Pirmasens Glühwein fehlt

Regen und Schnee im Mai: Dem deutsch-französischen Wochenmarkt tat dies am Samstag nicht gut.
Regen und Schnee im Mai: Dem deutsch-französischen Wochenmarkt tat dies am Samstag nicht gut.

Mehr oder minder ins Wasser gefallen ist am Samstag der deutsch-französische Wochenmarkt auf dem Exerzierplatz. Schneeregen sowie kalte Temperaturen sorgten dafür, dass nur wenige Besucher den Weg zu den 20 handverlesenen Händlern aus dem grenzüberschreitenden Biosphärenreservat Pfälzerwald/Nordvogesen fanden. Die Händler nahmen es mit Humor und fanden es schade, nicht an Glühwein zum Ausschenken gedacht zu haben.

Dicke Wolken hängen über dem Exerzierplatz, das Thermometer zeigt gerade mal drei Grad an und vom Himmel fallen Schneeflocken so groß wie Daunenfedern. Wer aus dem Fenster geschaut hat, bevor er mit einem Einkaufskorb bewaffnet das Haus verließ, hat seine Winterjacke aus dem Schrank gekramt. Schirme und Mützen im Mai sind am diesem Samstag kein seltener Anblick. Dennoch gut gelaunt steht Petra Kuntz von der Backstube Kissel aus Reichenbach-Steegen an ihrem Stand und scherzt mit den wenigen Kunden. „Wir haben Glück, dass sich unsere Stammkunden von dem Wetter nicht abhalten lassen. Unser Reichenbacher Musikantenbrot ist auf diesem Markt jedes Mal der Renner“, erzählt sie, während sie kleine Portionen des Brotes zum Probieren reicht. Seit vier Jahren kommt Kuntz mit ihren Mitarbeitern zum deutsch-französischen Wochenmarkt. Bei schönem Wetter könne man sich vor Zuspruch kaum retten. „Gemessen daran ist es weniger tragisch, wenn es mal nicht so gut läuft“, so Kuntz. Weniger positiv gestimmt ist Willi Vogel von der gleichnamigen Forellenräucherei aus Hinterweidenthal. „Normalerweise räuchern wir unsere Fische auf diesem Markt live. Das fällt heute leider aus. Es sind kaum Leute da, da macht mir das Ganze keinen Spaß. Sonst sind wir immer zufrieden“, sagt Vogel und wischt sich einen Regentropfen von der Stirn. Bei dem Wetter wolle eben niemand länger als nötig an einem der Stände verweilen. Ein Savoir-vivre- Gefühl wie sonst komme heute nicht auf. Schwarzwälder Schinken verkauft die Pirmasenserin Christa Männel am Stand von Werner Metzger aus Hinterweidenthal. Auch sie ist regelmäßiger Gast auf dem deutsch-französischen Wochenmarkt, mittlerweile zum sechsten Mal. Dort ist sie gerne und lässt sich auch heute ihre Laune nicht vermiesen. „Dafür, dass es jetzt Anfang Mai nochmal schneit, sind doch einige Leute da. Verkauft habe ich auch schon etwas, nur der Glühwein fehlt bei diesen Temperaturen“, sagt Männel und lacht. Marmeladen, eingelegte grüne Nüsse, Essig und Kräuter hat Carsten Schweigert vom Kürbishof Birkenhördt im Gepäck. Mit einem Lachen berät er die Kunden und gibt ein paar Gläser quietschgelber Marmelade über die Theke. „Es läuft nicht optimal, aber auf unsere Stammkunden können wir uns verlassen. So sind wir trotz allem noch relativ zufrieden“, sagt er, während einen Stand weiter Cosima Broderix mit ihrem Imbisswagen „Tante Rosa“ angesichts leerer Stehtische eine Idee hat. „Alle Speisen heute auch zum Mitnehmen“, schreibt sie mit weißer Kreide auf ein Schild, das sie vor ihren Wagen stellt.

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