Tischtennis RHEINPFALZ Plus Artikel Nur Remis: Nünschweiler ist dem Oberliga-Abstieg ganz nah

Gedankenaustausch nach den verlorenen Doppeln: (von links) Thomas Veith, Fabian Freytag und Henry Wiche.
Gedankenaustausch nach den verlorenen Doppeln: (von links) Thomas Veith, Fabian Freytag und Henry Wiche.

Ist es ein Punkt zu wenig für den TTC Nünschweiler? Kaum mehr zu vermeiden scheint der Abstieg aus der Tischtennis-Oberliga nach dem 5:5 am Sonntag gegen den punktgleichen TTC Berus. Bereits kurz nach Beginn der Partie war fast alle Hoffnung verloren.

80 Zuschauer waren in die Halle im Füllengarten gekommen und machten mächtig Stimmung. Auch der TTC Berus hatte etliche Fans mitgebracht. So wurden stetig Punktgewinne der beiden Mannschaften bejubelt. „Die Stimmung war richtig geil. Das macht einfach nur Spaß“, sagte Nünschweilers Ex-Pfalzmeister Henry Wiche nach der Partie.

Wie heiß die Mannschaft emotional war, zeigte sich spätestens im Einzel von Timo Schultz. Er bejubelte fast jeden gewonnenen Punkt mit einem lautstarken „Jaaaa!“, agierte bissig, griffig und klug, legte auch mal einen Ball locker zurück, wenn der Gegner diesen zuvor gerade noch so auf die Platte manövriert hatte.

Bundesligaspielerin coacht

Noch ein Stück offensiver als sonst zeigte er sich im Einzel gegen Julien Pistorius. Im zweiten Satz wehrte Schultz clever, aber auch mit viel Mut drei Satzbälle ab, gewann diesen Durchgang noch mit 13:11. Pistorius haderte derweil mit sich selbst, wirkte in der Satzpause nahezu verzweifelt, feuerte seine Trinkflasche wutentbrannt auf den Boden. Auch im dritten Satz schaffte Schultz es, den Saarländer stetig unter Druck zu setzen, machte wenige Fehler, blieb dabei auch im Aufschlagspiel variantenreich und trieb seinen Kontrahenten zu Fehlern. Dennoch vergab er zwei Matchbälle, Pistorius fand den Weg zurück ins Spiel, gewann in der Satzverlängerung. Bundesligaspielerin Tanja Krämer kam in der Satzpause zur Beratung. Die Tochter der 29-fachen Nationalspielerin trainiert in Nünschweiler. Schultz gewann im vierten Durchgang, nachdem er zwei Satzbälle abgewehrt hatte, mit seinem insgesamt dritten Matchball.

Nach den Doppeln stand es 0:2, auch weil es Fabian Freytag und Thomas Veith nicht gelang, das Momentum in ihrem Doppel zu nutzen. Überraschend spielte in den Einzeln nicht Veith, sondern Schultz. Als dann der stark spielende Fabian Freytag und Wiche im Spitzenpaarkreuz siegten und zum 2:2 ausglichen, war wieder Hoffnung da in Nünschweiler.

„Ich darf mein zweites Einzel nicht verlieren. Ich hatte sehr viele gute Chancen mit der Vorhand“, sagte Wiche nach seinem 0:3 gegen den früheren Akteur der TSG Kaiserslautern, Jan-Philip Becker.

Hochspannung

Beim Stand von 4:4 entwickelte sich eine wahnsinnige Spannung in der Halle. Schultz war drauf und dran, auch sein zweites Einzel zu gewinnen, hatte etliche Chancen, doch der starke Leon Roskothen auf Seiten des TTC Berus hatte insbesondere zum Ende der Partie die besseren Antworten. Marcel Dohmen rettete gegen Pistorius wenigstens einen Zähler für Nünschweiler.

„Ein Punkt ist zu wenig, aber besser als verloren. Wir müssen jetzt in den letzten Heimspielen etwas mitnehmen“, stellte Wiche fest. Er will die Hoffnung in Sachen Oberliga-Verbleib noch nicht aufgeben.

SO SPIELTEN SIE

Nünschweiler - Berus 5:5. Henry Wiche/Timo Schultz - Julien Pistorius/Leon Roskothen 12:14, 6:11, 10:12, Fabian Freytag/Thomas Veith - Til Sander/Jan-Philip Becker 8:11, 6:11, 11:8, 11:3, 6:11, Freytag - Becker 7:11, 11:7, 11:8, 11:6, Wiche - Sander 6:11, 11:8, 11:7, 11:6, Dohmen - Roskothen 7:11, 7:11, 8:11, Schultz - Pistorius 11:9, 12:10, 11:13, 12:10, Freytag - Sander 11:7, 12:10, 7:11, 11:7, Wiche - Becker 10:12, 10:12, 4:11, Dohmen - Pistorius 6:11, 16:14, 13:11, 10:12, 11:5, Schultz - Roskothen 12:10, 9:11, 10:12, 8:11.

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