Lambsheim / Großniedesheim RHEINPFALZ Plus Artikel Amerikanischer Sumpfkrebs: „Ein Ausrotten wird nicht gelingen“

Rote Amerikanische Sumpfkrebse gelten als Überträger der Krebspest, die für heimische Arten gefährlich ist.
Rote Amerikanische Sumpfkrebse gelten als Überträger der Krebspest, die für heimische Arten gefährlich ist.

Seit ein Spaziergänger im Oktober 2019 nahe des Eckbachs einen Roten Amerikanischen Sumpfkrebs gefunden hat, versuchen die umliegenden Gemeinden die invasive Art zu bekämpfen. Ziel ist es, die Naturschutzgebiete um Bobenheim-Roxheim vor den Krebsen zu schützen. Seit dem Frühjahr sind Freiwillige vom SAV Lambsheim sowie die Gemeinde Großniedesheim wieder aktiv. Michael Walther, Ortsbürgermeister Großniedesheim, erzählt, wie die Bekämpfung läuft.

Herr Walther, Sie haben im Amtsblatt nach Personen gesucht, die bei der Bekämpfung des Roten Amerikanischen Sumpfkrebses mithelfen. Wie groß war die Resonanz?
Tatsächlich antworteten jeweils ein Helfer aus Lambsheim, Beindersheim und Kleinniedesheim sowie zwei Helfer aus Großniedesheim. Alle Helfer waren inzwischen beim Krebsfang mit dabei und haben erklärt, dauerhaft bei diesem Naturschutzprojekt mitzuhelfen. Und diese Hilfe ist hoch willkommen. Wir hatten im letzten Jahr bis zu 480 Krebse in der Woche. Die Bekämpfung erfolgt mit Reusen, ausgestattet mit einem Futterkorb mit Lockfutter. Wir Großniedesheimer haben vor drei Wochen die Reusen nach der Winterpause wieder ausgelegt, die Lambsheimer folgten am vergangenen Wochenende. Das ist richtig viel Arbeit, die nun auf mehr Schultern verteilt wird.

Wieviele Krebse haben Sie in diesem Frühjahr bisher erwischt?
Beim ersten Reusenleeren waren es 89 Krebse, beim zweiten Durchgang bereits 164 Stück. Davon waren ein Drittel Rote Amerikaner, der Rest sind Kalikokrebse, eine ebenfalls invasive Art, aber nicht ganz so agressiv und schädlich. Man merkt die wärmeren Temperaturen, wir erwarten steigende Zahlen in den nächsten Wochen. In Kürze werden wir zu den bestehenden 40 Reusen weitere zehn Reusen auslegen, alle im Schrakelbach. Wir konzentrieren uns zuerst auf den Mündungsbereich und gehen dann Woche für Woche weiter aufwärts.

Der Großniedesheimer Ortsbürgermeister Michael Walther ist Teil eines Helfernetzwerks, die gegen den Sumpfkrebs vorgehen.
Der Großniedesheimer Ortsbürgermeister Michael Walther ist Teil eines Helfernetzwerks, die gegen den Sumpfkrebs vorgehen.

Die Gemeinden bekämpfen die invasive Art jetzt seit einigen Jahren. Welche Erfolge konnten seitdem verzeichnet werden?
Ein Ausrotten des Amerikanischen Roten wird nicht gelingen. Wir konnten aber erfolgreich verhindern, dass er sich im Eckbach breitmacht. In Kleinniedesheim ist er nicht mehr anzutreffen, in Großniedesheim selten, und wenn überhaupt, dann im „Grenzgebiet“ zu Beindersheim. Nur im Eckbach Beindersheim, nahe der Einmündung vom Schrakelbach, sind nennenswerte Fänge zu verzeichnen. Eindeutiger Hotspot ist auch der Schrakelbach. Waren 2021 hier noch zwei Drittel der Fänge Rote Amerikaner, waren es vergangenes Jahr bereits „nur“ noch knapp die Hälfte. Ziel ist es, den natürlichen Feinden Zeit zu geben, sich auf den Roten Amerikaner einzustellen.

Mehr zur Sumpfkrebs-Jagd lesen Sie hier: Invasiver Krebs auf dem Vormarsch

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