Leimen RHEINPFALZ Plus Artikel Die anonyme Giddarischde und Tiroler Pfalzfeuer: Zwischen den Bands funkt’s

Die anonyme Giddarischde und die Leimer Band Tiroler Pfalzfeuer standen zusammen auf der Bühne.
Die anonyme Giddarischde und die Leimer Band Tiroler Pfalzfeuer standen zusammen auf der Bühne.

Rund 800 Besucher kamen zu dem Konzert der Pfälzer Kultband Die anonyme Giddarischde am Samstag in die Leimer Sängerhalle. Die Musiker aus der Vorderpfalz machten auf der Bühne auch gemeinsame Sache mit der Vorgruppe.

„Dankschää! – Bittschää!“ Wer, der schon auf einem Konzert der Band Die anonyme Giddarischde war, kennt diese Abfolge von Ausrufen nicht? Das pfälzische Wort „schää“ bringt die Beschreibung der denkwürdigen und fetzigen Musikveranstaltung am Samstag in der Leimer Sängerhalle jedenfalls auf den Punkt. Rund 800 feierfröhliche Besucher von Jung bis Alt erfreuten sich sichtlich an den knalligen Musikkrachern, als die Kultband in die Saiten griff. Echte Pfälzer Mundart wurde geboten – „kein Oxford-Pälzisch“, wie Bandleader Thomas Merz, genannt „Edsel“, humorvoll betonte. Im Publikum machte sich schnell gute Stimmung breit.

Die Einheizer, die Musiker der Leimer Band Tiroler Pfalzfeuer, standen den pfälzischen Promis allerdings in nichts nach. Das zeigte sich am besten, als Merz die Tiroler-Pfalzfeuer-Musiker auf die Bühne holte und die beiden Bands zur großen Freude der mittlerweile auf den Bänken stehenden Zuhörer die Bühne gemeinsam aufmischten. Die Vorband hat Eindruck bei den Frankenthaler Musikern hinterlassen – die fünf Vollblutmusiker um Oliver Vogel hatten laut diesem zuvor noch nie vor einem solch großen Publikum gespielt.

Die Heimatliebe zieht sich durch

Gemäß ihrem Namen und auch passend zu einem Teil der Besetzung legte Tiroler Pfalzfeuer ein Bekenntnis zur alten Heimat hin – etwa mit dem Titel „Dem Land Tirol die Treue“. Dieses Profil passt gut zu dem der Giddarischde, die ja auch die Heimat besingen. Doch das Thema erwies sich nicht als der inhaltliche Schwerpunkt von Tiroler Pfalzfeuer. Die Gruppe trieb das Publikum auch mit Hits wie „Du entschuldige – i kenn’ di“ (Peter Cornelius), „Butterfly“ (Danyel Gérard)“ und „Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben“ (Jürgen Marcus) auf die Bänke.

So gut auf Touren gebracht, war es ein Leichtes, die Musiktemperatur noch zu steigern. Die anonyme Giddarischde, begleitet von ihren zahlreichen Fans mit entsprechenden T-Shirts, gingen gleich in die Vollen – so sehr, dass bereits nach dem zweiten Song eine Gitarrensaite riss. Die Band nur auf den Kulthit „Die Lewwerworscht“ und das „Palzlied“ zu reduzieren, wäre falsch. Auch Lieder wie „Pälzer dürfen des“ und „Baumarkt“, in dem Männer noch Männer sein dürfen, setzten immer wieder Emotionen bei den begeisterten Mitsängern frei.

Dem Frosch im Hals getrotzt

Beachtlich war auch, dass Bandleader Merz den dreieinhalbstündigen Abend durchhielt, obwohl sich ihm „eh Frosch in de Hals gesetzt hott“, wie er feststellen musste. Respekt!

x