Handball
Fehler-Festival bei TV Hauenstein gegen HSG Nahe-Glan
„Ohne Harz können wir kein Handball spielen“, sagte Sebastian Franz, Trainer der HSG Nahe-Glan, nach dem Gastspiel beim TV Hauenstein. Der konnte das nicht für sich nutzen, verlor das Oberliga-Kellerduell mit 22:27 (11:12).
Die nur 60 Zuschauer in der Wasgauhalle erlebten ein Spiel, in dem sich die Fehler auf beiden Seiten von Beginn an häuften. Es wurde sehr deutlich, weshalb beide Teams vor der Partie die Plätze zehn (TVH) und acht belegt hatten. Die Hauensteinerinnen verloren in der ersten Hälfte 18-mal den Ball bei ihren Angriffsbemühungen. Das war da schon mehr, als sich der TVH und andere Oberligisten sonst über 60 Minuten leisten. Am Ende waren es 30 dieser technischen Fehler.
Starke Luisa Seibel
Die HSG hingegen kam zwar zu Abschlüssen, allein die Ausbeute war unterirdisch. Insgesamt zischten 31 Würfe am Kasten vorbei oder wurden von der gut aufgelegten Luisa Seibel abgewehrt. Sie entschied das Torhüterinnenduell gegen die A-Jugend-Torfrau Tessa Endreß von der ersatzgeschwächt und insgesamt sehr jungen HSG klar für sich (17/2 gegenüber 10/1 Paraden).
In der 13. Minute hatte TVH-Trainer Kevin Hauck schon Handlungsbedarf erkannt. Er brachte Susanne Dausch, die sich entgegen der Ankündigung doch für den Notfall einsatzbereit gemeldet hatte, die Operation am gerissenen Band im dick bandagierten Finger nun erst im Dezember hat. Johanna Klein nahm wieder auf der Bank Platz. Besserung stellte sich dadurch aber nicht ein. Das Spiel blieb ausgeglichen. Über 3:5 (11.) und 6:5 (16.) kam es zum 11:12-Pausenstand. In der 22. Minute musste Lena Seibel zum zweiten Mal für zwei Minuten vom Feld. Sie war rotgefährdet und musste dann vom Innenblock in der Defensive auf die Außenposition. Überhaupt schwächte sich der TVH durch unnötig hartes Einsteigen mit folgenden Strafen mehrfach selbst.
Hauck wird laut
Haucks Halbzeitansprache hätte kurz und knapp ausfallen können: Eigene Fehler im Spielaufbau abstellen, Spiel gewinnen. Doch offenbar hatten seine Frauen anderes vor. Nach dem 12:13 der insgesamt sechsmal erfolgreichen Kristin Brill leisteten sie sich wieder offensiv, aber auch in der Defensive, in der Hauck auch eine doppelte kurze Deckung angeordnet hatte, Fehler. Das 12:16 in der 33. Minute war bereits eine kleine Vorentscheidung. Hauck ärgerte sich an der Linie nun auch mit angehobener Lautstärke. Zwar verkürzte Lena Seibel (sechs Tore) in Minute 37 auf 15:16, doch drei Zeigerumdrehungen später war der Vier-Tore-Abstand wieder hergestellt, dem der TVH fortan hinterherhechelte.
Obwohl sich Dausch (fünf Treffer), die mehrfach wegen Schmerzen kurz behandelt werden musste, aufopferte, Ann-Christin Steinhart (fünf Tore) eine Auszeit anforderte und die Mannschaft zu pushen versuchte, es half alles nicht mehr. So blieb Hauck am Ende wieder ratlos zurück: „Wir haben kämpferisch ein richtig gutes Spiel gezeigt, aber wir haben zu viele Fehler gemacht. Deswegen gewinnen wir unsere Spiele auch nicht.“ Dass es an mangelnder Eingespieltheit liegt, glaube er nicht, es habe „ja jede auf ihrer Stammposition gespielt“. Die Oberliga abgeschrieben hat er nicht: „Wir müssen dranbleiben und schauen, dass wir uns am Ende der Runde irgendwie in der Klasse halten können.“
31 Fehlwürfe der HSG
Das ist nach der Schlappe gegen einen direkten Konkurrenten schwerer geworden, weshalb dessen Coach auch zufrieden war. „Zwei Drittel des Kaders waren 2008er-Jahrgang. Wir sind jetzt einfach froh über die Punkte. 31 Fehlwürfe sind natürlich ein Wort. Zum Glück hat unsere Linksaußen getroffen, die hatte unter der Woche ohne Harz mit der zweiten Mannschaft trainiert“, sagte Franz. Die angesprochene Lea Krauß war mit sechs Toren beste HSG-Schützin bei nur zwei Fehlversuchen.