Pirmasens Neuling Herschberg zahlt Lehrgeld

FUSSGÖNHEIM. Nach tollem Saisonstart ist der SV Herschberg in der Fußball-Verbandsliga auf dem Boden der Tatsachen gelandet. Bei Spitzenreiter ASV Fußgönheim war der Neuling gestern chancenlos und am Ende mit der 1:4 (0:3)-Niederlage noch gut bedient.
„Ich bin enttäuscht darüber, wie wir uns teilweise präsentiert haben. Von den Führungsspielern ist keiner seiner Rolle gerecht geworden und hat Verantwortung übernommen“, redete SVH-Trainer Jens Mayer Klartext. Die Partie hätte nur dann einen anderen Verlauf nehmen können, wenn Jascha Conzelmann in der ersten Minuten sein tolles Solo an drei, vier Fußgönheimern vorbei mit einem Tor abgeschlossen hätte. Die Schnelligkeitsvorteile, die vor allem Conzelmann und der früh verletzt ausgeschiedene Heraldo Jorrin hatten, konnten die Herschberger viel zu selten nutzen. Als Jorrin ging, stand es allerdings bereits 2:0 für die Gastgeber. „Fußgönheim hat das gut gemacht, hat abgeklärt gespielt, während wir viel Lehrgeld bezahlt haben“, brachte es Mayer auf den Punkt. Beim 1:0 wurde die Flanke nicht verhindert, und innen bekam die SVH-Abwehr den Ball nicht weg, sodass Philipp Stiller mit links abschließen konnte (9.). Der ASV, den eine enorme Effektivität auszeichnete, hatte es auch bei den Treffern zwei und drei nicht allzu schwer. Ein guter Pass von Benjamin Bischoff schnitt die Gästeabwehr förmlich auf, und Kevin Takpara traf per Lupfer zum 2:0 (16.). Fehlender Zugriff war auch beim 3:0 festzustellen, wobei der Außenristschuss von Talha Demirhan gekonnt war (28.). Dass man die Fußgönheimer mit schnellem Direktspiel durchaus knacken kann, wurde nach der Pause ersichtlich, als Anthony Del Rio Pfeffer Conzelmann im Strafraum foulte. Den fälligen Elfmeter verwandelte Dennis Schmidt (47.). „In den folgenden zehn Minuten hatten wir unsere stärkste Phase, aber das war unterm Strich viel zu wenig“, monierte Mayer. Zum einen weil es nur zehn Minuten waren, in denen der SVH die Partie bestimmte, zum anderen, weil der Elfmeter auch die letzte Möglichkeit im gesamten Spiel war. „Die Umschaltbewegung bei Ballverlust hat mir nicht gefallen. Weil wir uns im Spiel nach vorne kaum in Szene setzen konnten, war unsere Offensive fast tot“, analysierte der Coach. Fußgönheim übernahm wieder das Kommando und erspielte sich noch einige gute Gelegenheiten. Beim 4:1, einem Freistoß, sah Herschbergs Torwart Tim Schiefer nicht gut aus. Allerdings bewahrte er sein Team in der Schlussphase bei etlichen klaren Chancen der Platzherren vor einer höheren Niederlage. So spielten sie SV Herschberg: Schiefer - Rinner (46. Lapot), Purdy, Fried, Donauer (72. Mayer) - Freiler, Lenhard - Conzelmann, Schmidt, Böhr - Jorrin (26. Sikora).