FUSSBALL RHEINPFALZ Plus Artikel Antrag zu Spielgemeinschaften bei Kreistag Pirmasens/Zweibrücken

ehequer-online

Der SV Ixheim will die Bedingungen für eine Spielgemeinschaft ändern. Sollte der Antrag beim Kreistag und dann auch beim Verbandstag eine Mehrheit finden, würde beim Ende einer „Fußball-Ehe“ einer der beiden Vereine nicht mehr zwingend in der untersten Klasse neu starten müssen.

Fakt ist: Es gibt immer weniger junge Männer, die Woche für Woche in einer Liga Fußball spielen (wollen). Das liegt zum einen am demografischen Wandel und zum anderen am geänderten Freizeitverhalten. Dies bedingt, dass immer mehr Vereine keine Mannschaft mehr in den Spielbetrieb unter dem Dach des Südwestdeutschen Fußballverbands (SWFV) entsenden können. Um nicht ganz ausgeschlossen zu sein, flüchten sich etliche Vereine in Spielgemeinschaften. Zehn davon gibt es derzeit allein im Fußballkreis Pirmasens/Zweibrücken. Doch Vorsicht! Nicht jede Spielgemeinschaft ist auch eine richtige Spielgemeinschaft, sondern mitunter lediglich eine Kooperation.

Kooperation, keine richtige SG

Ein Beispiel: Der ASV Glashütte und die SG Eppenbrunn bilden seit der vorigen Saison zusammen eine C-Klasse-Mannschaft. Dabei sind jene Akteure, die vor der „Ehe“ beim ASV kickten, auch in der gemeinsamen Mannschaft mit ASV-Spielerpässen am Ball. So verhält es sich auch bei den Fußballern mit SGE-Vergangenheit. Die SG Eppenbrunn spielt mit einer eigenständigen Mannschaft noch in der Landesliga. Und sollte bei dieser mal Mangel an Spielern bestehen, so könnten Akteure aus der Spielgemeinschaft Glashütte/Eppenbrunn nach oben aufrücken, jedoch nur jene Spieler, die über einen SGE-Pass verfügen. Glashütter Akteure dürfen nicht für die SGE in der Landesliga auflaufen. Daher ist die Spielgemeinschaft der SGE mit Glashütte eher eine Kooperation und keine „echte“ Spielgemeinschaft. Und sollten die beiden Vereine in Zukunft nicht weiter kooperieren wollen, dann stiege der ASV wieder als selbstständige Mannschaft in die C-Klasse ein, denn von dort war er ja auch gekommen.

Mehr zum Thema

10 + 3

Fußball-Spielgemeinschaften in der Südwestpfalz

Gleiches gilt auch für die ebenfalls seit Sommer 2019 bestehende C-Klasse-Spielgemeinschaft des SV Donsieders mit dem FK Clausen. „Das ist für beide Seiten eine Win-win-Situation“, befindet Leo Burkhart, Vorsitzender des FKC, dessen eigenständige erste Mannschaft in der Bezirksliga spielt. Donsieders hätte alleine wohl nicht mehr weiter eine C-Klasse-Truppe aufbieten können, und Clausen fällt es nun viel leichter, eine zweite Mannschaft zu unterhalten.

Alle Pässe umgeschrieben

Anders verhält es sich beim Zusammenschluss der Fußballer des TV Hauenstein und des SC Hauenstein. Hier mussten beim Zusammenschluss im Jahre 2012 die Spielerpässe eines Vereins – die des tiefer spielenden TV – auf den anderen Verein, den damals noch der Oberliga angehörenden SC, umgeschrieben werden. Die Konsequenz: Alle Akteure aus der zweiten Mannschaft, die in den vergangenen Jahren entweder der Bezirksliga oder der A-Klasse angehörte, dürfen in der ersten Mannschaft aufgeboten werden. Und bis zu drei Fußballer von „oben“ durften „unten“ mitspielen. „Wir hatten damals eine schriftliche Vereinbarung mit dem SWFV treffen müssen, sonst hätten wir nicht zusammengehen dürfen“, erinnert sich der damalige Geschäftsführer des SC Hauenstein, Markus Kuntz.

Die Hauensteiner „Spielgemeinschaft“ musste dabei akzeptieren, dass für den Fall eines Auseinandergehens der klassenniedere Verein, in diesem Fall der TV Hauenstein, beim Wiedereinstieg in den Spielbetrieb als selbstständige Mannschaft in der C-Klasse starten muss, auch wenn der TVH zum Zeitpunkt des Zusammenschlusses in der A-Klasse angesiedelt war. Der SCH scheiterte mit einem Antrag, die Statuten des SWFV dahingehend zu ändern, dass – wie bereits in Bayern und im Saarland praktiziert – bei einer Trennung der TVH, der in diesem Fall wieder eigenständig wäre, in jener Klasse weiterspielen dürfte, in der er sich gerade befindet. Doch dieser Antrag fand keine Mehrheit.

Konservative Linie

Franz-Josef Kolb, beim SWFV für den Spielbetrieb zuständig, verteidigt die konservative Linie des Verbands. Nur unter der aktuell geltenden Spielordnung sei sichergestellt, dass sich kein Verein einen Vorteil verschaffen könne. Kolb befürchtet, dass durch einen Investor zweite Mannschaften nach oben gepusht werden könnten und dann, bei einer Auflösung einer Spielgemeinschaft, in einer höheren Klasse verbleiben könnten. Das würde zum Nachteil anderer Vereine gereichen. Deshalb lehnte der SWFV das Begehren der Hauensteiner vor rund neun Jahren ab.

Jetzt nimmt der SV Ixheim einen neuen Anlauf. Drei Jahre nach dem Beginn einer Kooperation mit dem Landesligisten VB Zweibrücken will sich der SVI im Sommer 2021 wieder selbstständig machen. Weil aber 2018 als unbedingte Voraussetzung für die Partnerschaft mit den Vereinigten Bewegungsspielern alle Spielerpässe des damaligen A-Klasse-Elften Ixheim auf die VB umgeschrieben wurden beziehungsweise umgeschrieben werden mussten, muss der SVI nun wieder in der untersten Klasse des Fußballkreises Pirmasens/Zweibrücken, der C-Klasse, wieder in den Spielbetrieb einsteigen.

Daran kommt der SVI zwar nicht vorbei, doch er will die Spielordnung geändert wissen und stellt den Antrag, dass künftig bei einer „Scheidung“ der klassentiefere Verein dort weiterspielen darf, wo er sich zum Ende der Kooperation befand. „Das macht doch Sinn“, betont SVI-Vorsitzender Sascha Grimm. Dadurch bewahre man „gleiche Rechte und Pflichten für alle an der Spielgemeinschaft beteiligten Vereine“. Der SVI wird einen entsprechenden Antrag beim Kreistag im April vorlegen und hofft auf die Zustimmung im Kreis, so dass der Antrag dann beim Verbandstag zur Abstimmung vorgelegt werden kann.

x