Neustadt Zur Sache: Galerie Upart bei den Galerientagen in Speyer

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Speyer

. Elf Galerien aus Pfalz und Kurpfalz, darunter auch die Neustadter Galerie Upart, präsentieren an diesem Wochenende zeitgenössische Kunst im Speyerer Kulturhof Flachsgasse. Für die Galerientage des Galerienverbands Rhein-Neckar haben die Kunsthändler aus Speyer, Neustadt, Freinsheim, Mannheim, Ladenburg und Dossenheim jeweils zwei Künstler aus ihrem Programm ausgewählt. Die Galerie Upart zeigt dabei unter anderem drei Werke aus dem „Erdschollenarchiv“ der Künstlerin Betty Beier aus Rohrbach, die seit fast 20 Jahren akribisch Orte der Wandlung und Zerstörung aufspürt, um sie als Bodenausschnitt auf Augenhöhe zu heben. Beim Wandobjekt „S21“ etwa vermitteln ein Quadratmeter Schlamm und zertretenes Gras, mithilfe von Kunstharzen täuschend echt wiedergegeben, ein Stück Zeitgeschichte. Es sind die die Füße wütender „Stuttgart 21“-Gegner im Stuttgarter Schlossgarten, die sich hier eingeprägt haben. Doch der Boden kann auch ganz anders sprechen. Der Augsburger Thomas Putze, vertreten durch die Mannheimer Galerie Keller, greift für seine Kunst auf verschiedenste Materialien zurück. Holzfunde jeder Art werden zur Grundlage von Skulpturen und Holzschnitten. Auch Parkettdielen eignen sich bestens, um Aktzeichnungen einzugravieren, und werden so natürlich zu „versautem Parkett“– wie der Titel nahelegt. Regionale, nationale und internationale Künstler sind mit Werken aus fast jeder Sparte vertreten. Von Grafik bis Performance wird alles zu sehen, und das Meiste auch zu kaufen sein. Als eine Art Mini-Messe der regionalen Galerienszene sind die Galerientage ursprünglich vor über 20 Jahren in Mannheim ins Leben gerufen worden. Seit elf Jahren richtet der damals neugegründete Galerienverband Rhein-Neckar die Veranstaltung aus. In Speyer bietet sich den Besuchern auf diese Weise nun zum zweiten Mal die Möglichkeit, zeitgenössische Galerien und ihr aktuelles Programm ohne lange Anfahrten auf einmal zu erleben. Internationale Künstler haben die Galerien Julia Philippi, Sebastian Fath, Kasten, Linde Hollinger und Josef Nisters im Angebot. Für zwei dieser Künstler ist Sprache das zentrale Thema: den Spanier Jesús Algovi, vertreten von der Speyerer Galerie Nisters, und Babak Saed. Bei dem persischen Künstler changiert die deutsche Sprache poetisch zwischen Fremdheit und Wiedererkennen. Präsentiert wird er von der Ladenburger Galerie Linde Hollinger. Dem Retrolook der Sixties huldigt der spanische Post-Pop-Art-Künstler Marcos Torres (Galerie Kasten, Mannheim) mit Bildzitaten, die in die Welt von Twiggy, Bondgirls und Roy Lichtenstein entführen. Ebenfalls den 60ern verbunden ist der Niederländer Jan Maarten Voskuil, der mit dreidimensionalen und leuchtend farbigen Leinwänden die Grenze zwischen Malerei und Skulptur aufhebt (Galerie Sebastian Fath). Mit einer raffinierten Mischung aus Stoffcollagen und gemalter Stofflichkeit verwirrt die Rumänin Agnes Lörincz das Auge des Betrachters (Galerie Julia Philippi, Dossenheim). Upart-Galeristin Ingrid Bürgy-de Ruijter aus Neustadt zeigt außerdem noch vier Gemälde der Berlinerin Julia Rüther. In der „Editionen“-Abteilung sind außerdem „Haarknoten“ von Cora Volz zu sehen. Ausstellung —Zu sehen beim Kunstverein im Speyerer Kulturhof Flachsgasse am Samstag und Sonntag, 14. und 15. November, jeweils 11 bis 18 Uhr (Führungen jeweils 15 Uhr) —Zur Eröffnung heute, Freitag, 19 Uhr, gestaltet der Künstler Thomas Putze eine Performance. Danach ist die Ausstellung bis 22 Uhr geöffnet. (stc/hpö)

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