Neustadt Schwarzer Tag für Storchenwelt

Bei einem Zusammenprall mit einem Pkw ist dieser Storch schwer verletzt worden. Manfred Sauter aus Lachen-Speyerdorf brachte ihn
Bei einem Zusammenprall mit einem Pkw ist dieser Storch schwer verletzt worden. Manfred Sauter aus Lachen-Speyerdorf brachte ihn in eine Auffangstation nach Bornheim.

Bei einem seiner ersten Ausflüge ist am Montag ein Jungstorch in Lachen-Speyerdorf mit einem Auto zusammengeprallt und verletzt worden. An dem Pkw entstand kein Schaden. Am gleichen Tag ist morgens ein schon älterer Storch tot aufgefunden wurde. Er hatte sich in Plastikmüll verfangen und sich selbst erdrosselt.

Dem verunglückten Jungstorch gehe es nicht gut, erzählt Manfred Sauter vom Lachen-Speyerdorfer Storchenverein. Er hatte den Storch geborgen und nach Bornheim in der Südpfalz gebracht, wo es bei der Aktion Pfalzstorch eine Auffangstation für verletzte Störche gibt. Sauter vermutet, dass der Storch eine Art Querschnittslähmung erlitten hat. „Die Flügel konnte er noch bewegen, die Füße nicht“, erzählt er. Der junge Storch sei in einem Nest auf der Speyerdorfer Mühle zu Hause und habe auch ein Geschwisterteil. Ob Schwester oder Bruder, könne noch nicht festgestellt werden, so Sauter. Der Vogel habe das Nest bisher noch nicht verlassen. Am gleichen Tag, an dem der Jungstorch in das Auto flog, war am Morgen ein Storch auf einer abgebrochenen Pappel in der Nähe des Speyerbachs tot aufgefunden worden. „Er hatte sich in Plastikmüll verfangen und ist jämmerlich erstickt“, sagt Sauter. Der Storch sei unberingt gewesen, deshalb geht er davon aus, dass es einer der beiden Störche war, die schon seit ein paar Jahren in Geinsheim beim Pflanzenzentrum Schwabengütle leben und brüten. „Das Pärchen hat schon mehrfach Nachwuchs bekommen“, erzählt Sauter. Im vergangenen Jahr seien die Jungvögel mit einem Sender ausgestattet worden, der den Storchenfreunden ermöglicht, ihre Wege zu verfolgen. „Der eine war zuletzt in Nürnberg, seit dem 21. Juni haben wir aber kein Lebenszeichen mehr bekommen.“ Ob ihm etwas zugestoßen sei, oder ob einfach nur der Sender nicht mehr funktioniere, sei nicht klar. Der zweite Storch aus diesem Nest sei derzeit in Südfrankreich unterwegs. Insgesamt gibt es in Neustadt zurzeit sieben Storchennester, in sechs davon sind Junge geschlüpft. Die Storchenpopulation in der Pfalz steige noch immer, sagt Sauter. Es sei sogar schon zu Revierkämpfen gekommen. In einem Fall sei ein bereits belegtes Nest von einem zweiten Pärchen „gekapert“ worden. Sauter glaubt, dass bei der weiteren Verbreitung der Störche in der Pfalz irgendwann die Grenze erreicht sein könnte. Unterdessen hat Lachen-Speyerdorfs Ortsvorsteher Claus Schick sich zum Schicksal des an Plastikmüll verendeten Storchs zu Wort gemeldet. Es sei traurig, dass Menschen sich offenbar überhaupt keine Gedanken über die Folgen ihres Handelns machten, sagte er.

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