Kultur in Waldfischbach
Die letzte Spielzeit unter der Federführung von Roland Schumm
Doch das Programm trägt nicht nur seine Handschrift: „Das Team vom Bürgerhaus ist großartig“, gibt er Lorbeeren, die die Gemeinde in den vergangenen Jahren mit ihrem Kulturprogramm ernten konnte, an die Mitstreiter weiter. „Um so ein Kulturprogramm hier hinstellen zu können, braucht es schon Menschen, die ein Faible dafür haben“, sagt er. Und mit denen habe er zusammenarbeiten dürfen. „Es hat wirklich Spaß gemacht“, sagt Schumm, der für den Kulturbetrieb im Ort seit 2016 zuständig war.
Schumm hatte im Januar aus gesundheitlichen Gründen seinen Rücktritt vom Amt des Beigeordneten zum 31. März eingereicht. Er wollte noch ein bestelltes Kulturfeld an den Nachfolger übergeben. Wie die Arbeitsbereiche in der Gemeinde künftig verteilt werden, ist noch nicht abschließend geklärt. Die Corona-Pandemie hat auch hier dafür gesorgt, dass alles etwas anders gelaufen ist, als geplant. „Aber alles, was bis jetzt geklärt werden konnte, ist geklärt“, sagt Schumm.
Er verweist auf das RHEINPFALZ-Interview mit Frank Serr vom 31. März, „mit dem wir hervorragend zusammengearbeitet haben. Frank Serr hat ja sehr deutlich gemacht, wo momentan die Schwierigkeiten liegen, dass es diese Ungewissheit gibt, ab wann wieder getourt werden darf, welche Darsteller, wann wo sind und vieles mehr“. Die Situation für alle Beteiligten, „ist gerade wirklich nicht einfach“, bestätigt er und weiß, dass ein gebuchter Künstler auch gebeten hat, dass ihm ein kleiner Vorschuss bezahlt werde. „Das haben wir geleistet“, sagt Schumm.
Was die aktuelle, theoretisch noch nicht ganz abgesetzte Spielzeit anbelangt, sieht es folgendermaßen aus: Das für 13. März geplante Konzert mit dem ehemaligen „Genesis“-Sänger Ray Wilson ist auf den 19. November verschoben. „Das hat mir schon sehr leid getan, dass das nicht mehr stattfinden konnte“, sagt Schumm. Er selbst ist Musiker, spielt leidenschaftlich gerne auf seiner über 40 Jahre alten Fender Telecaster. „Außerdem hatte ich an diesem Tag meinen 67. Geburtstag. Und den wollte ich eigentlich beim Konzert feiern“, sagt Schumm.
Davor hatten noch zwei Veranstaltungen bewiesen, dass die Programmauswahl im Bürgerhaus den Publikumsgeschmack trifft. Ausverkauftes Haus beim Rustikal „Der Watzmann“ und beim Frauentag mit dem Kabarett „DieDo“.
Auch an die Kinder gedacht
„Wir haben immer versucht, ein abwechslungsreiches Programm für verschiedene Zielgruppen zusammenzustellen“, sagt Schumm. Auch für die Kinder, um ihnen schon früh nahezubringen, wie toll ein Theaterbesuch, ein Musical sein kann. Im März war im Kinderprogramm die Aufführung „Ritter Rost und das Gespenst“ vorgesehen gewesen. Ritter Rost wird jetzt am 22. November auf die Bühne kommen. Noch keinen Ersatztermin gibt es für den für den 24. April vorgesehenen Auftritt von „Begge Peder“. Der Hesse mit der großen Schnauze, soll auf jeden Fall seine spezielle Weltsicht den Gästen im Bürgerhaus nahebringen. Ebenfalls noch nicht verschoben ist das Konzert am 24. Mai mit dem Chansonnier Marcel Adam.
Für alle Veranstaltungen, die nicht wie geplant stattfinden, gilt: „Die Tickets behalten ihre Gültigkeit für den Ausweichtermin. Sollte jemand dann nicht können, bekommt er sein Geld zurück“, verspricht Schumm. Gestrichen wurde in diesem Jahr das Barbecue in der Posthalterei. Es wäre genau mit einem Spieltag der Fußball-Europameisterschaft zusammengefallen. Eines von mehreren Problemen beim avisierten Termin, die sich schon aufgetan hatten, als Corona noch kein Thema war.
Lars Reichows „Wunschkonzert“
Sollte es aber ab Herbst, „was wir alle hoffen“, so Schumm, wieder möglich sein, auch Kulturveranstaltungen zu besuchen und zu genießen, steht am 18. September Kabarettist Lars Reichow mit seinem „Wunschkonzert“ im Bürgerhaus auf der Bühne. Eine Rock’n’Roll-Explosion ist nach derzeitigen Planungen für den 24. Oktober vorgesehen: Dann machen Harald Krüger und die Band „Krüger rockt“ im Bürgerhaus Station und wollen dafür sorgen, dass kein Tanzbein still stehen bleibt. Im November kommt „Ritter Rost“ und am 3. Dezember sind, in Zusammenarbeit mit Frank Serr, wieder die „Original USA Gospel Singer“ zu hören, die traditionell ihre Weihnachtstournee in Waldfischbach-Burgalben starten wollen.
Auf eine neue Frank-Serr-Produktion freuen sich schon alle im Februar: Die „Addams Family“ soll dann auf der Bühne für lustigen Grusel sorgen und das Corona-Schreckgespenst vergessen machen. Die Jüngeren (aber auch mancher Erwachsener) freuen sich bestimmt, wenn Liedermacher Volker Rosin am 21. März 2021 zu Gast sein wird. Und der Comedian, der schon seit Jahren eine Corona-Frisur trägt, Friseurbesuche scheinbar für überbewertet hält, Sven Hieronymus, soll am 17. April auftreten. „Es ist also für jeden etwas dabei“, sagt Schumm.
Viele auswärtige Besucher
Schaut er auf seine Zeit im Waldfischbach-Burgalber Kulturbetrieb zurück, dann freut er sich über viele Veranstaltungen mit sehr gutem Zuspruch. Klasse sei, „dass es uns immer wieder gelungen ist, Veranstaltungen hierher zu holen, mit Eintrittspreisen unter 30 Euro, für die Besucher zum Beispiel in Berlin wenige Wochen später mehr als das Doppelte bezahlt haben“, verweist er auf die Qualität des Programms, dass die Kulturfreunde zu schätzen wissen. Die kommen aus der gesamten Region. „60 bis 70 Prozent unserer Gäste, auch viele Stammbesucher, kommen nicht aus Waldfischbach-Burgalben“, weiß Schumm. Weit über die Verbandsgemeindegrenzen hinaus hat das Kulturprogramm Freunde.
Für Schumm gab es viele tolle Geschichten, wie die Premieren der Serr-Stücke. Für ihn persönlich, auch wenn er Rock-Gitarre spielt, „waren musikalisch die Neujahrskonzerte mit dem ,Johann Strauß-Orchester’ und den fantastischen Sängerinnen musikalisch Höhepunkte. Was die Besucherresonanz betrifft leider die größten Enttäuschungen“, bedauert Schumm. Der persönliche Höhepunkt für ihn war das italienisch-spanische Open Air mit den Moosalbtalern im Park gegenüber dem Bürgerhaus. „Da hat einfach alles gepasst. Das Wetter, die Musik, die Stimmung – das war ein perfekter Abend“, erinnert sich Schumm gerne.
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