Lambsheim / Großniedesheim
Amerikanischer Sumpfkrebs: „Ein Ausrotten wird nicht gelingen“
Herr Walther, Sie haben im Amtsblatt nach Personen gesucht, die bei der Bekämpfung des Roten Amerikanischen Sumpfkrebses mithelfen. Wie groß war die Resonanz?
Tatsächlich antworteten jeweils ein Helfer aus Lambsheim, Beindersheim und Kleinniedesheim sowie zwei Helfer aus Großniedesheim. Alle Helfer waren inzwischen beim Krebsfang mit dabei und haben erklärt, dauerhaft bei diesem Naturschutzprojekt mitzuhelfen. Und diese Hilfe ist hoch willkommen. Wir hatten im letzten Jahr bis zu 480 Krebse in der Woche. Die Bekämpfung erfolgt mit Reusen, ausgestattet mit einem Futterkorb mit Lockfutter. Wir Großniedesheimer haben vor drei Wochen die Reusen nach der Winterpause wieder ausgelegt, die Lambsheimer folgten am vergangenen Wochenende. Das ist richtig viel Arbeit, die nun auf mehr Schultern verteilt wird.
Wieviele Krebse haben Sie in diesem Frühjahr bisher erwischt?
Beim ersten Reusenleeren waren es 89 Krebse, beim zweiten Durchgang bereits 164 Stück. Davon waren ein Drittel Rote Amerikaner, der Rest sind Kalikokrebse, eine ebenfalls invasive Art, aber nicht ganz so agressiv und schädlich. Man merkt die wärmeren Temperaturen, wir erwarten steigende Zahlen in den nächsten Wochen. In Kürze werden wir zu den bestehenden 40 Reusen weitere zehn Reusen auslegen, alle im Schrakelbach. Wir konzentrieren uns zuerst auf den Mündungsbereich und gehen dann Woche für Woche weiter aufwärts.
Die Gemeinden bekämpfen die invasive Art jetzt seit einigen Jahren. Welche Erfolge konnten seitdem verzeichnet werden?
Ein Ausrotten des Amerikanischen Roten wird nicht gelingen. Wir konnten aber erfolgreich verhindern, dass er sich im Eckbach breitmacht. In Kleinniedesheim ist er nicht mehr anzutreffen, in Großniedesheim selten, und wenn überhaupt, dann im „Grenzgebiet“ zu Beindersheim. Nur im Eckbach Beindersheim, nahe der Einmündung vom Schrakelbach, sind nennenswerte Fänge zu verzeichnen. Eindeutiger Hotspot ist auch der Schrakelbach. Waren 2021 hier noch zwei Drittel der Fänge Rote Amerikaner, waren es vergangenes Jahr bereits „nur“ noch knapp die Hälfte. Ziel ist es, den natürlichen Feinden Zeit zu geben, sich auf den Roten Amerikaner einzustellen.
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