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Mittwoch, 17. April 2019 Drucken

#pfalzwahl19-Wissen

Kumulieren und panaschieren: Wie funktioniert das?

Auf diesem Muster-Stimmzettel wurde die Hälfte der Stimmen auf einzelne Kandidaten verteilt und dabei kumuliert und panaschiert. Durch das Listenkreuz ... (nächstes Foto) (Bild: sba)

... werden die restlichen sechs Stimmen automatisch auf die Liste verteilt (die blauen Kreuzchen) - aber eben nicht auf die Kandidaten, die der Wähler gestrichen hat. (Bild: sba)

Bei den Wahlen zu den kommunalen Parlamenten - also von Ortsbeirat bis zum Kreistag - können die bis zu Stimmen auf einzelne Kandidaten verteilt werden. Dabei können einzelne Kandidaten bevorzugt oder von einer Liste gestrichen werden. Außerdem müssen Wähler sich nicht für eine bestimmte Partei entscheiden.

Die Fachbegriffe für dieses Vorgehen heißen „kumulieren“ (Stimmen anhäufen) und „panaschieren“ (Stimmen auf Kandidaten unterschiedlicher Parteien verteilen). Und so funktioniert's: 

Kumulieren: Sie können einem Kandidaten nicht nur eine, sondern bis zu drei Ihrer Stimmen geben, also Stimmen auf bestimmte Kandidaten „anhäufen“ und diese damit bevorzugen. Ein solches Kumulieren kann dazu führen, dass ein Kandidat doch noch in den Rat einzieht, obwohl sein Listenplatz ursprünglich ziemlich aussichtslos schien. 

Panaschieren: Sie müssen sich nicht für eine Partei entscheiden. Denn wer will, kann seine Stimmen auf Bewerber verschiedener Parteien oder Wählergruppen verteilen. Aber Achtung: Wer beim Panaschieren mehr Stimmen als vorgesehen vergibt, dessen Stimmzettel wird unweigerlich als ungültig eingestuft. Denn in diesem Fall ist der Wählerwille nicht mehr erkennbar.

Kumulieren und Panaschieren sind immer dann möglich, wenn mindestens zwei Parteien/Wählergruppen Wahlvorschläge eingereicht haben. Wenn nur eine Partei Kandidaten für den Gemeinderat aufstellt, oder es gar keine Wahlvorschläge gibt, kommt es zur Mehrheitswahl

Muss ich jede Stimme einzeln vergeben?

Nein, Sie können auch die ganze Liste einer Partei beziehungsweise Wählergruppe ankreuzen ("Listenkreuz"). Angenommen Sie haben zwölf Stimmen: Wenn Sie zum Beispiel fünf Stimmen auf einzelne Bewerber verteilen und zusätzlich die Liste einer Partei ankreuzen, dann werden die restlichen sieben Stimmen automatisch auf die Bewerber dieser Liste verteilt, von oben nach unten. Wenn Sie ein Listenkreuz setzen, aber ein Bewerber auf der Liste soll keine Stimme erhalten, so können Sie dessen Namen durchstreichen. 

Wenn Sie nur eine Liste ankreuzen und keine Ihrer Stimmen an einzelne Kandidaten vergeben, nehmen Sie den Wahlvorschlag dieser Partei unverändert an. Das heißt: Jeder Kandidat der Liste erhält - von oben nach unten - eine Stimme. Kandidaten, die zwei- beziehungsweise dreimal auf der Liste aufgeführt sind, erhalten zwei beziehungsweise drei Stimmen. Aber aufgepasst: Enthält die angekreuzte Liste nicht so viele Bewerber wie Sie insgesamt Stimmen zu vergeben haben, dann gehen Stimmen verloren.

|sba

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