Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Pflaster für Bahnhofsvorplatz: Auf jeden Fall Betonstein

So ähnlich soll es auch einmal auf dem Bahnhofsvorplatz aussehen: Wasserspiel auf dem Alexanderplatz in Zweibrücken.
So ähnlich soll es auch einmal auf dem Bahnhofsvorplatz aussehen: Wasserspiel auf dem Alexanderplatz in Zweibrücken.

Wer in Neustadt mit dem Zug ankommt, soll sich wohlfühlen und wissen, wie es weiter geht – vor allem mit dem Bus. Das sind aber nur zwei Ziele, die mit der Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes erreicht werden sollen.

Das Projekt

Ende 2023 soll der Umbau des Bahnhofsvorplatzes starten. Spätestens bis zur Landesgartenschau 2027 soll er zum einen als zentraler Busbahnhof dienen, also allem entsprechen, was einen attraktiven Öffentlichen Personennahverkehr ausmacht. Zum anderen soll auf dem Platz aber auch weiterhin gefeiert werden können. Und er soll jenseits der eher wenigen Feiertage im Jahr eine gute Aufenthaltsqualität bieten, sprich: auch für die Neustadter insgesamt attraktiv sein. Ebenso wichtig: Politisch entschieden wurde, einen echten Platz zu schaffen, indem ein privater Hotelneubau samt Parkhaus die offene Flanke zum Saalbau hin schließt. Der Parkhaus-Neubau soll mit dem Bahnhofsvorplatz-Umbau starten.

Planer und Kosten

Nach der europaweiten Ausschreibung erhielt die Bietergemeinschaft der Landschaftsarchitekten Bierbaum-Aichele (Mainz) und der Verkehrsplaner von Senger Consult (Treis-Karden) den Zuschlag. Die Kostenrechnung sah bislang eine Investition von 6,5 Millionen Euro vor, etwa die Hälfte davon soll aus Fördermitteln bestritten werden. Diese stammen aus drei Fördertöpfen: Städtebau, ÖPNV und digitaler Fahrgastanzeigen.

Der Busbahnhof

Acht statt bislang sechs Bussteige sind auf dem neuen Platz vorgesehen. Dabei gibt es einen Kreisverkehr, der den Bussen sowie Taxis vorbehalten ist. Das heißt, dass der Platz nicht mehr von privat befahren werden darf. 14 Kurzzeitparkplätze sind nahe des Hotels geplant. Laut Baudezernent Bernhard Adams ist der Platz auch auf den Busverkehr der Zukunft ausgelegt. Denn: Ab Mitte Dezember 2022 verändern sich die Buslinien in Neustadt. Es gibt eine zusätzliche Linie von West nach Ost und einige Linien fahren häufiger. Das bedeutet ein zusätzliches Busaufkommen auf dem künftigen Bahnhofsvorplatz.

Das Grün

Klar ist: Die große Kastanie bleibt erhalten. Bauausschuss und Innenstadtbeirat haben einstimmig den Vorschlag der Verwaltung angenommen, drei weitere Bäume zu pflanzen, die indes kleiner sein werden. Die Nutzung für Veranstaltungen werde dadurch nicht eingeschränkt, heißt es. Auch werde die Sicht auf das denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude nicht verstellt. Einziger Vorbehalt: Die Denkmalpflege soll noch gefragt werden.

Das Wasserspiel

Ebenso wie die Bäume soll ein Wasserspiel das Mikroklima verbessern, aber auch die Aufenthaltsqualität. Dadurch entstehen 280.000 Euro zusätzliche Kosten, die förderfähig sind. Bei wenigen Enthaltungen haben Bauausschuss und Innenstadtbeirat auch diesem zusätzlichen Element zugestimmt. Allerdings muss die Verwaltung auf Bitte von Claus Schick (SPD) noch die veranschlagten jährlichen Wartungskosten nachliefern.

Die Wegeführung

Länger diskutiert wurde in der gemeinsamen Sitzung beider Gremien, ob zu viele zusätzliche Elemente den Platz unübersichtlich werden lassen könnten. So muss laut Werner Schreiner (SPD) gewährleistet sein, dass das Umsteigen reibungslos funktioniert. Die Bussteige für die am meisten genutzten Linien sind nahe des Ausgangs der Bahnhofsunterführung gelegen. Wer von dort hoch komme und dabei keine freie Sicht habe, sondern direkt auf einen Gelenkbus stoße, habe ein Problem, merkte Jochen Kappel (FWG) an. Dass der direkte Fußweg von der Unterführung über den Platz in Richtung Innenstadt durch das Wasserspiel verhindert werde, Fußgänger also erst nach links und dann geradeaus gehen müssten, trieb den Vorsitzenden des Innenstadtbeirats, Norbert Schied (CDU), um.

Das Pflaster

Mit jeweils großer Mehrheit haben sich Bauausschuss und Innenstadtbeirat für Betonstein entschieden, dessen Oberfläche versiegelt werden kann. Er kommt rund 500.000 Euro billiger als eine Naturstein-Variante und ist leichter zu säubern. Welcher Stein genau genommen wird, auch hinsichtlich der Farbe, wird nach einer weiteren Sichtprobe festgelegt.

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