Pirmasens
Erfahrungsbericht: So hat eine Frau das Pirmasenser Impfchaos erlebt
Für Mittwoch war in Pirmasens der Impfbus angekündigt. In der RHEINPFALZ wurde darauf hingewiesen, dass dadurch eine Impfmöglichkeit ohne Anmeldung für jedermann bestände und es in den Messehallen Aufenthaltsmöglichkeiten für die Wartenden und die Geimpften geben würde.
Wie sah meine persönliche Erfahrung aus? Ich stand ab 8.15 Uhr vor verschlossenen Eingangstüren, vor denen schon viele Menschen relativ eng beieinander in Form eines ausgefüllten Halbkreises standen. Es war nicht erkennbar, wo sich Neuankommende anstellen konnten. Einige der Wartenden erwähnten, dass sie schon seit kurz nach 7 Uhr anstanden. Etwas nach 8.30 Uhr erschienen zwei Ordnungshüter, auf einer Jacke war Ordnungsamt zu lesen, auf der anderen Jacke stand Justizvollzug oder Ordnungsvollzug. Zunächst wurden keine Maßnahmen ergriffen. Nach etlichen Minuten bat ich die Ordnungskräfte, doch bitte für einen geregelten Zugang zu sorgen, sei es mit Absperrungen, Nummern, oder sonstigen Maßnahmen. Irgendwann versuchten sie, in einem Teilbereich mit mobilen Ständern und Bändern, eine Art von Korridor zum Eingang zu bilden. Dies geschah gegen 9 Uhr. Diese Maßnahmen führten eigentlich zu einer weiteren Verdichtung der Anstehenden, wie ich mit Fotos belegen kann.
Diese Maßnahmen wurden den Wartenden nicht erläutert, obwohl ein Megafon vorhanden war. Die Wartenden wurden auch nicht informiert, warum die Eingangstüren weiterhin für die Wartenden verschlossen blieben und wie lange das noch dauern würde. Aus dem Gebäude kamen immer wieder offenbar frisch geimpfte Personen. Wie diese ins Gebäude gekommen waren, war nicht erkennbar, da auf der Seite des Gebäudes die Türen bis etwa 10 Uhr geschlossen blieben. Erst dann wurden die ersten Wartenden eingelassen.
In Unterwäsche öffentlich geimpft
Im Gebäude ging es dann an Absperrbändern entlang über die Stationen: Registrierung, Impfarztberatung zur Impfung. Es gab drei Tische an denen geimpft wurde. Dort befanden sich jeweils ein Stuhl für den Impfling und den Impfenden ( Arzt?).
Der Impfvorgang fand in aller Öffentlichkeit statt und etliche Personen, so auch ich, mussten sich in der Unterwäsche der Öffentlichkeit zeigen, da sich die Ärmel nicht gut genug aufkrempeln ließen. Es gab keine Abschirmung durch Paravents. Meine Impfung erfolgte gegen 12.45 Uhr und kurz vor 13 Uhr konnte ich das Gebäude verlassen.
Unter den Wartenden draußen in der Kälte waren auch Kleinkinder. Die Ungeimpften, die einmal Geimpften und die Menschen, die wegen der Booster-Impfung gekommen waren, standen über Stunden relativ dicht beieinander. Raucher nahmen immer wieder ihre Masken ab und rauchten in der Schlange der Wartenden.
Die Wartenden verhielten sich bis auf die Einhaltung der Abstände recht geduldig und diszipliniert.
Info
Der Redaktion ist der Name der Verfasserin bekannt. Die RHEINPFALZ weiß, warum die Frau nicht namentlich in Erscheinung treten will. Sie hat dafür nachvollziehbare Gründe angeführt.