E-Sport RHEINPFALZ Plus Artikel Zwei neue Abteilungen beim FK Pirmasens geplant

Spielt schon seit den Neunzigern Fifa: Sascha Meinert.
Spielt schon seit den Neunzigern Fifa: Sascha Meinert.

Der aus dem südwestpfälzischen Leimen stammende Sascha Meinert spielte schon für die Fußball-Proficlubs SV Meppen und Stuttgarter Kickers, allerdings nicht auf dem Rasen. Der 41-Jährige, der in Frankfurt wohnt, ist E-Sportler und soll nun Leiter der geplanten E-Sport-Abteilung des FK Pirmasens werden.

E-Sport, der sportliche Wettkampf mit Computerspielen, wird immer populärer, hat allerdings in Deutschland – im Gegensatz zu den USA und Frankreich – noch nicht die Anerkennung als Sport erhalten. Diese verweigert der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) weiterhin. Immer mehr Fußball-Bundesligisten haben eine E-Sport-Abteilung. Es bestehen aber auch reine E-Sport-Vereine. Es gibt kontinentale Wettkämpfe und Weltmeisterschaften, Bundesligen und kleinere Turniere.

Auch Bundesligisten dabei

Bereits vor der Jahrtausendwende gab es Computerwettkämpfe, die zumeist im Mehrspielermodus ausgetragen wurden. Betrieben wird Ex-Sport überwiegend auf Konsolen. Er beschränkt sich nicht nur auf Simulationen von realem Sport, es werden auch auf Jump & Run, Handygames, Shooter- und Strategiespiele als Wettbewerb ausgetragen. Übertragen werden im Sportfernsehen allen voran die Turniere der Fußballsimulation Fifa, bei denen sich auch etliche Bundesligisten engagieren.

Jeder Spieler ein Charakter

Mit eben dieser Fußballsimulation beschäftigt sich Sascha Meinert. „Ich spiele schon seit den Neunzigern dieses Spiel“, sagt der Computerspezialist, der an der Frankfurter Börse arbeitet. „Ende Februar hatten wir den ersten Kontakt“, erzählt Mario Kapila, einer von drei Präsidenten des FK Pirmasens. Meinert wollte sich mit seinen Teamkollegen einem Verein anschließen. Er und seine zehn Mitspieler agieren im sogenannten Pro-Club-Modus auf der Playstation. Dabei bewegt jeder Computerspieler einen selbst erstellten Fifa-Charakter.

Verträge und Transferfenster

„Ich bin dann mal nach Pirmasens gefahren und habe Mario erklärt, um was es dabei geht“, berichtet der Vater zweier Kinder. Obwohl der Eins-gegen-eins-Modus bei den Fifa-Spielern wesentlich populärer ist, zieht der designierte E-Sport-Abteilungsleiter des FKP Teamwettkämpfe vor. „Es ist wie eine echte Mannschaft. Wir treffen uns jeden Abend und spielen zusammen. Es gibt sogar mündliche Verträge und ein Transferfenster, in dem die Spieler wechseln dürfen“, erklärt Meinert und verweist darauf, dass es mittlerweile mehrere tausend Ligen im Fifa-Bereich gebe.

Eigener Raum im Stadion?

In Meinerts Team, das nun unter dem Namen FK Pirmasens aufläuft, sind Spieler aus Hamburg, München und dem Saarland vor dem Bildschirm. „Wir können so auch Werbung für den Klub machen“, sagt der 41-Jährige. Sein Ziel sei es, im Tribünengebäude des Framas-Stadions einen Raum für E-Sportler einzurichten, in dem trainiert werden kann.

Großes FKP-Turnier

Der FKP will sein erstes E-Sport-Turnier am 6. Juni veranstalten. „Ich rechne mit 300 bis 1000 Spielern“, sagt Meinert. Bei dem Turnier sollen dann die 16 besten Spieler für das FKP-Team ausgewählt werden. Über einen sogenannten Caster – hier arbeitet Meinert mit einem österreichischen Partner zusammen – soll es dann auch Übertragungen auf der Internet-Plattform Youtube geben.

Krob bei Regionalliga-Cup

Im Eins-gegen-eins-Modus spielte Dennis Krob, im realen Fußball Stürmer des FKP-Regionalligateams, am Freitag beim E-Sports-Cup der Regionalliga. Er schied in der Gruppenphase aus. Seine Gegner waren dort Gruppensieger Felix Higl (SSV Ulm), Dario Bezerra Ehret (VfR Aalen), Luca Köbele (Bahlinger SC) und Francesco Calabrese (Bayern Alzenau). Fifa-Meister der Regionalliga wurde David Nieland vom SC Freiburg II.

Stürmer Dennis Krob repräsentierte den FKP beim E-Sports-Cup der Fußball-Regionalliga.
Stürmer Dennis Krob repräsentierte den FKP beim E-Sports-Cup der Fußball-Regionalliga.
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