Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Stoll ist stolz: FSG Hauenstein/Rodalben kann für weiteres Pfalzliga-Jahr planen

Saisonziel erreicht: FSG-Trainer Björn Stoll und sein Team.
Saisonziel erreicht: FSG-Trainer Björn Stoll und sein Team.

Auch wenn es rein rechnerisch noch nicht ganz geschafft ist: Die FSG Hauenstein/Rodalben hat sich mit dem 26:13 (16:8) gegen die chancenlose SG Lambsheim/Frankenthal praktisch den Verbleib in der Frauenhandball-Pfalzliga gesichert. Es war eine Art zäher Spaziergang für die Sieben von Trainer Björn Stoll.

Stoll war das nach dem Abpfiff aber völlig egal. Er freute sich einfach darüber, dass seine Frauen den Abstieg vermieden haben. Dass dies schon zu so einem recht frühen Saisonzeitpunkt glückte, lag an zwei Faktoren. Erstens: Die Frauen-Spielgemeinschaft hat durch die immer mehr und besser integrierten B-Jugendlichen der TS Rodalben sowohl quantitativ als auch qualitativ im Laufe der Runde eine Blutauffrischung bekommen, ist zu einer stabilen Einheit, vor allem in der Defensive, geworden. Trainer Stoll hat Alternativen auf der Bank, die er und seine Vorgänger zuletzt in der Form nicht hatten.

Gegner ohne Kondition

Zweitens: In der Liga gibt es mit Lambsheim/Frankenthal und Mutterstadt/Ruchheim nach der langen Corona-Auszeit zwei Mannschaften, die vom Niveau her deutlich hinter dem Rest herhinken. Das wurde am Freitag überdeutlich. Zwar gab SG-Trainerin Elena Scharfenberger an, dass ihr zwölf Spielerinnen des Kaders gefehlt hätten, aber das wollte selbst die Trainerin nicht als alleinige Entschuldigung so stehen lassen: „Es ist eher der fehlenden Kondition der Mannschaft geschuldet. Teilweise trat das schon in der ersten Hälfte auf. Daher haben wir so viele Fehler gemacht. Das darf so kurz vor Saisonende in der Form definitiv so nicht mehr sein, ist aber auch ein Resultat der schwachen Trainingsbeteiligung.“ Die Konsequenz daraus hat die SG Lambsheim/Frankenthal schon gezogen und den freiwilligen Pfalzliga-Verzicht für kommende Runde erklärt.

Stoll hingegen entschuldigte die Fehler, die bei seinem Team hauptsächlich den Torabschluss betrafen, großzügig: „Wir wollten den Klassenerhalt, hätten es gerne spektakulärer gemacht, aber heute ist es mir völlig egal, dass es kein Feuerwerk wie vergangene Woche war. Ich bin stolz.“

Keine Experimente

Er verzichtete auf Experimente und ließ seine Stammbesetzung lange unangetastet. „Ich habe nicht auf die Uhr geschaut beim Wechseln, wollte, dass wir nach der Pause noch weiter wegziehen“, erklärte er, warum er die Chance, Reservistinnen zu bringen, nicht schon zeitiger genutzt hatte. So gab es lange ein einfaches Muster: Die SG verlor in der sattelfesten FSG-Abwehr den Ball, kam bis zur 19. Minute lediglich durch Strafwürfe zu Torerfolgen, die FSG eigentlich über die gesamte Spielzeit mit wenigen Ausnahmen nur über Tempogegenstöße, von denen sie aber auch längst nicht jeden nutzte. Nur deshalb ist wohl noch nie ein so krass unterlegener Gegner mit einem noch so schmeichelhaften Ergebnis aus einer Handball-Halle gegangen wie die SG Lambsheim/Frankenthal (23 Ballverluste ohne Abschluss, 21 Fehlwürfe) am Freitag.

Zwischenzeitlich öffnete sich der SG in Person von Dana Koch auf der rechten Angriffsseite ein Türchen für zwei Treffer (10:7/24., 13:8/26.), aber das schloss die FSG auch schnell wieder. Einzig auf der Torhüterposition war dieser Vergleich der beiden Teams ausgeglichen: Luisa Seibel im FSG-Tor und Florentine Geibel auf der anderen Seite immer wieder ihr Können aufblitzen ließen, kamen auf je 14 Paraden.

Nun folgt das Derby

Bis zum 10:7 (24.) blieb die Partie vom Ergebnis her einigermaßen offen, doch die Spielanteile sprachen da schon eine ganz andere Sprache. Die FSG nutzte nach dem 13:8 (26.) ihre Chancen besser, während die SG 19 Minuten ohne eigenes Tor blieb. Der Rest war ein lockeres Auslaufen der Südwestpfälzerinnen. Stoll: „Jetzt wollen wir mal schauen, ob wir in der Tabelle noch etwas klettern und nächste Woche im Derby gegen die HSG Trifels was reißen können.“

SO SPIELTEN SIE

FSG Hauenstein/Rodalben: Luisa Seibel - Siegel (3), Dausch (1), Lena Seibel (4) - Ferkah (1), Annalena Seibel (10) - Stretz (2); Hack (3/1), Beneke (1), Heisel, Wilke, Lauer (1), Müller (1)

Spielfilm: 3:1 (7.), 5:4 (14.), 9:5 (21.), 10:7 (24.), 13:8 (26.), 16:8 (Halbzeit), 23:8 (43.), 26:13 (Ende) - Siebenmeter: 3/1:8/7 - Zeitstrafen: 2:3 - Beste Spielerinnen: Annalena Seibel, Stretz, Dausch - Geibel - Zuschauer: 50 - Schiedsrichter: Werner (Kaiserslautern).

x