FUSSBALL RHEINPFALZ Plus Artikel FK Pirmasens: Zu Besuch in der „Geisterstadt“

Das Hinspiel: Der niederländische A-Nationalspieler Guus Til (in Gelb) erzielt an den Pirmasensern Kevin Frisorger, Yannick Grie
Das Hinspiel: Der niederländische A-Nationalspieler Guus Til (in Gelb) erzielt an den Pirmasensern Kevin Frisorger, Yannick Grieß und Benjamin Reitz vorbei das 0:1. Beim Abpfiff hieß es 0:4 gegen Freiburg II.

In Freiburg werden am Samstag gleich zwei Geisterspiele ausgetragen. Ab 15.30 Uhr messen sich die Bundesligaprofis des SC im Schwarzwaldstadion ohne Publikum auf den Rängen mit Schalke 04, 90 Minuten zuvor ertönt im gut einen Kilometer entfernten Möslestadion der Anpfiff zum Regionalligamatch von Freiburg II gegen den FK Pirmasens.

Drei Spiele, drei Niederlagen, kein einziges Tor geschossen: Patrick Fischer, seit Sommer 2019 Trainer des FK Pirmasens, hat nun wahrlich keine guten Erinnerungen an Regionalligaspiele gegen den SC Freiburg II. Vergangene Saison verlor seine Mannschaft zu Hause mit 0:1 und zog dann im Breisgau, in der letzten Partie vor dem Saisonabbruch, mit 0:3 den Kürzeren. Diese Runde setzte es im Oktober, dem bis dato letzten FKP-Heimspiel vor Zuschauern, gar ein 0:4. Und ins Rückspiel am Samstag geht die junge Reserve des Bundesligisten als stolzer Tabellenführer, der aus den letzten sieben Partien fast optimale 19 Punkte holte. Sechs Punkte beträgt – bei noch elf ausstehenden Partien – Freiburgs Vorsprung auf den Tabellenzweiten Kickers Offenbach, acht sind es auf den SSV Ulm und gar zehn auf den gerade mit 1:0 besiegten TSV Steinbach Haiger. Es sieht nach Dritter Liga aus.

Unheimliche Geschwindigkeit

Mit Steinbachs Trainer Adrian Alipour hat Fischer nach diesem Spitzenspiel telefoniert. Fazit dieses Gesprächs und des ausführlichen Videostudiums: „Eine unheimliche Geschwindigkeit – defensiv wie offensiv – und kaum Leistungsschwankungen zeichnen Freiburgs Mannschaft aus. Mein Trainerkollege hat da eine gute Mischung aus Jugend- und Herrenfußball. Da wird nicht nur die spielerische Lösung gesucht, sondern zwischendurch auch mal ein langer Ball nach vorne geschlagen.“

Besagter Trainerkollege Christian Preußer hat zudem personell die Qual der Wahl. „Wir können aus dem Vollen schöpfen, haben viele Alternativen und können dadurch auch die Belastungen in der englischen Woche gut aufteilen“, sagt Preußer. „Jetzt schauen wir, wie wir es gegen Pirmasens personell und taktisch machen.“

Fischer sieht nur dann eine Chance für seine Mannschaft, wenn diese es schafft, „die Räume eng zu machen“. Nun, genau dies ist dem FKP in den vergangenen Wochen oft gelungen. Deshalb verloren die Pirmasenser nur eine ihrer letzten neun Partien (0:2 gegen Elversberg). Weil sie von diesen neun Spielen allerdings nur zwei gewannen (3:2 gegen Kassel, 2:0 gegen Stadtallendorf), befinden sich die Unentschieden-Experten aus der Südwestpfalz weiter in Abstiegsgefahr. Hoffenheim II hat auf dem ersten von wohl sechs Abstiegsplätzen nur drei Zähler weniger.

Noch zwei Außenverteidiger

Für die kommenden Aufgaben muss der FKP auf Gianluca Lo Scrudato verzichten, der sich vergangenen Samstag in der Partie gegen Rot-Weiß Koblenz den Ellenbogen ausgerenkt hat. Eine Operation ist laut Mannschaftsarzt Nils Veith nicht nötig, einige Wochen Fußball-Pause dagegen schon.

Damit sind es nur noch zwei Außenverteidiger im Kader, Sascha Hammann und Manuel Grünnagel. Sollte einer dieser beiden ausfallen, wäre Mittelfeldmann Salif Cissé die erste Option. Fischer: „Auch Arne Neufang und Tim Hecker haben diese Position schon gespielt.“ Der 2020 von den A-Junioren in den Regionalligakader aufgerückte Innenverteidiger Marcel Fritzler, der in der Saisonvorbereitung einen Kreuzbandriss erlitt, nähert sich seinem Comeback. „Er läuft viel und macht auf dem Platz mit unserem Athletiktrainer Manfred Lauer auch leichte Passübungen“, berichtet Fischer.

Neofytos wieder einsatzfähig

Angreifer Konstantinos Neofytos hat am Donnerstagabend bei eisigem Wind auf der Husterhöhe erstmals nach seinem Ende Januar erlittenen Mittelhandbruch ohne Schiene trainiert. Fischer ließ offen, ob der Grieche zum Aufgebot für Freiburg zählt. Dennis Krob, mit neun Treffern erfolgreichster FKP-Torschütze, ist nach verbüßter Gelb-Sperre wieder dabei.

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