Pirmasens Leidenschaft gilt Amateurfunk

Thomas Wieland hat in seinem Hobbyzimmer eine beeindruckend Amateurfunkanlage eingerichtet.
Thomas Wieland hat in seinem Hobbyzimmer eine beeindruckend Amateurfunkanlage eingerichtet.

Während Gott und die Welt via Smartphone und Internet kommuniziert, hat sich der Pirmasenser Thomas Wieland ganz dem Amateurfunk verschrieben. Er ist Vorsitzender des Pirmasenser Amateurfunk-Vereins K09.

„Heute Morgen habe ich mich zum Beispiel mit Kollegen aus Barbados unterhalten. Okay, das sind Deutsche, die ihr Equipment dort hin mit geschleppt haben, aber trotzdem Barbados“, erzählt Wieland. Seine Begeisterung merkt man ihm an. Dass die Amateurfunkerei seine große Leidenschaft ist, lässt sich kaum verbergen. Eine beeindruckende Anlage steht in seinem Hobbyzimmer, gekrönt von einem fast 14 Meter hohen Funkmast, der in seinem Garten steht. „Als wir vor ein paar Jahren hier gebaut haben, habe ich das Fundament dafür gleich mitmachen lassen.“ Schon als Kind habe er sich für Technik und Elektronik interessiert. Seinen ersten Mittelwellensender habe er damals mit einem Technik-Baukasten gebastelt. Während seines Chemiestudiums, das er mit einem Doktortitel abschloss, hatte er einen Kurzwellensender, mit dem er die Radioprogramme in der ganzen Welt hören konnte. Hierbei schnappte er die ersten Amateurfunkbeiträge auf. Das Thema faszinierte ihn. In den 80er Jahren beschäftigte er sich mit dem damals recht beliebten CB-Funk. Viele hatten damals, in der Vor-Handy Zeit, solche Geräte in ihren Autos. Im Unterschied zum Amateurfunk war das jedem zugänglich. Als richtiger Amateurfunker benötigt man eine Lizenz. Um die zu erhalten, bedarf es Prüfungen in den Bereichen Recht, Betriebstechnik und Elektrotechnik. Die berufliche Karriere und das Aufkommen des Internets hatte Wielands Funk-Tätigkeit für lange Jahre auf Eis gelegt. Damals, Mitte der 90er Jahre, war Wieland sehr aktiv mit dem neuem Medium. Einen Club gab es auch, der traf sich wöchentlich in der Gaststätte „Anno 1900“. Dort standen zwei internetfähige Rechner, mit denen sich die Mitglieder auseinandersetzten. „Mir ging es damals nicht darum, mit irgendwelchen Leuten im Netz zu kommunizieren, sondern mich interessierte die Technik, die dahinter stand. Wie entwarf man Programme? Wie baute man Seiten zusammen? Deshalb lernten wir dort zusammen mit Hilfe von ,Linux“ und ,Perl’ die Basics der Funktionsweise.“ Noch heute interessiert ihn die aktuelle Computertechnik. Vieles, was im Rahmen der Amateurfunktätigkeit vor sich geht, läuft ebenfalls digital. Vor einigen Jahren fielen ihm seine alten Amateurfunk-Bücher wieder in die Hände und er begann sich erneut mit dem Thema zu beschäftigen. Aus einer kleinen Anfängeranlage hat sich in den vergangenen Jahren eine professionelle Ausrüstung entwickelt, mit der er mit der ganzen Welt in Kontakt steht. Bei 187 Ländern stecken die kleinen bunten Nadeln auf der Weltkarte an der Wand. Mehrere Schachteln mit Bestätigungskarten aus allen Orten des Globus füllen seinen Schrank. Einmal wöchentlich trifft er sich mit Mitgliedern des Pirmasenser Amateurfunk-Vereins K09, dessen Vorsitzender er ist. Für andere Hobbys bleibt recht wenig Zeit. Seit der 58-Jährige pensioniert ist, verbringt er viel Zeit mit dem Funken. Gelegentlich verreist er mit seiner Frau, beide bevorzugen Kreuzfahrten und Busreisen.