Haßloch Versickerung statt Versiegelung

Wenn Starkregen kommt, drohen Überschwemmungen.
Wenn Starkregen kommt, drohen Überschwemmungen.

Die Auswirkungen von Starkregen und Hochwasser sind häufig gravierend. Deshalb hat die Gemeinde Haßloch ein Hochwasservorsorgekonzept erstellen lassen. Dabei sollen die Einwohner mitreden. Der zweite Bürgerworkshop bot die Gelegenheit dazu.

„Hochwasserschutz ist nicht nur Aufgabe der Kommunen. Jeder Grundstücks- oder Gebäudeeigentümer trägt Verantwortung für die Vorsorge und muss Maßnahmen zum Schutz umsetzen“: Mit dieser Aussage startete Doris Hässler-Kiefhaber vom Büro Obermeyer (Kaiserslautern) ihre Präsentation zum Stand des Hochwasservorsorgekonzepts. Das soll in Kürze zunächst abgeschlossen und auf der Gemeindehomepage veröffentlicht werden. Das Konzept soll laufend fortgeschrieben werden. Rund 20 Bürger sowie Vertreter der Verwaltung, der Feuerwehr und der Gemeindewerke waren anwesend.

Hochwasser und Starkregen seien natürliche Ereignisse, allerdings nehme die Häufigkeit und die Intensität aufgrund des Klimawandels zu. „Und wir haben verlernt, damit umzugehen“, so Hässler-Kiefhaber. Beispiele für „falsches Verhalten“ seien ein hoher Versiegelungsgrad von privaten und öffentlichen Flächen, die Verdichtung von Grundstücken durch Bauten im rückwärtigen Bereich, Tiefgaragen, Geschosse unter Straßenniveau oder fehlende Notwasserwege und fehlende Wasserführung auf barrierefreien Straßen ohne Bordsteine.

Teile von Haßloch gefährdet

Die Starkregen- oder Hochwassergefahrenkarten des Landes zeigten, dass Bereiche von Haßloch von Hochwasser gefährdet seien. „Positiv“ sei, dass die Gemeinde „flach“ sei und sich das Wasser schnell verteile. Am Rehbach sei die Lage in dem Bereich, in dem der Bach verlegt wurde, „entspannt“. Das Industriegebiet Süd sei nach wie vor stark überflutungsgefährdet, und auch Gefahrenpunkte im Ort seien vorhanden. Durch den Einbau von Dämmen westlich und südlich des Industriegebiets soll dort die Situation verbessert werden. Für den Bereich des Rehbachs zwischen Pfalzmühle und Hubertushof müsse der Landkreis Bad Dürkheim geeignete Maßnahmen umsetzen. Wodurch der bebaute Ort im Westen geschützt werden kann, soll eine Machbarkeitsstudie zeigen.

Hässler-Kiefhaber betonte, dass die Maßnahmen zum Hochwasserschutz am Rehbach nicht bei Starkregenereignissen über der Gemeinde schützen. Sie widersprach der Ansicht, das Kanalsystem müsse bei starken Regenfällen die Wassermassen ableiten. Ziel der Kommune müsse eine „wasserbewusste“ Stadtentwicklung sein: Abflüsse sollten vermieden, für Rückhalt und Versickerung sowie Verdunstung sollte gesorgt werden. Im Altbestand sei das allerdings schwieriger umzusetzen. Wichtig sei es, kein neues Schadenspotenzial aufzubauen. „Versickerung statt Versiegelung“ sei der entscheidende Ansatz. Für Haßloch gebe es auch aufgrund der Topografie nicht „die“ Lösung.

Bürger äußerten Bedenken zu Aufschüttungen bei neuen Baugebieten und zur Bebauung von Flächen im Überschwemmungsgebiet. Laut dem zuständigen Beigeordneten Carsten Borck werden bei neuen Baugebieten die Vorgaben für Wasserrückhalt und Versickerung umgesetzt. Die Erhöhung des Baugebiets „Zwischen Sägmühlweg und Lachener Weg“ erfolge in Abstimmung mit der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd.

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