Neustadt „Plan passt zu Kirrweiler“

Architekt Reinhard Moster (links) stellt den Entwurf vor.
Architekt Reinhard Moster (links) stellt den Entwurf vor.

Zwölf Zimmer für pflegebedürftige Senioren, sieben weitere Wohnungen, Begegnungscafé, Tiefgarage, Innenhöfe zum Verweilen: Der Entwurf des Neustadter Architekturbüros Friess + Moster für die Wohn-Pflege-Gemeinschaft im Ortskern Kirrweilers hat bei der Jury gepunktet. Und auch bei den rund 80 Zuhörern, die am Donnerstagabend in den Edelhof gekommen waren, um die Siegerehrung im Architektenwettbewerb live zu erleben.

Einen ganzen Tag lang hatte die Jury vor drei Wochen getagt, um den besten von vier eingereichten Entwürfen „nach langem Ringen“ auszuwählen, wie es Stadtplaner Klaus Meckler bezeichnete. Am Ende setzte sich das Büro Moster + Friess aus Neustadt durch – bei acht Stimmen für den Plan und einer Enthaltung. „Das ist ein erster Entwurf, mit dem wir arbeiten wollen“, sagte Rolf Metzger, Ortsbürgermeister und Vorstandsmitglied der Bürgerstiftung Kirrweiler, die Investor des Projektes ist. Die Ortsgemeinde hatte den Wettbewerb bezahlt (wir berichteten). „Der Plan passt zu Kirrweiler, weil er sehr zurückhaltend ist und suggeriert, dass es Spielraum für Veränderungen gibt“, lobte Architekt und Jurymitglied Herbert Sand. Die Haus- und Hofcharakteristik sei genauso gelungen wie die Kombination aus pflegegerechtem und jungem Wohnen. Der Jury gehörten fünf Architekten und vier Sachpreisrichter aus Kommunalpolitik, Gesellschaft sowie Bürgerstiftung an. Die Teilnehmer hatten ihre Arbeiten anonym eingereicht. Noch vor der öffentlichen Vorstellung hatten sie sich mit der Jury im Edelhof getroffen, um Stärken und Schwächen zu besprechen. Ein Projekt hatte – ebenso wie Friess + Moster – mit Torbögen geplant. Die anderen beiden hatten unter anderem auf viel Grün in Innenhöfen gesetzt. Die Wohn-Pflege-Gemeinschaft entsteht zwischen Strohgasse, Kirchstraße und Schloßstraße. Dafür müssen mehrere alte Gebäude abgerissen werden. In einem ersten Bauabschnitt soll das S-förmige Hauptgebäude Richtung Kirchstraße entstehen. Von dort aus gelangt man auch in den Komplex. In einem zweiten Schritt ist das Areal Richtung Schloßstraße dran. Unter dem Gebäudekomplex entsteht ein Keller sowie eine Tiefgarage, deren Zufahrt in der Strohgasse ist. Friederike Moster, die die Pläne unter anderem mit ihrem Vater Reinhard angefertigt hat, erläuterte die mögliche Raumaufteilung: So könnten im Erdgeschoss des Hauptgebäudes zwölf Einheiten für pflegebedürftige Senioren mit Pflegegrad zwei bis fünf plus ein Stationszimmer entstehen. Auch ein barrierefreies Büro mit einem Ansprechpartner für die Bewohner sieht der Plan vor. Generationsübergreifendes Wohnen ist für das zweite Gebäude geplant. Dort könnten eine Vier-Zimmer-Wohnung sowie jeweils drei Zwei- und Drei-Zimmer-Wohnungen entstehen. Zu den Kosten wollte sich Metzger im Gespräch mit der RHEINPFALZ nicht äußern: „Dass so ein Projekt mehrere Millionen Euro kostet, sollte klar sein. Aber noch ist es viel zu früh, um Zahlen zu nennen, da wir zunächst nur einen Entwurf haben.“ „Für mich ist es die Herta-Kuhn-Anlage“, betonte Hermann-Josef Marx, Vorsitzender der Bürgerstiftung Kirrweiler, an die die Herta-Kuhn-Stiftung angegliedert ist. Wie berichtet, hatte Kuhn einen großen Teil ihres Vermögens in ihre Stiftung fließen lassen, um den Bau der Wohn-Pflege-Gemeinschaft zu ermöglichen – damit die Kirrweilerer in ihrem Heimatort alt werden können. „Den ersten Bauabschnitt können wir dank Herta Kuhn stemmen“, sagte Metzger. Nun sucht die Bürgerstiftung einen Betreiber für die Anlage. Dazu laufen laut Metzger bereits Gespräche: Im Frühjahr soll die Entscheidung fallen. Der erste Bauabschnitt könne 2022 beendet sein. „Wenn alles klappt, brauchen wir je anderthalb Jahre für Planung und Umsetzung.“ Sollte es länger dauern, sei das nicht schlimm. Metzger: „Wir werden uns nicht drängen lassen. Wichtiger ist uns die Zustimmung der Bürger.“ Kommentar

So könnte die Wohnanlage im Ortskern aussehen.
So könnte die Wohnanlage im Ortskern aussehen.
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