St. Leon-Rot Schülerin in Gymnasium getötet - 18-Jähriger in U-Haft
[Aktualisiert 15.00 Uhr] Der 18-Jährige, der eine gleichaltrige Schülerin in St. Leon-Rot bei Heidelberg getötet haben soll, sitzt nun in Haft. Der Tatverdächtige sei der zuständigen Haftrichterin des Amtsgerichts Heidelberg vorgeführt worden, teilte die Staatsanwaltschaft am Freitag mit. Sie habe Haftbefehl erlassen und in Vollzug gesetzt. Anschließend sei der 18-Jährige in eine Justizvollzugseinrichtung gebracht worden. Er steht unter Verdacht, das gleichaltrige Opfer am Donnerstag mit einem Messer umgebracht zu haben. Er sei etwa zweieinhalb Stunden nach der Tat von Polizisten in Seesen (Niedersachsen) vorläufig festgenommen worden, nachdem er bei einem Unfall verletzt worden war.
Die Ermittler gehen von einer Beziehungstat aus, nannten jedoch zunächst keine Details. Auch die Nationalität des Tatverdächtigen teilten sie zunächst nicht mit. Der 18-Jährige war bei der Polizei nicht unbekannt. Bereits im November 2023 habe die Schülerin Strafanzeige gegen ihn wegen körperlicher Gewalt gestellt, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei am frühen Donnerstagabend mit. Abgesehen davon sei der Verdächtige strafrechtlich bislang nicht in Erscheinung getreten.
Nach der Tat war nach Polizeiangaben noch versucht worden, die Schülerin in der Schule zu reanimieren - erfolglos. Die Schule wurde evakuiert, die rund 650 Schülerinnen und Schüler wurden an einer Sammelstelle betreut oder von den Eltern abgeholt. Schwer bewaffnete Polizisten hatten nach der Tat die Schule durchsucht. Rettungskräfte sowie ein Hubschrauber waren im Einsatz, auch Notfallseelsorger und zwischen 15 und 20 Polizeifahrzeuge, die Kriminalpolizei und die Feuerwehr wurden nach dem Alarm an den Ort der Schule gezogen.
Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl hat den Angehörigen der getöteten 18-jährigen Schülerin in der Gemeinde St. Leon-Rot sein Beileid bekundet. „Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen und Freunden der verstorbenen Schülerin. Ihr Leid muss unermesslich sein“, sagte der CDU-Politiker am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. „Mit seiner Tat hat ein Heranwachsender einen anderen Menschen mitten aus dem Leben gerissen. Dank intensiver Fahndungsmaßnahmen konnte die Polizei den flüchtigen Täter sehr schnell auffinden und festnehmen.“ Strobl dankte den Polizei- und Rettungskräften. „Der gesamten Schulgemeinschaft wünschen wir, dass sie dieses schlimme Ereignis bestmöglich verarbeiten können.“
Gefasst wurde der Tatverdächtige nach Angaben der Ermittler in Seesen (Kreis Goslar) in Niedersachsen. Der 18-Jährige habe zuvor, gegen 13.15 Uhr, einen Verkehrsunfall gebaut. Dabei sei er verletzt worden. Die Staatsanwaltschaft Heidelberg beabsichtige, im Laufe des Freitags einen Haftbefehl gegen den Teenager beim Amtsgericht Heidelberg zu erwirken.
Das betroffene Gymnasium wurde 1998 als Privatgymnasium Leimen mit einer Elterninitiative gegründet. Derzeit werden nach Angaben der Schule dort 685 Schüler von 85 Lehrkräften unterrichtet.