Pirmasens
Die Montagsumfrage: Wie halten Sie es mit Halloween?
„Ich finde Halloween gerade für Kinder eine gute Sache“, sagt Joachim Timpe, der mit einer großen, schwarzen Gestalt im Arm durch die Innenstadt geht. Für den Enkel wird mit der Gruselfigur die eigene Einfahrt geschmückt. Damit es schön dunkel ist, wird dafür extra der Bewegungsmelder für das Licht abgeschaltet. Timpe findet es wichtig, Kindern gerade in der heutigen Zeit etwas Schönes zu bieten. Für die in der Nachbarschaft umhergehenden Kinder, die „Süßes, sonst gibt’s Saures“ verlangen, gibt es deshalb nicht nur Naschereien, sondern auch Getränke. „Den Kindern soll ja nicht langweilig werden“, meint Timpe.
Stephanie Acker ist zur Hälfte Amerikanerin. „Halloween ist mir also sozusagen in die Wiege gelegt“, erklärt sie lachend. Am 31. Oktober wird sie mit ihren Kindern um die Häuser ziehen. Die Tochter verkleidet sich als Hase und der Sohn als Skelett. Der Opa schmückt für Halloween der Vorgarten schaurig. „Die Kinder freuen sich schon sehr darauf“, sagt Acker. Im vergangenen Jahr, als die Corona-Pandemie das Von-Haus-Zu-Haus-Gehen schwer möglich gemacht hat, hat Acker die Süßigkeiten in kleine Beutel gepackt und sie am Zaun zur Mitnahme aufgehängt. „Dieses Jahr werden wir es aber wieder traditionell an der Tür machen“, berichtet sie.
Christoph Kress findet an Halloween gut, dass der Brauch die Kinder begeistert. Besondere Pläne hat er für den Abend nicht. „Die Nachbarkinder kommen immer verkleidet vorbei“, sagt Kress. Im Hintergrund sehe er dann die Eltern, die aufpassen. In seiner Straße sei schon bekannt, wer mit Süßigkeiten hinter verschlossener Tür wartet. Für zu amerikanisch hält Kress Halloween nicht. „Es ist doch immer wieder schön, die Freude der Kinder zu sehen“, erklärt er.
„Ich kannte die Tradition tatsächlich lange Zeit gar nicht“, sagt Stefan Beitelstein. Er kommt ursprünglich aus Nordrhein-Westfalen, ist aber seit 20 Jahren in der Pfalz. Erst nach und nach habe er verstanden, dass es um „Süßes und Saures“ geht. „Für die Kinder ist das deshalb toll“, meint Beitelstein, dessen eigener Sohn ebenfalls von der damals unbekannten Tradition begeistert war. Am 31. Oktober macht Beitelstein nichts anderes als sonst. „Ich werde mich nicht verkleiden, aber ein paar Süßigkeiten für die Kinder habe ich trotzdem da“, verrät er lachend.
Der elfjährige Nicolas von Winterfeldt ist an Halloween gleich zu zwei Partys eingeladen und hat sich noch nicht entschieden, wo er letztendlich hingehen wird. Fest steht aber, dass er mit seinen Freunden von Tür zu Tür gehen will, um Süßigkeiten zu sammeln. Danach wird dann noch ein Gruselfilm geschaut. Eine der beiden Partys ist sogar mit anschließender Übernachtung. Als was er sich verkleiden will, weiß er ebenfalls noch nicht. „Vielleicht gehe ich als Vampir“, überlegt Nicolas.
Traudel Dudenhöffer ist kein Fan von Halloween. „Für die Kinder ist es nett, aber ich verstehe nicht, dass man Halloween, ohne es zu hinterfragen, von den Amerikanern übernommen hat“, sagt sie. Wer will, der könne an dem Abend gerne feiern. „Ich würde mich aber nicht daran beteiligen“, erklärt Dudenhöffer. Süßigkeiten hat sie dennoch auf Lager, um Kindern, die klingeln eine Freude zu bereiten. „Generell messe ich dem Abend nicht so viel Bedeutung bei“, verrät sie.