martin Westrich vom Organisationsteam informiert. In dieser Pfarrei werden von den Spendengeldern zwei besondere Projekte unterstützt: ein Projekt zur Gesundheitsförderung und Versorgung von Mädchen und Jungen in Afrika und ein Projekt zur Bildung benachteiligter Mädchen für ein selbstbestimmtes Leben durch den Orden „Handmaids of the Divine Redeemer“ im Osten von Ghana.