Handball
TV Dahn gewinnt Verbandsliga-Derby gegen TV Thaleischweiler
Beim Stand von 24:21 traf Thaleischweilers Alexander Escher vom Kreis aus die Latte, der Ball sprang hoch und landete auf dem eingeklappten Basketballkorb der Dahner Schulsporthalle. Ein neues Spielgerät musste her. Mit dem trafen die Dahner fünfmal in Serie. Das Spiel war für den Außenseiter entschieden. Am Ende hieß es 29:23 (16:10).
Schweigsamer Schweitzer
Mit „Derbysieger, Derbysieger“-Rufen feierten die Dahner Anhänger, darunter auch viele frühere Spieler und Ex-Coach Sebastian Kriebel, schon drei Minuten vor dem Ende den Erfolg des Tabellenletzten der Verbandsliga. Der TV Thaleischweiler verpasste den vorläufigen Sprung auf Tabellenplatz fünf. Hastig verzogen sich die Skorpione mit gezogenen Stacheln in die Kabine. Trainer Jens Schweizer mochte gar nichts sagen.
Auf der Gegenseite war Michael Blank, dem Trainer des TV Dahn, die gute Laune anzusehen. Er sprach vom besten Spiel des Jahres, einer geschlossenen Mannschaftsleistung, in die er sogar diejenigen einbezog, die gar nicht auf dem Feld standen: „Als sie sahen, dass es bei den anderen gut lief, haben sie auch nicht auf Einsatzminuten gedrängt.“
Guter Torhüter
Blank wechselte erst in der 40. Minute: Moritz Pavlitzek kam für Marius Bold, agierte aber unglücklich. Ein Fehlpass, eine Zeitstrafe: Blank korrigierte den Wechsel fünf Minuten später und tröstete den Ausgetauschten. Als die Begegnung entschieden war, kam Nico Dauenhauer noch kurz aufs Feld. Die Startformation machte es einfach zu gut, stand in der Abwehr stabil: „Wir haben es geschafft, die Abläufe, die Thaleischweiler seit Jahren so routiniert runterspielt, entscheidend zu stören“, sage Blank. Dazu kamen zig Fehlwürfe des TVT, der immer wieder am Dahner Torwart Stephan Helfrich scheiterte, oder die Bälle neben den Kasten zimmerte.
Starker Schwarz
Dahn spielte offensiv vor allem in Durchgang eins für seine Verhältnisse überragend. Vor allem Fabian Schwarz. Er war es, der mit seinen Auslösehandlungen die anderen Spieler einsetzte oder selbst erfolgreich abschloss. Super, wie er von halbrechts mit einem Diagonalpass David Link ganz links außen fand, der das 10:5 erzielte (17.). Erst gegen Spielende gingen Schwarz’ Kräfte etwas aus, er machte mehr Fehler. Da wurde Louis Farbacher immer stärker und stützte das Team mit seinem Durchsetzungsvermögen am Kreis.
Dem TVT halfen auch die leichten Tore nicht, die vor allem Dominik Schweizer beisteuerte oder über die schnelle Mitte als Antwort auf Dahner Treffer fielen. Schrittfehler in der Schlussphase, das Wurfpech und zu wenig Zugriff auf die Dahner Angreifer sorgten für die unerwartete Schlappe. Escher meinte dazu: „Wir haben den Gegner nicht so ernst genommen, wie wir es hätten müssen, haben den Gegner mit rund 15 guten Chancen, die wir nicht genutzt haben, stark gemacht. Dazu kamen demoralisierende Pfiffe der Schiris in den letzten 15 Minuten und konditionelle Probleme bei uns.“
„Über die Schmerzgrenze“
Blank sah in seiner Mannschaft keinen Schwachpunkt und ergänzte: „Wir hatten eine dermaßen große Motivation, sind auch über die Schmerzgrenze gegangen und vom Spielstand durch die Partie getragen worden.“
SO SPIELTEN SIE
TV Dahn: Helfrich - Fabian Schwarz (7), Bold (3/1), Lukas Schwarz (7) - Eckelmann (4), Link (2) - Farbacher (6); Moritz Pavlitzek, Dauenhauer, Felix Pavlitzek (n.e.), Leidner (n.e.)
TV Thaleischweiler: Scherer - Waryas (2), Eger (5/3), Dominik Schweizer (6) - Pfeifer, Becker (1) - Escher (2); Schick, Huber (3/2), Jens Schweizer (3), Heckmann (1)
Spielfilm: 4:2 (8.), 10:5 (16.), 16:10 (Halbzeit), 22:19 (44.), 29:21 (58.), 29:23 (Ende) - Zeitstrafen: 1:3 - Siebenmeter: 1/1:6/5 - Beste Spieler: Fabian Schwarz, Helfrich, Farbacher - Dominik Schweizer - Zuschauer: 75 - Schiedsrichter: Möhle/Kuntz (HSG Lingenfeld/Schwegenheim).