Golf RHEINPFALZ Plus Artikel Eine Pirmasenserin in den USA: Katja Müller studiert und spielt in Arkansas

Ihr größter Erfolg in den USA war bisher ein achter Platz bei einem Turnier in Seattle: Katja Müller.
Ihr größter Erfolg in den USA war bisher ein achter Platz bei einem Turnier in Seattle: Katja Müller.

Katja Müller ist die Vorzeigespielerin des Ersten Golfclubs Westpfalz. Seit August studiert die ehemalige deutsche Jugendmeisterin in den USA und wird dort auch als Sportlerin gefördert. Gerade war die Pirmasenserin auf Heimaturlaub und zog im Gespräch mit der RHEINPFALZ eine Zwischenbilanz.

Mitte August des vergangenen Jahres begann für Katja Müller aus Pirmasens, die Topspielerin im Zweitligateam des Ersten Golfclubs Westpfalz, das Studium in den USA. Sie ist nach Sophie-Charlott Hempel (ebenfalls eine Pirmasenserin) und Patrizia Schäfer bereits die dritte EGW-Spielerin die in den USA studiert.

Im Sommer wurde sie mit dem EGW-Damenteam Meister der Zweiten Bundesliga Mitte, was ein Aufstiegsspiel Mitte August – ohne Müller – gegen Süd-Meister Stuttgart mit sich brachte. „Ich hatte schon ein etwas mulmiges Gefühl, weil ich wusste, dass ich das Relegationsspiel verpasse“, trauert die 19-Jährige der verpassten, aber auch überraschenden Chance nach, mit dem Hitscherhof-Team in die höchste deutsche Golfliga aufzusteigen. „Das Spiel war sonntags in München, Ich musste montags schon um 7 Uhr in Amerika an der Uni sein. Das war eine blöde Situation“, erzählt Müller.

Hartes Athletiktraining

Dort erwartete sie im Golf-Eliteteam der University of Arkansas Little Rock gleich ein Athletiktraining der besonderen Güteklasse. „Das war schon extrem anstrengend. Ich war am nächsten Morgen froh, dass ich aus dem Bett kam“, erzählt Müller, die mit Spielerinnen aus Venezuela, Norwegen, Schweden, Irland, Kenia, Kanada und der Slowakei zusammen in einem von Jenna Wylie trainierten Team spielt.

Das Gefüge in den USA sei gerade zu Beginn noch etwas ungewohnt. „Es ist ein anderes Schulsystem, ich kannte keine Leute, und auch die Abläufe waren anders“, erzählt Müller. Einen wichtigen Fixpunkt habe sie auch in den USA: „Ich habe ganz oft mit meinen Eltern telefoniert, aber noch öfter mit meiner Oma.“

Tägliche Telefonate mit Oma

So habe sich in ihrer Abwesenheit das ohnehin schon straffe zwischenmenschliche Band zu ihrer Großmutter nochmals deutlich verstärkt. Für diese täglichen Telefonate wurde Oma Christel Müller eigens mit einem Smartphone ausgerüstet, das auch für die Videotelefonie geeignet ist. „Sie war immer schon wach, als ich aufgestanden bin“, erzählt Müller lachend mit Verweis auf die Zeitverschiebung zwischen Deutschland und den USA.

Sprachbarrieren gab es im Team nicht. „Wir können uns auf Englisch gut miteinander verständigen“, sagt Müller, die Betriebswirtschaftslehre studiert. Schulisch und golferisch sieht sie sich gut angekommen in den Vereinigten Staaten. „Ich hatte sogar schon eine Top-Ten-Platzierung“, berichtet die Hitscherhof-Golferin von einem Turnier in Seattle, das sie als Achte beendete. „Dabei habe ich mit einer anderen Spielerin die beste Runde des Turniers gespielt.“

Erste Prüfungen bestanden

Nach dem Abitur an der IGS Thaleischweiler-Fröschen mit einer Gesamtnote von 1,9 habe sie an der Uni „die ersten fünf Prüfungen alle bestanden“, freut sich die deutsche Jugendmeisterin aus dem Jahr 2017. Auch wenn Müller sorgenfrei durchs erste Semester kam, war sie froh, dass sie etwas früher als üblich wieder die Heimreise antreten durfte. „Wir hatten dann viele Kurse, die komplett online waren. Deshalb bin ich schon am 4. Dezember nach Hause geflogen.“

Noch bis Freitag wird Müller in der Südwestpfalz sein, bis es wieder nach Übersee geht. Wenn sie dann am 12. Mai wieder in Rieschweiler-Mühlbach auf dem Golfplatz steht, dann freut sie sich auch auf das Kindertraining. „Ich trainiere gerne mit den Kindern. Zurzeit vertritt mich Inga Nahtz“, betont Müller, dass die Vertretung in ihrer Abwesenheit in guten Händen ist. „Ich freue mich aber auch schon wieder auf den Platz beim EGW. Es hat richtig Spaß gemacht, dort in den vergangenen Wochen mal wieder zu spielen. Ich freue mich auch schon auf den Sommer“, fügt Müller an.

Zu Zweitliga-Runde zurück

„Ich bin auf jeden Fall zum ersten Spiel wieder in Deutschland“, erklärt sie mit Verweis auf die Saison 2022 in der Zweiten Bundesliga. „Wir würden uns freuen, wenn wir das im Vorjahr Erreichte wiederholen könnten. Ein Relegationsspiel würden wir gerne noch einmal bestreiten“, verdeutlicht die 19-Jährige, dass Platz eins in ihrer Zweitliga-Staffel das Ziel ist. Mit dem GC Main-Taunus ist aber ein starker Konkurrent hinzugekommen. Dem hatte der EGW in einem Wimpernschlagfinale 2019 den Regionalliga-Meistertitel und den damit verbundenen Aufstieg in zweithöchste Spielklasse noch abgerungen. Nun sind die Hessinnen ebenfalls in der Zweiten Bundesliga angekommen.

Das EGW-Team hat sich personell nicht verändert. „Wir trainieren fleißig und haben Ambitionen für die nächste Saison“, sagt auch Team-Kapitän Andrea Pfersdorf. Sie will ebenfalls einen neuen Anlauf zum Sprung in die Erste Bundesliga machen.

Im Little-Rock-Trikot: Katja Müller aus Pirmasens.
Im Little-Rock-Trikot: Katja Müller aus Pirmasens.
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